Stasi hoch zehn

Freiheit ist Sicherheit

Ein ehemaliger Stasi-Offizier beneidet die technischen Möglichkeiten der demokratischen Vorzeigedemokratien zur Totalüberwachung ihres Stimmviehs: „Für uns wäre dies die Erfüllung eines Traums gewesen.

Der Schriftsteller Iljia Trojanow klagt nun in der Neuen Zürcher Zeitung: „Auch wenn wir manches gewusst und vieles befürchtet haben, das Ausmass ist atemberaubend.“ Vor seinen „verbundenen Augen“ habe „sich ein Paradigmenwechsel vollzogen, der das Selbstverständnis unserer gesellschaftlichen Werte infrage stellt.

Im Gegensatz zu einem normalen Überwachungsstaat gingen die „Behörden nicht mehr von einem verdächtigen Individuum aus, dessen Verhalten und Kommunikation zu überwachen ist, sondern von einer verdächtigen Gesellschaft“, welche pauschal durchleuchtet werde, um subversive Elemente herauszufischen.

Dabei würden Geheimdienste nicht transparent agieren, auch wenn die Demokratoren pausenlos „Transparenz“ und „Offenheit“ über ihre Leitmedien beschwören und sogar palettenweise „Demokratiepreise“ an beflissene Untertanen verteilen, sondern leisteten den Machthabern Dienste jeglicher Art: „Es geht nicht um Ermitteln, sondern um Diskreditieren und Kompromittieren – mit allen Mitteln der Manipulation. Der ,Staatsfeind’ muss isoliert oder eliminiert werden. Jedes Mittel ist erlaubt.

Natürlich geht es für einen Geheimdienst auch um Ermittlung und Lageeinschätzung, ob und inwieweit eine „schmutzige“ Maßnahme zum Einsatz kommen soll, welcher Feind sofort isoliert oder eleminiert werden muß, wer nur dikreditiert oder kompromittiert werden braucht, oder wer für eine False-Flag-Inszenierung taugt.

Die Stasi wäre in ihren umfangreichen Akten über ihre Millionen Überwachungsobjekte erstickt, wird immer wieder behauptet. Bei den Westgeheimdiensten aber seien „6,5 Millionen mal mehr Daten pro Person“ gespeichert, als bei der DDR-Stasi. Der BRD-Innenminister Hans-Peter Friedrich meinte dazu lapidar, was technisch möglich sei, würde eben auch genutzt. Welch ein Glück, konstatiert Trojanow, daß ein Mann mit dieser Haltung technokratischer Schicksalsergebenheit nicht Verteidigungsminister ist!

Einen schönen Merksatz sagt der Schriftsteller über jene Biedermänner, die sich vor der Totalüberwachung nicht fürchten:

Überschreite nicht die Grenzen des (kreuz)braven Geschmacks, dann hast du auch nichts zu befürchten – dies gilt dem Biedermann seit je als Losung . Wer aber nichts zu befürchten hat, der hat auch nichts zu sagen.

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2 Antworten

  1. […] Stasi hoch zehn. Fundsache bei “Eulenfurz”. Anklicken, der Aufsatz beschreibt die Wirklichkeit. Wir fügen nur hinzu, damit wird auch das Profil einer Massengesellschaft erkannt und entsprechend gesteuert. […]

  2. „Dabei würden Geheimdienste nicht transparent agieren“…

    Ähm, wie heißen diese Dienste?

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