Armes Land

vermoegen

Die FAZ berichtet über die Vermögensverteilung in den Ländern der Europäischen (Sowjet-)Union. Demnach haben „amtliche Stellen europaweit in repräsentativen und methodisch vergleichbaren Umfragen das Vermögen der Euro-Haushalte ermittelt. Mit einem mittleren Haushaltsvermögen von 51000 Euro sind Deutsche ärmer als Slowaken, nur halb so reich wie Griechen (102000) und fast notleidend im Vergleich mit Luxemburgern (398000) oder Zyprern (267000).“ Die Deutschen liegen also keinesfalls vorn oder im Mittelfeld – sie sind die Ärmsten im Euroraum!

Der FAZ-Autor Holger Steltzner resümiert, daß die BRD keinesfalls vom Euro profitiert habe, sondern „nach der Euro-Einführung im Pro-Kopf-Einkommen und im Wachstum auf hintere Ränge“ zurückfiel. Mittels eines europäischen Länderfinanzausgleichs (Eurobonds) sollen dennoch „die von ihren Finanzämtern geschröpften Deutschen, Franzosen, Niederländer, Österreicher oder Finnen für die Staatsschulden unsolider Euroländer einstehen, ohne so reich zu sein wie Italiener, Spanier, Belgier, Malteser oder Zyprer.

Steltzner kritisiert, daß von interessierter Seite die mittleren Haushaltsvermögen der Deutschen hochgerechnet werden, indem etwa Rentenversprechen als Vermögen herangezogen werden. „Seit wann werden in einem Umlageverfahren Vermögen gebildet? Der heimische Rentner oder Pensionär mag einen Rechtsanspruch haben, aber aufbringen muss das Altersgeld die nachwachsende Generation aus dem laufenden Einkommen.

Interessant ist auch, daß „nirgends in der Eurozone das Vermögen ungleicher verteilt als in Deutschland“ sei, wie die Differenz zwischen Durchschnitt und Median des Vermögens zeige. Daß die Deutschen so arm seien, habe seinen Grund auch in den Weltkriegen. In anderen Ländern sei über Generationen Vermögen vererbt worden.

Die BRD als Gesamtgebilde ist natürlich reicher als Zypern oder Luxemburg, schon wegen seiner schieren Bevölkerungsmasse und wirtschaftlichen Größe. Der sagenhafte Reichtum der Deutschen rührt offenbar von dem im Ausland gepflegten Bild des deutschen Sozialsystems und großzügigen Sponsors bankrotter Staaten, für welche die deutschen Steuerzahler auf eigene Vermögensbildung verzichten.

2 Antworten

  1. Die Kreuzung zwischen Sündenbock und Melkkuh sei geglückt, meldeten Wissenschaftler schon vor Jahrzehnten. Die Gattungsbezeichnung „Hornochse“ habe man aber zu Gunsten der Bezeichnung „Bundesdeutscher“ wieder fallen lassen.

  2. Da kommt das StaBuA heute mit der irreführenden Schlagzeile: „Arbeitskosten in Deutschland 2012 um 32 % höher als im EU-Durchschnitt“. Doch da werden Äpfel und Birnen für eine propagandistische Überschrift zusammengeworfen. Denn einbezogen sind hier alle osteuropäischen Beitrittsländer mit meist sehr viel niedrigerer Arbeitsproduktivität und dementsprechend niedrigeren Löhnen. Vergleicht man dagegen mit den Ländern der Alt-EU, so liegen die deutschen Arbeitskosten nur um 9 % über den nach Beschäftigten gewichteten durchschnittlichen Arbeitskosten. Sie liegen etwa auf dem gleichen Niveau wie die von Österreich und werden nur von den Krisenländern Irland, Italien, Spanien, Zypern, Griechenland und Portugal unterboten, sowie von Großbritannien, wobei hier das geschwächte Pfund die Relation verfälscht hat. Die deutschen Kosten liegen erst auf dem achten Platz (Abb. 18067).

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