Staatsverspottung

Anklagebank

Heer, Sturm und Stahl heißen die Anwälte der NSU-Terrorbraut Beate Zschäpe, welche sich wegen Pflege einer gutbürgerlichen Fassade in einem Schauprozeß mit zahlreichen Zuschauern aus dem In- und Ausland zu verantworten hat.

Der Literat Georg M. Oswald, welcher laut Wikipedia den F.A.Z.-Lesern bislang mit „ironischen Kurzgeschichten über Themen aus der Arbeitswelt“ auffiel, wittert in den Nachnamen der Anwälte eine Naziverschwörung. Zschäpe habe sich die Namen ausgesucht, „um zu provozieren“, denn „Symbolik spielt bei einem Verfahren wie diesem eine große Rolle.

In dem Science Fiction-Magazin Die WELT schreibt er, Rechtsradikale seien „sehr geschickt darin, mit Symbolen zu spielen. Sie tun das schon längst nicht mehr mit Hakenkreuzen und SS-Runen“, sondern mit den Namen ihrer Rechtsanwälte bei ihren Prozessen. Damit wollten sie den Staat verspotten. Auch die Hauptangeklagte im NSU-Prozeß wolle „uns etwas damit sagen“. Ein Terrorist schließlich werde „nichts unversucht lassen, ihm [dem Staat, sic!] Hohn zu sprechen.

Hohn ist, wie angedeutet, ein Gestaltungsmittel rechtsradikaler Symbolik, die immer wieder sehr geschickt zum Einsatz gebracht wird“, meint Oswald. Dies wäre eigentlich für einen Verteidiger Grund genug, „das Mandat niederzulegen“. Andernfalls müsse man vermuten, daß die Anwälte „mit der Instrumentalisierung ihrer Namen einverstanden“ seien. Dies beträfe auch die Reporterin der Frauenzeitschrift BRIGITTE. Wegen ihres Namens Lena Kampf läge der Verdacht nahe, daß diese als Pressesprecherin der braunen Untergrundarmee fungiere.

Oswald deckt aber auch die perfide Vorgehensweise der NSU-Terroristen auf, „indem sie ihre Taten nicht so aussehen ließen, wie ,man‘ sich rechten Terror vorstellt, sondern wie ,türkische Milieumorde‘.“ So heimtürkisch getarnt stellten sich „die Morde des NSU“ den Ermittlern „überzeugend als Gewalttaten unter türkischen Einwanderern dar“. Geschickt habe es die Psychokompanie der NSU-Armee via Fernhypnose verstanden, „die Fantasie der Ermittler zu lenken und die eigenen Ressentiments in deren Köpfe einzupflanzen.

Was allerdings in Georg M. Oswalds Kopf eingepflanzt ist, entzieht sich jeglicher Diagnose.

7 Antworten

  1. Die waren doch alle zu Besuch in Marburg an Tagen, an denen jedes atmende Wesen den psychokontaminierten Feinstaub aus Hessenhexer-Genen einatmen mußte.
    Das ist mein ganz großes Kunst-Projekt, das seit einem Jahr läuft: vom Schloß aus bringe ich meine Gene in den Wind ein, der sie in Marburgs Atemluft hineinweht.
    Die Kontaminierten werden von mir beeinflußt, bis zur kompletten Fernsteuerung habe ich es noch nicht gebracht.

  2. Die Zschäpe war bei der namensmagischen Wahl ihrer Anwälte ja noch viel raffinierter, als Oswald dachte: Nicht nur die Nachnamen der drei Anwälte, sondern auch die Vornamen der beiden männlichen Anwälte sind mit einer unheimlichen Symbolkraft geradezu verstrahlt. Dazu kommt noch die zahlenmagische Wahl von nicht einem oder zwei oder fünf oder fünfzig, sondern von eben genau drei Anwälten (noch dazu im Geschlechtermix eines flotten Dreiers). Da das Terrortrio „die Dame mit den beiden Uwes“ und hier nun das Verteidigertrio „die Dame mit den beiden Wolfgangs“. Welch verhextes Parallelogramm!

    Und man bedenke, die beiden männlichen Anwälte heißen nicht „Kevin“ oder „Lukas“, sondern *lufthol* „Wolfgang“. Ein urgermanischer Name! Über den bei Wikipedie auch noch zu lesen ist:

    „Jacob Grimm versteht den Wolf hier als magisches, heiliges Tier, das den Sieg im Kampf weissagt, und entsprechend Wolfgang als „Heldennamen““..

    All dies, zusammen mit den schon von Oswald aufgedeckten zschäpeschen Hexereien wird, wenn dem kein Riegel vorgeschoben wird, den ganzen Gerichtsprozeß unweigerlich zum Unguten abdriften lassen. Trotz dem Kreuz, das noch über der Türe hängt.

  3. Das ist genau das Problem der männliche Doppelwolfgang und diese,
    nicht näher verifizierbare weibliche Kampfsturm-Abteilung…Entsetzen.

    Diese unfaßbare Tochter des Horst Derrik und der Leni Benjamin macht uns ein Stück weit Sorge und Angst nicht wahr, Ihr Eulenfurze?

  4. … Ihr lieben Eulenfurze 🙂 .

  5. In dem DEFA – Spielfilm „Die gestohlene Schlacht“ beklagt sich der Husar, der mit dem Fangen des Meisterdiebs Käsebier beschäftigt ist.: (Sinngemäß) Das ist ja das Gerissene an dem Käsebier, daß er nicht ausschaut wie Käsebier. Denn wenn er so ausschauen würde wie Käsebier, dann könnte ihn ja jeder fangen! So ist es auch mit dem NSU – Terror, der nicht aussieht, wie solcher aber es garantiert ist. Denn wenn er nach etwas ganz anderem aussieht, wie ein Mafia – Mord, beispielsweise, dann ist das der beste Beweis, daß es eben keiner ist.

    • Absolut gerissen! Wer die Strafverfolgungsbehörden derart perfide täuscht, der hat eigentlich gar keinen Anspruch auf einen fairen Gerichtsprozeß, sondern nur noch auf Kerker und Ketten!

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