Braune Socken

Beate-Brigitte vom NSU

Die Offenkundigkeit ist offenkundig: „Zschäpes Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten sich am 4. November 2011 selbst getötet, um einer Festnahme zu entgehen.“ Das behaupteten die beiden zumindest bei ihrer Bestattung.

Die zwei Kohortenführer des öminösen NSU, die laut ihrem nekrophonen Geständnis über Jahre hinweg messerschwingende Dönermenschen und pistolenbehalfterte Polizisten kaltblütig ermordeten, machten sich beim Anblick zweier Streifenpolizist_innen derart in die Hose, daß sie sich mit Hilfe eines selbstladenden Repertiergewehres entleibten und die Spuren ihres Selbstmordes mittels Brandstiftung auszulöschen trachteten, nicht ohne jedoch Bekenner-DVD’s an diverse Antifa-Vereine zu lancieren, auf denen sie sich zwar nicht selbst bekennen, dafür aber ein rosaroter Panther.

Am Montag bemängelte die Presse die „Gefühlskälte“ der angeklagten mutmaßlichen Mittäterin Zschäpe, welche die „Opfer und Familien der Hinterbliebenen“ derart abschreckt, daß diese nicht mehr an den Prozessen teilnehmen wollten.

Die Nebenklageberechtigten “erleben das Geschehen im Saal, insbesondere das Verhalten der mutmaßlichen Mittäterin Beate Zschäpe, als unerträglich. Es reißt kaum verheilte Wunden auf.” Die oft sehr berührenden Schilderungen von Zeugen, die einen Angehörigen verloren haben, ließen die Rechtsextremistin kalt. Viele Nebenkläger vermuteten, dass Zschäpe bei den Aussagen “ein Gefühl der Genugtuung” verspüre.

Gemäß des „Verhaltens-Leitfaden für Angeklagte vor Gericht“ müsse Zschäpe bei jedem Vorwurf laut aufschluchzen und um Verzeihung für alles Unheil der Welt bitten. Warum sie nicht in Tränen ausbreche angesichts von Morden, für die früher die Schutzgeldmafia verantwortlich gemacht wurde und heute die Nazigeheimdienstverschwörung, sei unerklärlich.

Heuer geht es im Showprozeß um die braunen Socken der mutmaßlichen Komplizin, von denen der sicherstellende Beamte meinte, daß diese „sehr unangenehm gerochen“ hätten, „als ob man das länger trägt“. Auf den beiden Projektionswänden des Schwurgerichtssaals A101 wurden der Öffentlichkeit aber nicht nur die muffelnden Strümpfe der Inhaftierten präsentiert, sondern auch „ihr schwarzer Slip und ihr BH“. Ob das begeisterte Publikum ebenso die Tampons und Slipeinlagen Zschäpes begaffen durfte und welcher Beamte mit welchen Erkenntnissen daran geschnuppert hatte, wurde nicht mitgeteilt.

Allerdings sollen sich auch Benzinreste an Zschäpes Socken befunden haben, welche wiederum die Brandermittler nicht eindeutig dem in der ausgebrannten Zwickauer Terrorwohnung ausgeschütteten Benzin zuordnen können. Demnach ist offen, woher die Reste des Kohlenwasserstoffgemischs stammen, einem Gemisch, mit dem täglich bundesweit Millionen Menschen in Berührung kommen.

Gewisse Zweifel bezüglich der Beweislast der Benzin-Indizie hegte auch ein Kommentator zur Berichterstattung eines prozeßbegleitenden Massenmediums. Ein Kommentar, welcher mit folgender Begründung der Löschung anheimfiel:

NSU-Relativierung

Natürlich ist es relativierend und damit anstößig, vor dem Urteil eines Showprozesses auch den Angeklagten entlastende Umstände aufzuführen. Wo der Tatablauf, die Schuldigen und das Urteil in der Gleichstrompropaganda doch schon feststehen!

