Stuhlgang

Zuschauprozess

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, daß bei Schauprozessen die Teilnahmebedingungen für Zuschauer zukünftig gerechter geregelt werden müssen. So soll beim Prozeß gegen die NSU-Terrorbraut Beate Zschäpe und ihre 129 Nazis zählende Braune-Armee-Fraktion ein Kontingent türkischer und afghanischer Prozeßbeobachter teilnehmen. Verteter der türkischen Regierung wollen überprüfen, ob BRD-Gerichte zu rechtsstaatlichen Verurteilungen imstande sind, während Vertreter der Taliban insbesondere die Frage interessiert, was an Vorwürfen wie „Neonazis halfen afghanischer Familie“ wirklich dran ist.

Nach einer passenden Örtlichkeit für den braunen Prozeß wird immer noch fieberhaft gesucht, bevor der Stuhlgang – also der Run auf die Zuschauerränge – beginnen kann. Favorit ist bislang das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Mittels einer Spenden-Tombola sollen jene 12.000 Plätze vergeben werden, die nicht vorab per Quote verteilt wurden.

Vor der Auslosung fordern jetzt auch Mitarbeiter der Zwickauer Biobauern, auf deren Internetangebot sich Zschäpe des öfteren herumtrieb, zwei Außendienstmitarbeiter tschechischer Waffenproduzenten, die Verteter mehrerer Karavan-Hersteller, die Heilbronner Polizeihundestaffel, drei Berliner Dönerkönige, ein Abgesandter des arabischen Textilunternehmens „Thor Steinar“ und viele andere Interessenverbände Sitzplatzreservierungen. Die Plätze an den Gängen sollen allerdings bereits ausgebucht sein.

Wegen des Andranges will das Prozeß-Organisationsteam jedem Zuschauer ein Eintrittsgeld von 10 Euro abverlangen. Ein Gerichtssprecher teilte mit, daß damit die Dixi-Klos und Sicherheitsdienste für die Fanmeile finanziert werden können. Außerdem müßten Reinigungskräfte geordert werden, welche nach der Urteilsverkündungsparty die Unmengen Getränkedosen, Einweg-Grille und Chipstüten beräumen.

Quotenplätze sollen auch zwei Dunkelhäutige erhalten, welche fälschlicherweise der Dönermörderei verdächtigt wurden: „Er hat den 38-Jährigen mit einem gezielten Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Zwei Frauen beobachteten, wie ein dunkelhäutiger Mann zur Tatzeit aus dem Geschäft lief und in einen Wagen sprang, der davor wartete. Angeblich saß ein weiterer Mann hinter dem Steuer. Der Mann im Wagen – vermutlich ein Ford oder Mercedes – gab Gas und brauste davon.“ Die Belegschaft der Ford-Werke will nach Aussage ihres Betriebsrates in Hungerstreik treten, wenn sie nicht geschlossen beim Schauprozeß zuschauen darf.

Stuhltanz bei PPQ

4 Antworten

  1. Prima Artikel !!!

    Übrigens, bei dem Merkel-Foto fällt mir ein, daß zwar immer behauptet wird, sie wäre keine richtige Mutter der Nation – dabei wurde sie doch in Grönland beim Eisberg-Kalben fotografiert… oder ???

  2. Also ich, bzw. meinereiner, vertraue da absolut auf unseren Links… ähh Rechtsststaat, die FDGO, die Unabhängigkeit der Justiz von der Politik, die Sieben Zwerge, die Alliierten und den Weihnachtshasen!
    Die Tschäpe hat doch eindeutig eine KILLERVISAGE, oder?
    Und ja: Rechtsextremisten – besonders solche, die sich als National-SOZIALISTEN bezeichnen, kann ich überhaupt nicht leiden.

  3. Wegen der großen Nachfrage nach Sitzplätzen ist der Prozeß um die Resteverwertung der NSU aufgeschoben worden, was die Fans bayerischer Gerichtspossen doch noch auf eine Fanmeile mit riesen Videoleinwand hoffen läßt.

    DATUM 17.04.2013 – 14:14 Uhr
    QUELLE ZEIT ONLINE, dpa, zz
    MORD-PROZESS
    NSU-Nebenkläger beantragen Video-Übertragung

    [Die Anmerkung]

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