Schwarzfahrer

Find the fare dodger

Rassismus im Bus“ und „Rassismus im Alltagschlagzeilt ein Berliner Boulevardblatt. Was war geschehen?

Drei „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ saßen in einem Bus der Berliner Linie X 21 „auf der letzten Bank ganz hinten“, so berichtet der schockierte Augenzeuge Dennis Wendländer (19). Plötzlich habe der Busfahrer die Türen geschlossen, stand von seinem Sitz auf und ging zu den Jugendlichen. „Er fragte nach den Tickets, stellte fest, dass die nicht abgestempelt waren. Der Mann forderte das Trio deswegen auf, den Bus zu verlassen.

Die Migrationshintergründler „ließen sich zuerst auf ein Wortgefecht ein“, verließen dann aber den Bus, dabei „den Busfahrer als Nazi beschimpfend“. In diesem Moment habe der „ausländerfeindliche Busfahrer“ den verhinderten Schwarzfahrern nachgerufen: „Seid froh, dass ich nicht an der Macht bin, dann würde hier einiges anders laufen mit euch Gesindel!

Dennis Wendländer, der auch Mitglied der Reinickendorfer LINKEN ist, war nach eigenen Angaben „geschockt“ über den „Faschistischen Busfahrer“ und beschwerte sich bei der Berliner Verkehrsgesellschaft BVG. Die will nun den Vorfall prüfen: „Der Satz des Busfahrers, wenn er denn so gefallen sein sollte, hätte schwere Konsequenzen. Das gäbe mindestens eine Abmahnung“. Keine Konsequenzen hingegen habe es, daß der Busfahrer das bei bandenmäßiger Beförderungserschleichung ertappte Trio hat laufen lassen, anstatt ein Bußgeld einzufordern.

Die edle Rasse der Schwarzfahrer mit Schimpfworten wie „Gesindel“ rassistisch zu beleidigen, ist ein Volksverhetzungs-Verbrechen, welches nach § 130 StGB mit mindestens 2 Jahren Zuchthaus geahndet wird. Der getreue Denunziant hingegen, welcher nach dem Vorkommnis in seinem Kinderzimmer das Schreiben aufsetzte: „Liebe Obrigkeit, ich bringe despektierliche Aussagen zur Anzeige“, soll mit dem Zivilcouragekreuz II. Klasse ausgezeichnet werden.

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5 Antworten

  1. Was sollte denn der Dennis (19) machen? Die Migros darauf hinweisen, dass sie wie alle anderen den Fahrpreis zu bezahlen haben und dass es widerlich ist, den Busfahrer Nazi zu nennen, weil er sie erwischt hat? Dann könnte sich Dennis (19) ja auch gleich den Schädel selber einschlagen.

    • Er hätte einfach die Fresse halten sollen. Nur weil er Deutscher ist, und es scheinbar in Euren Genen so veranlagt ist, muss er sich auch nicht als Denunziant betätigen !

  2. (…) Und das nicht ohne Grund, denn es verging kaum eine Woche, in der die Times nicht einen Bericht darüber brachte, wie irgend ein so kleiner, leisetreterischer Lauscher – “Kinderheld” war die gängige Phrase dafür – eine kompromittierende Bemerkung mitgehört und seine Eltern bei der Gedankenpolizei denunziert hatte. (…)

    George Orwell, 1984

  3. Denunziantentum muß sich wieder lohnen.

  4. Man muß nicht extra George Orwell bemühen, wo doch ein Blick in die jüngere deutsche Geschichte völlig ausreicht.

    Stasi auf dem Schulhof

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