Relativierend ist es freilich auch, in der trotz Insolvenz immer noch Geschreibsel absondernden Frankfurter Rundschau die „glückselige Gemütlichkeit“ des vermutet vermeintlichen Terrortrios als „einen Eckpfeiler des Faschismus“ darzustellen. Den „Schlaf rauben“ würde einem die „Banalität des Bösen“, die „Spießigkeit dieser Killerwelt“. Daß diese Spießigkeit zwischen Campingferien, Kaffeemaschine, Fernseher, Einkaufsbummel, Spieleabend, Rinderrouladen und korrektem Benehmen im Straßenverkehr nur vorgetäuscht war, wurde der Menschheit erst nach dem posthumen Geständnis der beiden selbstgemörderten Uwes offenbar. „So wild lebt es sich im Untergrund.

Das ist natürlich auch eine Möglichkeit, für medial vermittelte Abstrusitäten wie Schwimmbad-Abdullah, Hakenkreuz-Rebecca, Lebkuchen-Mannichl oder eben den Paulchen-Panther-NSU nicht die Phantasie der Propagandisten verantwortlich zu machen, welche ihre Nachrichtenempfänger offenbar für völlig bekloppt halten, sondern eine irre Realität „da draußen“ außerhalb der eigenen Wahrnehmungswelt/Fernsehstube; eben in jener ungeheuerlichen Wirklichkeit, in welcher die „Banalität des Bösen“ haust.

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18 Antworten

  1. ‚die „glückselige Gemütlichkeit“ des vermutet vermeintlichen Terrortrios als „einen Eckpfeiler des Faschismus“ darzustellen. Den „Schlaf rauben“ würde einem die „Banalität des Bösen“, die „Spießigkeit dieser Killerwelt“.‘

    Meinen die das wirklich ernst? Oder wollen sie nur die dummen Massen veräppeln? Sind diese Journalistentypen vielleicht verkappte „Faschisten“, die damit das heutige Regime lächerlich machen wollen? So eine einmalige Mischung aus Dümmlichkeit und lächerlichem Unsinn kann doch nicht ernstgemeint sein! Wenn doch, dann ist das wahrlich historisch singulär.

    Nachsatz: Ich habe nun den ganzen Frankfurzer Artikel gelesen. Ich bin mir jetzt sicher, daß das Satire ist: „blümchenspießige Fassade der Neonazis“, hahaha.

  2. Das Infame ist doch, das Luder heult einfach nicht!

    • Man sollte ihr die Hosenträger und Gürtel abnehmen, damit der Hosenanzug rutscht und sie dementsprechend demütig vor dem Bevölkerungsgerichtshof steht!

      • Eher Mediengerichtshof, denn die Bevölkerung interessiert sich mitnichten für die Posse, und was den Medienprozeß stört, wird anschließend entfernt, da relativierend geäußert.

        Wenn jetzt einige Journalisten aufjaulen, auch sie seien die Bevölkerung, nunja, darüber könnte man ja mal reden. Ob sie sich danach besser fühlen, steht allerdings in den Sternen.

        Bundes- und Mediengerichtshof, mehr ist diesem Staatstheater bisher nicht zu entlocken.

        Btw. Wie lange dauert es eigentlich, ein solch schickes und volksnahes Zeitschriftencover anzufertigen?

        • Mit Probieren und Optimieren und Befummeln der Einzelgrafiken in einem nicht alltäglich benutzten Programm nicht in jener halben Stunde, die wir jetzt aufwenden würden, müßten wir es nochmal machen.

          Wieso, gibt’s von Brigitte ein Stellenangebot, suchen die eine/n Coverdesigner_in auf Stundenbasis?

          Zur der von Die Anmerkung zitierten Fundstelle:

          Zündhölzer fand man in der Frühlingsstraße nicht. Aber Zschäpe hatte mehrere Feuerzeuge bei sich, als sie sich vier Tage später stellte.

          … bleibt anzumerken, daß andere Medien mitteilen, daß sich unter ihren Utensilien auch Zigaretten(schachteln) befanden. Hätte der SPIEGEL natürlich auch noch hinzufügen können, aber „Zschäpe hatte mehrere Feuerzeuge und Zigarettenschachteln bei sich“ klänge nicht so spektakulär.

          • Nein, es ging eher um die Frage, ob sich der Aufwand lohnt, selber so etwas zu machen, da noch genügende Fotomaterial über ist, um schrecklich aussehende B-Promis darstellen zu können. Da schwebt seit Sonntag der Gedanke im Schädel, so eine Art Collage anzufertigen. Wenn das so ein Aufwand ist, dann unterbleibt das, muß ich das anders lösen.

