Scheinheilig

I am good

Ein Gschmäckle zum Festtagsbraten: Gegen die Pussy-Geisteskranke, welche bei einer Weihnachtsmesse barbusig und bekleckert auf den soeben gesegneten Altar des Kölner Domes sprang und „Ich bin Gott“ blökte, wird nun „wegen Störung der Religionsausübung (bis zu 3 Jahre Haft) und Hausfriedensbruch ermittelt“.

Als ihre Leidensgenoss_innen vor anderthalb Jahren vor dem Altar des zentralen Gotteshauses der Russisch-Orthodoxen Kirche, der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, gegen „Gottesscheiße“ herumprollten, wurden sie wegen Rowdytums zu zwei Jahren Haft verurteilt. Das Urteil löste beim BRD-Government und dessen Satellitenvereinen hellste Empörung aus, die Sympathie für die Schänder_innen der Russisch-Orthodoxen Kirche wurde von allen Seiten unverhohlen geäußert. Die Bonzen der Lutherstadt Wittenberg schlugen die Gotteslästerer_innen sogar für den sogenannten „Lutherpreis“ vor, wovon auch der ansonsten geistlose Heiner Geißler hellauf begeistert war.

Die BRD-Behörden sind nun in einer Zwickmühle: Einerseits ist der durchgeführte Verstoß gegen § 167 StGB derart gravierend, daß es dafür eigentlich nur die Höchststrafe geben kann, andererseits würde jegliche Verurteilung des Deliktes die Doppelzüngigkeit des westlichen Propagandaapparates offenbaren. Es gibt also nur die Wahl zwischen stillschweigender Strafvereitelung oder höhnischen Moralpredigten aus Rußland. Bei der Verkommenheit der herrschenden Zustände tippen wir auf Ersteres.

Die Reaktionen der Scheinheiligen werden mit Spannung zu verfolgen sein. Dachten wir seinerzeit angesichts der Sympathie- und Verständnisbekundungen für Pussy Riot – auch von kirchlicher Seite – an jene Parabel von Eulenspiegel, wie er den eitlen Pfarrer von Büddenstedt dazu brachte, in seine eigene Kirche zu scheißen, so kam in Köln zu den von der Staatskirche seit Jahren exzessiv betriebenen antireligiösen Ausflüssen nur eine weitere Notdurft hinzu. Daß Erzbischof Joachim Kardinal Meisner diese in sein Gebet mit einschloß, wundert niemanden mehr.

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11 Antworten

  1. Ist die „Störung der Religionsausübung“ eigentlich Offizial- oder Antragsdelikt?

  2. Gibt es eigentlich keine Femen-Aktivistinnen mit großen Brüsten?

  3. […] Scheinheilig. Fundsache, der Vergleich der Kirchenschändung durch Pussy Riot in Russland und die Schändung des geweihten Altars im Kölner Dom jetzt zur Weihnachtszeit. Übrigens sollte Pussy Riot von der evangelischen Kirche der “Martin Luther Preis” verliehen werden. Die konkurrierten mit der Aktion in Regensburg “Saufen gegen Rechts”. Letztlich erhielten die Regensburger Kneipenwirte diesen Preis. rundertischdgf ! Ob die Altarschänderin im Kölner Dom jetzt auch auf der Agenda der möglichen Preiskandidaten 2014 steht oder wandert sie wie die russische Krawallband auch im Knast? Auch in Deutschland gibt es für Kirchen-, Moscheen- oder Synagogenschändungen einen Strafparagraphen. Wobei sicherlich bei letztgenannten Einrichtungen die volle Knastzeit von drei Jahren ganz bestimmt sicher wäre, bei solchen Aktionen in christlichen Kirche könnte die Aktion möglicherweise noch als Kunst durchgehen. […]

    • Sehr geehrte Damen und Herr_Innen, sehr geehrte Frau Naumann

      wie wir uns erinnern, hat die Stadt Wittenberg 2012 die Märtyrer_Innen von Pussy Riot wegen ihres mutigen, künstlerisch und pädagogisch wertvollen Happenings „Gottesscheiße“ in der Erlöserkathedrale für den Martin-Luther-Preis vorgeschlagen.

      Nun ist es neuerlich zu einer herzerfrischenden Provokation im Dom zu Köln gekommen, diesmal durch die Mitgliedin von „femen“, Josephine Witt, die sich bekanntermaßen aus ‚Tänzerinnen‘ und ‚Nachtklubbespaßerinnen‘ gegen cash rekrutieren und von etwas illustren, westlichen NGO’s finanziert werden.
      Diese neuerliche Aktion müßte nun Ihre begeisterte Zustimmung gefunden haben und ich fordere Sie auf, diese mutige junge Dame als Beispiel für engagierte Vielfalt im Kampf gegen Rechts mit dem Preis auszuzeichnen.

