Werbespott

Welchen Erkenntnisgewinn zieht man aus den Wahlwerbespots von Parteien, wenn Filmsequenzen bei Bildagenturen gekauft werden, um mit beliebigen Schauspielern für vorgeblich authentische Ziele zu werben? Worin sollte sich die Parteienwerbung unterscheiden gegenüber Werbung für Dosenspaghetti, Damenunterwäsche oder Staubsauger?

Nachdem herauskam, daß die NPD ebenso wie die FDP und ein finnischer Quarkproduzent in ihren Werbesendungen die gleiche glücklich radelnde slowenische Familie benutzen, stellt sich die Frage, wie authentisch die anderen Darsteller in dem NPD-Werbespot eigentlich sind.

So fällt insbesondere bei dem Darsteller „Holger Apfel“ auf, daß er die Hand zwanghaft nach vorn streckt, um das im diesjährigen Wahlkampf bei allen Parteien so unsäglich bemühte „Sie“, „Wir“, „Du“ oder „euch“ zu schwurbeln. Darstellerin „Sigrid Schüssler“ hingegen schlenkert vor der Kulisse eines trostlosen Militärgeländes lustig herum, bevor ein rumänisches Quartett Werbung für einen Sommerurlaub in Kanada macht.

Die NPD ist ebenso glücklich wie die FDP: Geld und Aufwand gespart und trotzdem den billigen Quark an das fernsehglotzende Stimmvieh gebracht. Die slowenische Familie hingegen ist zu bedauern. So hatte der Bundesverfassungsschutz ihre Konterfeis bereits in das NSA-Computersystem zur biometrischen Erfassung potentieller Rechtsterroristen übertragen, die Bundeszentrale für politische Bildung sie in einer Veröffentlichung als warnendes Beispiel neonazistischer Verkehrssünder abgebildet und die Antifa während einer vom DGB finanzierten Slowenienreise an deren Wohnhaus die Scheiben eingeworfen und die Fahrräder demoliert.

Eine Antwort

  1. eulenfurz weiß mehr: Hatten wir bereits vor 7 Tagen berichtet, daß der „Bundesverfassungsschutz ihre Konterfeis in das NSA-Computersystem zur biometrischen Erfassung potentieller Rechtsterroristen übertragen“ habe, schlagzeilen die Medien erst seit gestern: „Im Zuge der NSA-Affäre gerät nun das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Erklärungsnot. Offenbar hat auch der Inlandsgeheimdienst regelmäßig vertrauliche Daten an die NSA geliefert.

    Mit uns immer (mindestens) eine Woche voraus!

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