            Das mit den Zigaretten, denke ich, würde den gemeinen Spiegel-Leser nur verwirren, er könnte auf den abweichenden und damit nicht zielführenden Gedanken kommen, sie sei Raucherin gewesen.

            In der momentan vorliegenden Form ist die vom Frau Friedrichsen gedichtete Beweisführung streng logisch, zwingend und nicht zu widerlegen. Sie war es, weil das, daß sie es war, außer Frage steht.

            Würden sie am Gericht abstimmen lassen, käme ein überwältigendes Votum heraus.

  3. Zum Verhalten vor Gericht auch Kurt Tucholsky, den ich, wie soll ich sagen, nicht mehr gar so wertschätze wie früher: „Wie verhalte ich mich als Mörder?“ Er erwähnt den bebrillten Sohn eines Gymnasialprofessors bei Curt Goetz: „Ich habeStrafe verdient und bitte um eine gehörige solche.“ Oder G.K.Chesterton, daß sich nichts vor Gericht so übel macht, als wenn man nach dem Mord gleich eine Zigarre raucht…Halt wie im Buch Kohelet: Nichts Neues unter der Sonne.
    @ Niederschlesier: Nö, die sind so drauf. Schmierfinken halt. Keine Satire. Bei Bedarf ist und war dann aber Ozeanien schon immer mit Eurasien verbündet.
    P.S. „Liebesnacht mit Manfred Götzl“: Gröhl! Ins-Knie-beiß!

  4. Wer ist denn der talentierte Photoshopfritze? Hehehe, gut gemacht! 😀
    Darf ich die Grafik mopsen und ggf. modifiziert zweitverwenden?

    😀

    Achso, gleich mal bissi spammen:

    Rettet Adolf Hilter den Weltbild-Verlag?

    http://goo.gl/kyb8XH

  5. Na sowas! Hinter jedem Baum ein Komponist! – Danke schön :D. Fragen gehört sich schon…- noch… – oder so, jedenfalls. Ja.

  6. Hiert ist ein etwas längerer, aber sehr interessanter Artikel zum Thema NSU & Hintergründe:

    http://rotefahne.eu/2014/01/nsu-der-fall-hat-aussenpolitische-hintergruende-1/

  7. Ganz grosses Tennis, Chapeau Eulenfurz !!!

  8. Eigentümlich Frei TV: Mythos NSU: Die Bombenwerkstatt

    Text: http://ef-magazin.de/2014/01/16/4847-nsu-die-bombenwerkstatt

  9. Auch lesenswert:

    NSU-Prozess: Erinnerungslücken und Leerstellen in der Berichterstattung

    http://www.heise.de/tp/artikel/40/40792/1.html

    Tja, so langsam werde ich zum Verschwörungstheoretiker – oder doch nicht?

    „Das Bedürfnis nach Glauben ist der grösste Hemmschuh der
    Wahrhaftigkeit.“

    (Friedrich Nietzsche 1844-1900)

  10. Hallo Eulenfurz 🙂

    Folgende Episode des 4.11.2011 wartet noch auf kreative Umsetzung:

    Die merkwürdige Sache mit dem Benzin in der Ruine, wo die Schnüffelhunde erst nichts fanden, und auch Zschäpe bei der Katzenübergabe an die Nachbarn nicht nach Benzin roch, das hatten wir ja schon. MDR und Feuerwehr haben dazu eindeutige Aussagen gemacht: Die Hunde rochen nichts.

    Man muss also fragen, warum

    1. am 6.11. an 19-21 Stellen Benzin gefunden wurde, aus 2 Kanistern, das am 5.11. noch gar nicht da war,
    und

    2. warum die Verteidigung diesen Fakt nicht aufgriff, als Zschäpe “der Brandstiftung überführt wurde”. Das war letzte Woche.

    Es geht aber noch weiter: Warum bekamen die Nachbarn den Gasgestank nicht aus den Klamotten raus?

