Quotenhumor

taz Wahrheit Lüge

Der nordrhein-westfälische AfD-Vorsitzende Alexander Dilger bekam vor einiger Zeit eine telefonische Anfrage von der Journalistin Simone Schmollack, welche für den Quotenverein pro-quote mit dem Slogan wirbt: „Weil es mit Frauen an der Spitze viel humorvoller ist.

Dilger zeigte allerdings wenig Humor und antwortete, daß er es „wegen der negativen Erfahrungen insbesondere mit dem stern“ und angesichts „von erfundenen und entstellten Zitaten durch Kollegen von Ihnen“ bevorzugen würde, die Fragen schriftlich beantworten oder zumindest ein aufgezeichnetes Gespräch vor der Veröffentlichung freigeben zu wollen. Schmollack schmollte „und verzichtete auf weitere Fragen“.

Doch dann las Dilger über sich in der Printausgabe der taz und auch Online unter der Schlagzeile „Volle Kraft zurück“, er sei ein „bekennender Schwuler“, der die Homo-Ehe fordere. „Auf dem schwul-lesbischen Straßenfest im vergangenen Juni in Berlin sammelte er Unterschriften für die AfD – mit dem Hinweis, dass die Partei ,ohne Vorbehalte‘ zur Homo-Ehe stehe.

Der glücklich mit einer Frau verheiratete Dilger stellte auf seinem Blog klar, daß er weder homosexuell noch gar ein „bekennender Schwuler“ sei und auch nicht auf schwul-lesbischen Straßenfesten Unterschriften für die AfD sammle. Auch habe er nie behauptet, daß die Partei AfD die Homo-Ehe vorbehaltlos unterstütze.

Und die taz? Der Online-Artikel „Volle Kraft zurück“ ist gelöscht. Dafür findet der Suchende eine lapidare Richtigstellung: „Das war alles falsch. Entschuldigung. Die Redaktion“. Ohne Begründung, wie es zu diesem Fauxpas kam. Dilger funkt zurück: „Entschuldigung akzeptiert.“ Kann ja mal passieren. Solcherart Qualitätsjournalismus muß man eben mit Humor nehmen!

Screenshot: Fließtext sinngemäß gekürzt.

5 Antworten

  1. Dabei ist die „Richtigstellung“ noch nicht mal richtig richtig. Schließlich ist Dilger tatsächlich Ex-FDPler.

    PS: Hat Ines Pohl eigentlich ihre Kommune zu „Spende für Thilo“ aufgerufen? Nicht, dass die 20.000 € dem quasiinsolventen Siffblättchen noch das Genick brechen.

    • Danke, wir wußten gar nicht, wie die Chefredakteur_in heißt. Zunächst überfliegen wir bei Wikipedia (erster Google-Treffer), daß Frau Pohl zur Journalistin des Jahres 2009 gewählt wurde, im zweiten Google-Treffer wird sie zitiert:

      Fakt sei, dass Rösler der „taz“ ein Interview gegeben habe, „dass ihm später im Wahlkampf schädlich zu sein schien“, erklärt Pohl in ihrem Text im Hausblog.

      Das Erste, was man von dieser Ober-Qualitätsjournalistin liest, ist ein Rechtschreibfehler. Das sagt doch schon alles!

  2. Die Leser solcherart von „Qualitätsjournalismus“ sollten sich mal an die eigene Nase fassen. Wer sich zu so etwas hergibt, dem sollen die Leser davon laufen! Denn Qualitätskontrolle scheint es dort nicht zu geben.

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