      MfG

      • Wir schrieben bereits im Jahr 2009:

        Die Viten der Preisträger zeigen allerdings einen deutlichen Abwärtstrend. Waren es am Anfang noch integere und streitbare Christen wie der SPD-Politiker und Theologe Prof. Dr. h.c. Dr. theol. habil. Richard Schröder (1996) oder der ökonomische Theologe und papstkritische Publizist Prof. Dr. Hans Küng (1999), so ging es mit der „gegen rechts“ politisierenden SPD-Polizeipräsidentin Uta Leichsenring (2001) und der mittlerweile aus der Kirche ausgetretenen evangelischen Pfarrerin und SPÖ-Abgeordneten Gertraud Knoll (2003) über einen Literaten und Kneipensänger (2005) und der Tochter eines religiösen Türken, die in Westeuropa ihr Kopftuch nicht mehr tragen wollte (2007), nun zu einem in die Mitte der Gesellschaft robbenden Antifa-Kader.

        Allerdings folgt der Preis einer gewissen Logik des Namensträgers Luther: „Daß man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.“ Nur, daß bislang noch keine Antisemiten geehrt wurden, sondern Antis aller möglichen anderen Fraktionen, die an der Zersetzung der Gesellschaft mitwirken und andere Menschen verfolgen, denunzieren oder diskriminieren.

  4. „. Daß Erzbischof Joachim Kardinal Meisner diese in sein Gebet mit einschloß, wundert niemanden mehr.

    Seh ich nicht so in diesem Fall. Meisner ist einer der letzten Christen in Deutschland. Er ist definitiv kein Käßmann-Verschnitt, sondern wird allgemein als Reaktionär geschmäht (von mir als Reaktionär geschätzt).
    Dass er die Idiotin in seine Gebete einschließt, tut er einerseits als Zeichen seiner Überlegenheit (was stört es eine deutsche Eiche, wenn eine Wilsau ..). Und andererseits folgt das der Logik der katholischen (allumfassenden) Kirche, die ihm was anderes gar nicht so ohne weiteres erlaubt.

    • Ja, das ist schon klar und aus Sicht der katholischen Kirche nachvollziehbar, die den Sünder erlösen will. Was aber dank Boulevardpresse beim einfachen Volke undifferenziert hängenbleibt, von dessen Mundwerk wir’s zunächst erfahren hatten, war: Nackte Frau mit Ich-bin-Gott-Bemalung auf Altar des Kölner Doms von Bischof gesegnet.

      Und, mal ehrlich, würde uns auch so etwas überhaupt noch verwundern?

    • Solange sich niemand traut, den „Fo…n-Aufstand“ in einer Moschee oder Synagoge aufzuführen, ist die Frontlinie klar: die „Verkommenheit der herrschenden Zustände“ soll für die Vernichtung des Christentums und seiner örtlich noch vorhandenen Dominanz genutzt werden.

      Solange man für so etwas aber auch noch „betet“, hat man nichts begriffen vom Ernst der Lage und macht sich mit-schuldig an der Verharmlosung der Christen-Hatz rund um den Globus, sei sie getarnt als „Kunst“ oder „Happening“, sei sie offen geführt als „Heiliger Krieg“. Gerade von Kardinal Meisner hätte man daher mehr erwartet als diese Zweideutigkeit!

      • Volker hat schon Recht, daß der Kardinal aus der Situation das Beste gemacht hat: Die viehische Erscheinung mit Nichtachtung strafen, zur Tagesordnung übergehen und durch geübte Nachsicht zeigen, daß man über den Dingen steht. Er ist sicherlich einer der wenigen Christenpriester, die – metaphorisch – nicht in die eigene Kirche kacken. Unser letzter Satz ist in dieser Hinsicht wohl etwas undifferenziert.

  5. „Daß Erzbischof Joachim Kardinal Meisner diese in sein Gebet mit einschloß, wundert niemanden mehr.“

    Nun, Eulenfurz, wir alle wissen um die Gründe, warum derlei Gesindel christliche Objekte für ihre Niedertracht und Geistfeindlichkeit aussucht: Es ist vollkommen gefahrlos und sorgt für begeisterte Zustimmung bei der genauso hirnlosen, grünrotlilanen Mainstreamjournaille.

    Imho wäre es nützlicher, endlich mal klare Kante zu zeigen, z.B. mit einer hübschen Videoperformance, die unsere Heldin, das Frollein Witt zeigt, wie ihr 1000 Peitschenhiebe à la Saudistan als erzieherische Maßnahme verabreicht werden.

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