Rechte Haken

Das Netzmagazin Blaue Narzisse übernahm einmal mehr die undankbare Aufgabe, das Hamburger Hochglanzjournal „Der Spiegel“ zu durchschmökern, um seinen Lesern die allwöchentlichen Quintessenzen chronischen Langweil-Geschreibsels als „Gespiegeltes“ in gebotener Kürze zu übermitteln.

In der dieswöchigen Ausgabe wird sogar im Sportteil hitleristische Bewältigung betrieben: „Es geht um die Unterwanderung der Free Fight-​Szene durch Neonazis“. In einem Interview mit Brandenburgs Verfassungsschutzchefin Winfriede Schreiber berichtet diese über kostümierte Voyeurspielchen in Brandenburgs Wäldern, um den legalen Sportaktivitäten ihrer Bürger auf die Schlichte zu kommen:

Schreiber scheute auch vor ungewöhnlichen Methoden nicht zurück. Als sie von einem Kampftraining erfuhr, das Neonazis in einem Brandenburger Wald planten, postierte sie tagelang Mitarbeiter als Jäger getarnt auf Hochsitzen; Kollegen fuhren als Förster verkleidet mit dem Geländewagen durch den Wald. So konnte sie dokumentieren, wie sich Neonazis im Unterholz gegenseitig rechte Haken verpassten.

Der bundesdeutsche Verfassungsschutz schützt nach eigener Aussage „nicht alles und jedes, was in der Verfassung steht“, sondern „nur die Grundprinzipien unserer Verfassung“. Zu diesen neun Grundsätzen werden die Oppositionsfreiheit, die Chancengleichheit für Parteien, die Unabhängigkeit der Gerichte, das Mehrparteienprinzip, die Gesetzmäßigkeit, die Verantwortlichkeit der Regierung, die Gewaltenteilung, die Volkssouveränität und die Menschenrechte gezählt.

Selbst für den „Verdacht verfassungsfeindlicher Bestrebungen“ müssen laut Bundesverfassungsgericht hinreichend gewichtige tatsächliche Anhaltspunkte für „politisch motivierte, ziel- und zweckgerichtete Verhaltensweisen“ vorliegen, die darauf gerichtet sind, „einen Verfassungsgrundsatz zu beseitigen oder außer Geltung zu setzen“. Inwieweit freiwillige Prügelorgien in Brandenburgs Wäldern diese Kriterien erfüllen, bleibt offen. Im Zweifelsfall betreibt der Brandenburger Verfassungsschutz Steuergeldverschwendung.

Ob die Siegerehrung des Brandenburger Free Fight-Treffens bei der nächsten IM-Sitzung stattfand, wird im Sportteil des Spiegels leider nicht erwähnt. Allerdings wundert es niemanden mehr, daß die freiheitlich demokratische Grundordnung durch Sowjeteuropäische Ausplünderungsmechanismen oder totalitäre Political Correctness ausgehöhlt wird, wenn der Verfassungsschutz damit beschäftigt ist, Halali blasend durch’s Gehölz zu streifen.

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