    Zitat aus einem Eltern-Kind-Forum:

    Gasgeruch aus Wäsche bekommen…Brauche hilfe…. « am: 06. November 2011, 20:07:16 » Ich muss mich jetzt mal an Euch wenden, ihr habt doch immer Tipps und Ratschläge. Es geht um folgendes: Bei meinem Onkel in einem Mietshaus gab es vor 2 Tagen eine Gasexplosion, er darf jetzt nicht mehr rein, er hatte sich gestern noch schnell mit meinem Cousin ( er ist bei der feuerwehr ) ein paar Klamotten und das wichtigste rausgeholt. leider nicht viel, da es vor gestank bald nicht auszuhalten war. Jetzt habe ich die Wäsche gewaschen und es richt immer noch nach Gas, hat man da irgend eine Möglichkeit das raus zubekommen?

    Antw:Gasgeruch aus Wäsche bekommen…Brauche hilfe…. « Antwort #8 am: 07. November 2011, 13:54:25 » Vielen Dank denen die mir geholfen haben mit ihren Tipps. Wenn es interessiert kann gern mal goo+eln; Explosion Weißenborn ( seine Wohnung ist links oben ) Bei uns ist es eben auch eine Mischung aus Gas und Rauch. Ich werde jetzt erstmal das mit dem Myrtenöl probieren und wenn das nicht hilft mal den Wodka. Bis jetzt steht leider noch nicht fest ob er wieder in die Wohnung kann, da es sich um eine Doppelhaushälfte handelt, muss es jetzt von einem Statiker abgeklärt werden ob es möglich ist. Er steht leider noch sehr neben sich und kann es nicht glauben. Das schlimme ist ja auch noch das eventuell ein zusammenhang mit der Wohnwagenexplosion und Bankraub besteht in Eisenach mit den 2 Toten.

    http://www.erziehung-online.de/forum/allgemein/gasgeruch-aus-wasche-bekommen-brauche-hilfe/

    Das war wohl Grit S. …

    Grit Schwabe (http://de-de.facebook.com/grit.schwabe) aus sicherer Hand weiß ich auch das da niemand drin war als es passierte.war ja auch alles gut geplant.nur mein Onkel hat es jetzt schwer, darf nicht mehr in seine Wohnung
    ZITAT ENDE

    Das ist keine VT, das ist Fakt. GAS EXPLOSION am 4.11.2011 in Zwickau.
    Roch Zschäpe das Gas und floh, ohne alles, nur mit den Katzen?
    Was war die Rolle der Handwerker im Dachgeschoss am 4.11.2011?

    Der Onkel von Grit S. war übrigens als Zeuge vor Gericht, sein Name ist Olaf Busch. Der hat einen Kübelwagen mit Eisernem Kreuz, das ging durch die Presse. Hitlerbild auf dem Fernseher, Erbstück von einem gewissen Krause.

    Busch wurde dort vor Gericht als NAZI vorgeführt, verwies aber auf den Kanzler-Airbus, der ebenfalls das Eiserne Kreuz trage.

    Wäre nett, wenn Ihr da was draus machen könntet.
    Niemand kennt diese wichtige Episode des 4.114.2011
    Gruß

    • Wir glauben da mittlerweile an fast jede Ungereimtheit, aber sind zuwenig Forensiker, um das Genannte hieb- und stichest aufgreifen zu können. Entweder selbst was schreiben, das wir auch gern hier publizieren, oder aber an die Blogs der Roten Fahne oder Friedensblick senden, die scheinen solche Dinge professionell zu ordnen.

      Der Link von Jon Doe auf den üppigen Beitrag
      http://rotefahne.eu/2014/01/nsu-der-fall-hat-aussenpolitische-hintergruende-1/

      ist doch auch sehr beeindruckend, wenn auch schon .. naja, etwas abgedreht. Die Sache mit den „Roten Heringen“ aber ist naheliegend, ja, geradezu offensichtlich. Man kann sich vieles zusammenreimen, nur eben nicht, wer warum und für wen agiert hat und welche Rolle die Überlebende / Angeklagte spielt.

      • Eine kreative grafisch-bildliche Umsetzung durch Euch hatte ich im Sinn, weniger eine forensische Bewertung. Forensisch ist alles klar: Beate schüttete Benzin aus und Bumm.

        Daher stank sie bei der Katzenübergabe nicht nach Benzin, und die Schnüffelhunde fanden am nächsten Morgen auch keins. Dafür stank alles nach Gas.

        Forensik ist da nicht nötig.
        Gruß

        • Darin liegt wahrscheinlich der Fehler der Ermittler begründet: Benzin nämlich schüttet man nicht. Man gießt es aus.

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