Gleich und gleicher

Ströbele Mahler Schily

Fünf Jahre ist es her, als Polizeioberführer Mannichl von einem braunen Schlangenmenschen mittels eines auf Mannichls Fensterbank bereit liegenden Lebkuchenmessers totgemessert wurde. Der Schlangennazi entschwand zischelnd ins Weihnachtsmärchenland und der Polizeioberführer wurde befördert. Denn nicht jeder ist so mutig, Opfer eines brutalen Rechtsextremisten zu werden, und das auch noch mit dem eigenen Messer.

BRD-Kanzlerin Angela Merkel sprach damals von einem „Angriff auf uns alle“. Bund und Länder müßten rechtsextremistische Strukturen „weiter entschieden bekämpfen“. Bei diesem Kampf sei aber nicht nur die Politik, sondern auch die gesamte Gesellschaft gefordert. „Vor allem bedarf es der Zivilcourage, um den Rechtsextremismus überall da zu bekämpfen, wo er sich im öffentlichen Raum zeigt“.

Nun sind kurz vor Weihnachten gleich 120 Polizisten verletzt worden, 19 davon schwer. Von Personen, die in der einstmals bürgerlichen Frankfurter Allgemeinen Zeitung liebevoll „Aktivisten“, „Autonome“ und „Demonstrantengenannt werden, und welche für den illegal angeeigneten Fremdbesitz „Rote Flora“ und für ein „Bleiberecht für alle“ randalierten. Kein „Angriff auf uns alle“-Wort von Merkel oder dem BRD-Präsidenten Gauck nach den blutigen Ausschreitungen, kein umfassendes Plädoyer für die Bekämpfung linksextremer Strukturen.

Joachim Gauck forderte hingegen in seiner Weihnachtsansprache – in Übereinstimmung mit den Drohungen der meuchelnden „Aktivisten“ – ebenso ein Bleiberecht für alle: „Machen wir unser Herz nicht eng mit der Feststellung, daß wir nicht jeden, der kommt, in unserem Land aufnehmen können“. Deshalb soll fortan jeder, der Lust hat, im Schloß Bellevue beherbergt und auf Gaucks Kosten durchgefüttert werden. Parallel dazu soll eine Gesetzesinitiative in Gang gebracht werden, nach der jeder Steuerzahler selbst entscheiden kann, ob er einen Bundespräsidenten Gauck durchfüttern, ihm Hunderttausende Euro Gage zahlen und ein Schloß zur Verfügung stellen will oder nicht.

Als einer der ersten echten politisch Verfolgten, die in der BRD je Asyl suchten, soll noch Ende Dezember der Menschenrechtler Edward Snowden nach Deutschland einreisen dürfen. Angela Merkel möchte den Freiheitsblogger unter ihrem Weihnachtsbaum höchstpersönlich mit selbstgebackenem Streuselkuchen bewirten. Der BRD-Propagandaapparat bedauerte es allerdings, daß alle Mitleids- und Humanitäts-Worthülsen für milliardenschwere Oligarchen und prollende Vaginal-Flittchen verschossen wurden, so daß für echte politisch Verfolgte leider keine einzige Krokodilsträne mehr zur Verfügung stünde.

Existent sind sowieso nur jene Erregungen, welche der Medienapparat initiiert: Während der in Rußland amnestierte Finanzhai Michail Chodorkowski bei Google-News 716.000 Treffer erzielt und die kirchenschändenen Pussy-Riot-Punker 154.000.000 Treffer, kommt der in der BRD für provokantes Heil-Hitler-Gebrülle (bei Pussy-Punkern nennt man sowas „künstlerische Performance“) zu 12 Jahren Haft verurteilte und immer noch nicht begnadigte altlinke Neonazi Horst Mahler auf ganze 9 Treffer. In einem der Beiträge erfährt man immerhin nebenbei über den für seine Bewacher „unrühmlichen“ Fauxpas, daß der Inhaftierte während seiner Haftzeit heimlich ein Memorandum schreiben und aus dem Gefängnis schmuggeln konnte. Wahrlich eine Schande!

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2 Antworten

  1. Ist zwar OT, muss aber sein:

    Vor einem Jahr haben wir erfahren, auf welch seltsame Weise die „Bekenner-DVDs“ im Wohnmobil zutage getreten sind. Die wurden nicht bei der Durchsuchung am 04.11.2011 gefunden, sondern erst einen knappen Monat später, am 1. Dezember 2011, entdeckten BKA-Beamte offenbar bei einer Nachuntersuchung des Rucksacks die Innentasche. Sie fanden darin sechs DVDs, die in durchsichtigen Kunststoffhüllen verpackt waren. Alle Scheiben trugen den Aufdruck des inzwischen bekannten sogenannten Bekennervideos des NSU.

    Als sich in den Folgewochen mehrere Blogs über diesen seltsam sauberen Rucksack lustig gemacht haben, dämmerte den GenossInnen der Schutz- und Sicherheitsorgane, dass man vor Gericht nicht diese groben Unfug auftischen sollte … sondern noch gröberen.
    Hier ging das ganz einfach. Die mussten keine unbrennbaren Papiere produzieren, sondern nur die Zeugen instruieren. Z.B. Zeuge „Sche.“, der auftragsgemäß nunmehr nicht den Rucksack-Unsinn ausgesagt hat, sondern die neu erfundene Version, man habe noch im Wohnmobil drei USB-Sticks mit den Bekennervideos gefunden und lose DVDs, wo Bekennervideos und Vorversionen drauf gewesen seien.

    Und wir sind gespannt, welchen Wust von Lügen, Fälschungen und Tatsachenverdrehungen die uns nächstes Jahr auftischen werden.

  2. […] Gleich und gleicher. Fundsache beim Satireauftritt “Eulenfurz”. Weil wir die nicht kennen, wissen wir auch nicht, ob sie es ernst meinen oder nicht. Lesenswert ist diese Satire auf die erbärmliche Heuchelei, die in unserem Land vorherrscht, schon. Wir befürchten, daß es auch 2014 so weiter geht. […]

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