Selbstverstümmelung

Felsenpiste

Wer übernimmt eigentlich die Kosten für die aufwendige Wiederinstandsetzung von Leuten, die auf felsenzerklüfteten Schneeschuhpisten verunfallen, welche an der S-Bahn surfen, besoffen Auto fahren, sich falsch ernähren, rauchen oder saufen? Die Gemeinschaft von Zwangsversicherten? Jeder muß zwar die Freiheit besitzen, mit seinem Leben anzustellen, was er will, nur sollte er dafür auch die Verantwortung tragen!

Einige Teilnehmer an der Krankenversicherungslotterie scheinen es auf die Hauptgewinne abgesehen zu haben: Zahlt man jahrelang treubrav ein, so will man durch teure Operationen und Rehabilitationen eine umfangreiche Gegenleistung erhalten, welche höher als der finanzielle Einsatz ist.

Warum aber sollte nicht endlich eine Krankenversicherung eingeführt werden, die – wenn sie überhaupt Pflicht sein muß – wie bei einer Kfz-Versicherung in Risikogruppen klassifiziert und jahrelanges Gesundbleiben ebenso belohnt, wie sie fahrlässige Selbstverstümmelung bestraft?

7 Antworten

  1. Das Problem ist, daß auch Menschen geboren werden, die von Anfang an nicht gesund sind oder die risikostärkere Arbeiten zum Lebensunterhalt ausführen müssen. Es können nicht alle Sachbearbeiter am Schreibtisch sein. Zudem ist es sicher schwierig, all die Ausschlüsse von den Versicherungsleistungen im „Kleingedruckten“ unterzubringen oder die galloppierende Dummheit der Leute vorherzuahnen, all die Trends zur Selbstverstümmelung, die irgendwie in Mode sind. Dazu kommt die Mitgefühligkeit der Leute. Wenn sich einer bei Gottschalk selbstverstümmelt, genießt er das Mitgefühl der Nation. Ein neuer Held, der sich beim Salto Mortadella lähmte, aber ein guter Junge, immer nett und Rentner hat er auch nie geschubst.

    Aber Schadenfreiheitsklassen in der Krankenversicherung. Das wär doch was.

    • Es gibt oder gab Leute, die verborgten ihre Krankenkassenkarten an ausländische „Freunde“, die zu Besuch waren, oder Ärzte haben aufwendige Operationen für Ausländer auf irgendwelche Krankenkassen gebucht. Das ist ein Schindluder auf Gemeinschaftskosten, der getrieben wird.

      Sicherlich ist eine Pflichtkrankenversicherung für einen Menschenmassen verwaltenden Staat nicht unbedingt falsch. In einem gewissen Maß sollte aber auch die Eigenverantwortung gefordert sein.

  2. Was ist „falsche“ Ernährung?
    Was ist „gesunde“ Ernährung?

    http://euleev.de/video/336-udo-pollmer-gesunde-ernaehrung-allheilmittel-oder-mythos

    • Pollmers interessante Ausführungen schätzen wir sehr. Aus Sicht der Krankenkassen ist falsche Ernährung eine solche, die zu Krankheiten führt. Zuviel Zucker und zuviel Fett und zuviel Alkohol gehören sicherlich dazu.

  3. Noch eine Anmerkung:
    Ich war mitte der 1990er Jahre mal gewählter Arbeitnehmervertreter im Verwaltungsrat einer BKK. (Geschlossene Betriebskrankenkasse, nur für Mitarbeiter des Betriebes und deren Familienangehörige)

    Dort bekamen wir auch Risiko-Kosten Bewertungen.

    Beispiel Raucher, Lebenserwartung etwa 3-4 Jahre kürzer als Nichtraucher. Die Kosten beim Nichtraucher sind jedoch höher, da er länger lebt und am Ende seines Lebens genauso teuer ist wie der Nichtraucher.

    Am gesündesten waren übrigens Hausfrauen mit Kinder, wobei ich sagen muss, dass bei einer damaliegen geschlossenen BKK kaum Arbeitslose oder prekäre Famlienverhältnisse gab, die Ehemänner waren in Lohn und Brot.

    Gewicht spielt, ausser in Extremfällen, (Unter- Übergewicht) keine Rolle.

    Am teuersten ist i.d.R. das Lebensende eines Versicherten, sozusagen seine letzten 5 Jahre. Aber auch da gibt es Ausnahmen wie der plötzliche Herztod. Dieses Art des sozialverträglichen Frühablebens betrifft aber oft schlanke, athletische, sportliche Mitmenschen, deshalb sind sie auch Vorbild in ihrer Lebensweise.

    Der risikoärmste Sport, in jeder Beziehung, ist übrigens schwimmen, sofern man es kann.

  4. Karl Eduard
    „Das Problem ist, daß auch Menschen geboren werden, die von Anfang an nicht gesund sind oder die risikostärkere Arbeiten zum Lebensunterhalt ausführen müssen.“
    Ja, das ist aber deren Problem.
    Wenn Sie der Meinung sind, eigenes Mißgeschick berechtige zur Ausbeutung Anderer, dann würde mich interessieren, wie Sie diese These begründen.

    • Da ist tatsächlich auch eine Frage, wo man die sprichwörtliche Grenze zieht: Weltweit kommen Menschen durch Ungemach und Mißgeschick zu Schaden – inwieweit muß eine Gemeinschaft der Gesunden und Geschickten für sie aufkommen?

      Verpflichtet die relative Ungefährlichkeit deutscher Schreibtischtätigkeiten die in eine Gemeinschaftskasse einzahlenden Leistungsträger, bspw. die Schußwunden sich bekriegender Kongolesen oder die Seekrankheit somalischer Piraten oder die AIDS-Infektionen polyamorer Bantubanden zu reparieren?

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: