Die Alternative?

Blauer Blumenstrauß

Im eulenfurz-Studio ist heute Max Mustermann, der uns erläutert, warum er bei der Bundestagswahl dafür plädiert, die Partei Alternative für Deutschland (AfD) zu wählen.

eulenfurz: Guten Tag, Herr Mustermann.

Mustermann: Hallo! Ich freue mich, hier bei euch sprechen zu dürfen.

eulenfurz: Ja, also eigentlich haben wir mit Parteien nicht viel am Hut. Obwohl die sich gern als bunt und interessant positionieren, sind sie doch gähnend langweilig – also ein Abklatsch der pseudovielfältigen Mainstream-Gesellschaft. Soziologisch interessant ist bestenfalls der simulierte Widerstreit. Wir wollen hier auch keine Wahlempfehlungen äußern, gehören zu unserem geschätzten Publikum doch Leser jeglicher Couleur, auch von ganz rechts bis ganz links.

Mustermann: Natürlich, das weiß ich. Deswegen will ich auch überhaupt nicht die Thesen und Themen der Parteien gegeneinander aufwiegen, sondern eher auf Strategisches zu sprechen kommen.

eulenfurz: Na dann mal los, sprechen Sie für Ihre Partei.

Mustermann: Nein, die AfD ist nicht meine Partei, ich bin noch nicht einmal Mitglied. Aber ich glaube, daß mit der AfD eine Organisation mit konservativen Grundwerten seit Dekaden, also sagen wir mal, seit der CSU unter Franz-Josef Strauß, mal wieder die Möglichkeit hat, in den Bundestag einzuziehen.

eulenfurz: Schön und gut, und wenn überhaupt – was würde das bringen? Ein Schattendasein als kleine Stänkertruppe?

Mustermann: Warum nicht? Oder vielleicht als konservatives Korrektiv in einer Regierungskoalition? Oder als Korrektiv für die Unionsparteien, sich in Zukunft nicht zu sehr von ihrer konservativen Wählerbasis zu entfernen? Diesen Nutzen hätte die AfD sogar, wenn sie nicht in den Bundestag einzöge, aber der CDU wichtige Prozentpunkte wegnähme. Und sie bekäme für jede Stimme Wahlkampfkostenerstattung, also Geld, mit dem wiederum Kampagnen durchgeführt werden könnten.

eulenfurz: CDU hin oder her, und ob CDU an der Macht oder SPD, was macht das für einen Unterschied? Und wie konservativ ist überhaupt die AfD? War nicht erst kürzlich ein AfD Bundestagskandidat mit einer Kreisverbandssprecherin namens Bouchra Nagla bei einem islamischen Fastenbrechen, bei welchem sie, so wörtlich, die „Pluralität der religiösen Gruppen und kulturellen Interessen“ als eine Bereicherung für ihre Gemeinde pries? Phrasenschwein, ick hör dir tapsen!

Mustermann: Das ist ihre persönliche Meinung, und die soll sie doch äußern dürfen, auch wenn ihr Verständnis von Vielfalt angesichts des frappierenden Kulturverfalls in der globalisierten, gleichgeschalteten Welt sehr eigenartig ist. Im Übrigen bin ich aber auch dagegen, sich des bei Linksextremisten so verbreiteten Kontaktverdachtes zu befleißigen, daß, wenn jemand mit einem anderen spricht oder ihm aus irgendeinem Grund auf die Schulter klopft, er damit automatisch dessen möglicherweise extremistische Weltanschauung teilt.

eulenfurz: Aber wieso AfD? Gibt es nicht für Leute mit sozialen Ambitionen linke Parteien, für Menschen, welchen der Schutz der Familie, der Nation, der Tiere oder des Mittelstandes wichtig ist, nicht jeweils die passende politische Organisation? Ist die AfD nicht eine reine Anti-Euro-Partei?

Mustermann: Natürlich ist Wirtschaftspolitik ihr Hauptthema, aber auch sonst die Bewahrung von Bewahrenswertem. Sie ist vergleichbar mit der SPD der 1950er Jahre oder mit der CDU der 1980er. Zumindest steht sie für Themen, und das ist angesichts der Inhaltsleere der anderen politischen Parteien schon viel.

eulenfurz: Ja, das stimmt. Sehr positiv aufgefallen sind uns die Wahlwerbesendungen im Muppetshow-Stil. Das hebt sich von den nichtssagenden Lifestile-Werbesendungen mit je nach Bedarf grimmigen oder glücklichen „Ich bin einer von euch“-Statisten doch deutlich ab.

Mustermann: Das haben auch ihre Gegner mitbekommen. Nicht umsonst gehen die Extremisten vom linken Rand so gewalttätig gegen die AfD vor.

eulenfurz: Aber die Medienberichterstattung ist doch zurückhaltend bis wohlwollend?!

Mustermann: Die paar wohlwollenden Kommentare in etablierten Zeitungen, die dürften von den letzten Gelegenheits-Journalisten stammen, die noch nicht vom schimmelpilzlinken Medien-Mainstream verdrängt wurden. Aber man kann der AfD auch schwerlich Extremismus vorwerfen, bestenfalls können das welche, deren eigenes politisches Koordinatensystem in totalitären Ideologismen verfangen ist und die wohlkalkuliert jene Beißreflexe bedienen, welche den pawlowschen Antifaschismus-Konsumenten antrainiert wurden.

eulenfurz: Nun ja, totalitär erscheinen uns so manche Strukturen, und unser Blog ist bekannt dafür, derartige Tendenzen eulenspiegelig aufzugreifen. Wie sinnvoll sind Wahlen überhaupt?

Mustermann: Wer den Ansatz verfolgt, daß das „verhaßte System“ schnellstmöglich wirtschaftlich zerbrechen soll, muß natürlich Linke wählen. Wer Gutmenschen derart eins auswischen will, daß sie früher oder später von Migranten zusammengeschlagen werden oder an Political-Correctness-Regularien ersticken, sollte Grüne wählen. Und wer der Anti-Rechts-Industrie mit Millionensummen finanziell unter die Arme greifen will, muß Wahlkampf für die NPD machen.

eulenfurz: Klingt zwar grotesk, aber nachvollziehbar. Gut, dann gleich zur Grundsatzfrage: Warum liberalistische, parlamentarische Demokratie? Ist diese wegen ihrer barbarischen Vergangenheit, vor allem dem weltumspannenden Kolonialismus mit dessen Millionen Toten und Ausgeplünderten und Entwurzelten überhaupt noch tragbar? Die Hunderten auf dem ganzen Erdball angezettelten Kriege nicht zu vergessen … Ist der Parlamentarismus diskreditiert?

Mustermann: Das geht aber jetzt schon sehr ins Philosophische. Klar: Ein guter und weiser Monarch ist besser als eine korrupte Bande, die einen Verfassungsstaat okkupiert hat und die Floskel von „Demokratie und Freiheit“ zur geistigen Knebelung und wirtschaftlichen Ausplünderung ihrer Untertanen mißbraucht. Aber ein Forum ehrbarer Bürgervertreter ist wiederum allemal besser, als ein wüster Diktator. Und der unbestreitbare Vorteil der Demokratie ist, daß die Betroffenen wählen oder abwählen können – falls sie das wegen der psychischen Knebelung durch eine allumfassende Medienpropaganda überhaupt noch vermögen.

eulenfurz: Ein Forum anständiger Bürgervertreter kann man die derzeitigen Politikerdarsteller aber wohl nicht nennen, mit ihrer Floskelsprache, ihrem PC-deutsch und ihrem aalglatten Auftreten. Eher Selbstbereicherer, Arschkriecher, mittelmäßigste Mittelmäßige. Die einzigen markanten Gestalten mit echten Ansichten findet man doch eher im extrem linken oder rechten Spektrum, aber dort tummeln sich auch viele gestrandete Existenzen.

Mustermann: Das spannende ist, daß die AfD aus einem Kolloquium honoriger Professoren entstand, welche sich über das Handeln der regierenden CDU empörten. Also im Grunde anständige Leute, die sich gezwungen sahen, in die Politik zu gehen. Und das ist doch erst einmal nicht unsympathisch.

eulenfurz: Und wer soll die AfD wählen?

Mustermann: Das ist ja gerade das Gute an der AfD, daß sie mit ihrem saturierten Personal für den Kleinbürger, mit ihrem professoralen Vorstand für die Intelligenz und mit ihrem trotzigen Auftreten für Nicht- und Protestwähler interessant ist. Ihr Aufhänger ist das Thema, mit dem alle tagtäglich zu tun haben: Das Geld in der Tasche. Doch trotzdem, und das ist auch bemerkenswert, kann sie Menschen ansprechen, denen immaterielle Werte auf den Ebenen zwischen Individuum und One-World wichtig sind: Christen, Familien, Nationale, Regionale.

eulenfurz: Schön und gut, dann bekommt sie also 90 Prozent der Stimmen?

Mustermann: *lacht* Nein, gewiß nicht, auch wenn ihr diese eigentlich zustünden …

eulenfurz: Ihrer Meinung nach!

Mustermann: … aber der Wähler ist ein Gewohnheitstier und – mal ehrlich – von der bislang noch fröhlichen Talfahrt in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Abgrund spürt der Einzelne noch nicht viel. Das Fressen und Feilschen geht auch nach der Wahl weiter, so oder so. Aber vielleicht ist die AfD ein Anfang, das Unbehagen zu bündeln, das jeder doch irgendwie in sich spürt.

eulenfurz: Na, dann wünschen wir Ihnen einen schönen Wahltag.

Mustermann: Ja, ebenso. Und nicht vergessen: Kräfte bündeln *zwinker*!

eulenfurz: Na, na, keine Werbung! Also auf Wiedersehen und Danke für das Gespräch.

Mustermann: Wiedersehen, ich habe zu danken.

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