Skurrilcourage

Er kann sich rote, braune, grüne Masken aufsetzen – der Typus des „deutschen Täters“, getreuer Untertan der jeweils herrschenden Propaganda, stirbt nicht aus. Noch nicht einmal sein Stil und sein Habitus ändern sich. 70 Jahre später:

Christen werden hier nicht bedient

Dafür gibt es wie gewohnt auch mediales Schulterklopfen oder monetäre Trostpreise von der Obrigkeit. Erst vor wenigen Tagen bekam eine Regensburger Ausgrenzungskampagne 10.000 Euro für ihre Diskriminierungsaktionen. Der Preis ist nach Luthers unerschrockenem Wort benannt, die Preisverleihung fand in Eisleben statt. In der dortigen St. Andreaskirche forderte Luther schon vor fast 500 Jahren unerschrocken die Ausgrenzung der Juden: „Darum sollt ihr Herren sie nicht leiden, sondern wegtreiben.

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7 Antworten

  1. Es ist eben das gesunde Volksempfinden, das sich Bahn bricht. Das Volk steht auf, der Sturm bricht los, da kann auch das „unerschrockene Wort“ nicht länger die Hände feig in den Schoß legen.

  2. Guter Artikel. Es ist jedoch nicht das Volk, sondern nur ein eher kleiner Teil aus dem Volk und dem „Neuvolk“, das sich hier las Mitläufer bzw. Mittäter präsentiert. Deshalb ist das von viel Spott begleitete Herumhauen auf das Volk nicht von großem Nutzen, um die von den Herrschenden verursachten chaotischen Verhältnisse zu ändern (diese Krik auch an Karl Eduard gerichtet). Ansonsten: Zustimmung!

    • Den Typus des „deutschen Täters“ definieren wir nicht kollektiv (hier: völkisch), sondern auf jene Apologeten bezogen, welche sich gewisser Tugenden befleißigen, die – im guten oder schlechten – als typisch deutsch gelten: Obrigkeitshörigkeit, Technokratentum, Gründlichkeit, Fanatismus, mangelnder Wille zur Selbstreflexion. Die Parallelen zwischen Antisemiten und Antifaschisten sind wirklich frappierend! Der tatsächlich zur Ausführung kommende „deutsche Täter“ macht sicherlich immer nur einen Bruchteil des Gesamten aus, hat aber stets erstaunlich viel Freiraum für sein Schalten und Walten.

      • Von den Tugenden, die Sie aufgeführt haben , ist keine einzige wirklich „typisch deutsch“, wie Sie auf tatsächlich typisch neudeutsche Weise zu suggerieren versuchen. Sie gehen selber so vor wie die, die Sie angeblich kritisieren wollen.

        • Typisch deutsches bei Michael Klonovsky:

          Die typisch deutsche Melange aus Schulmeistertum, Gleichschrittsbedürfnis, gutem Willen und Fundamentalismus erzeugt ein öffentliches Klima, in dem eine geistreiche Bemerkung, ein Apercu, ein Bonmot, eine Sottise nahezu unmöglich geworden sind und nur Bekundungen guten Willens die Schranken der Diskurshüter unbeplärrt passieren dürfen. Der von der richtigen Gesinnung gedeckte Grobianismus hat dafür gesorgt, dass, wer einer eleganten, geistreichen und freisinnigen Plauderei unter Gentlemen lauschen will, sich in alte Bibliotheken zurückziehen muss.

          [Quelle]

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