Rechts-Anwalt

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Daß Rechtsanwälte Rechte vertreten sollen, ist offenbar ein weitverbreitetes Mißverständnis. Es dürfte klar sein, daß sich die Verteidigung politisch subversiver Elemente, für die man eigentlich auch den Gerichtsprozeß einsparen kann, „nicht gehört“.

Die Rechtsanwältin Anja Sturm muß nun Verantwortung für ihr unbedachtes Handeln übernehmen und persönliche und berufliche Konsequenzen tragen. Nachdem ihre Integrität auch medial in Frage gestellt wurde, mit symbolischer Ausstrahlung für ähnlich tickende Kollegen, liegt es nahe, daß sie sich offiziell einer Läuterung zu unterziehen hat:

Die Aufgabe einer laut überholter Rechtsstaatsprinzipien leider immer noch angeklagten Gesellschaftsschädlingen zuzubilligenden Pflichtverteidigung ist es, sich von den Delinquenten bis zu deren Aburteilung öffentlich zu distanzieren und diese zu Reue-Inszenierungen, Buß-Ritualen und freudiger Annahme des Verurteilungsspruches zu bewegen!

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3 Antworten

  1. Wie ein ordentlicher Schauprozeß abzulaufen hat, wissen wir alten Speigel-Leser ja schon seit Jahrzehnten: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45548044.html

    Zitat:
    „…Tatsächlich hatten die Angeklagten alles, was sie aussagen sollten, eingepaukt bekommen, ebenso wie der Gerichtsvorsitzende Dr. Novák und der Generalstaatsanwalt Urválek. London in seinem Buch über die Hauptverhandlung: „Die Fragen des Staatsanwalts und des Präsidenten werden genau in dem Augenblick gestellt, der in meinem Protokoll vorher angezeigt ist. Sie wiederholen Wort für Wort das, was ich aus meinem Text kenne … Kein geändertes Wort! Kein Zögern! Auch sie haben ihren Text gut gelernt. Keine Fragen meines Verteidigers! Die sind in dem Szenario nicht vorgesehen.“ “

    Eine Anwältin, die ihre Rolle in dem inszenierten Spiel nicht gut genug spielt, hat die Folgen sich selbst zuzuschreiben.

    Wenn allerdings die Justiz diesen Weg konsequent weiter geht, wirds manchmal schwarzhumorig: (Ich zitiere weiter aus der alten Speigel-Ausgabe)

    „Die Prozeß-Regie der Russen scheut mörderische Späße nicht. Gehörte zu den Organisatoren der ersten Anklage gegen London noch der damalige stellvertretende Sicherheitsminister Karel Sváb, so ist derselbe Sváb im zweiten Teil der Untersuchung Mitbeschuldigter. Er, der Kenner der Verhörmethoden, gesteht von Anfang an. (Er wird zusammen mit Slánský gehenkt.)“

  2. Die damaligen Anwälte der RAF haben es zum Teil bis in den Bundestag und Ministerämter geschafft. Das wünsche ich mir auch für Frau Sturm.

    • Da ist nur der kleine, aber feine Unterschied: Die solidarisierten sich offen mit den Terroristen bzw. kamen aus der gleichen politischen Ecke.

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