Folterinstrumente

Musikfolter

Immer wieder werden deutsche Medienkonsumenten mit Hitler und dem NS gefoltert. Viel schlimmer noch aber soll laut Staatsfunk die musikalische Folter sein.

So mußten wir bei einer Bekannten eine Sendung namens „Die dunkle Seite der Musik“ erdulden, welche vom Deutschlandfunk unter dem Label „Aus Kultur-und Sozialwissenschaftenausgestrahlt wurde. Darin ging es einerseits darum, daß muslimische Häftlinge im US-Gefangenenlager Guantanamo Bay „stundenlang und in extremer Lautstärke“ mit teilweise sexualisierten Texten beschallt wurden, auch, um den Inhaftierten „die kulturelle Überlegenheit der US-Kräfte in dieser Situation zu zeigen“. Zu den Folterinstrumenten gehörten Musiker und Musikgruppen „wie Christina Aguillera, David Grey oder Metallica“. Heino war offenbar nicht darunter.

Andererseits geht die Sendung auf ein „besonders dunkles Kapitel der Musikfolter“ ein (gegenüber den anderen, helleren), für welche – na, wer ahnt es – „das nationalsozialistische Deutschland verantwortlich“ ist und das von Häftlingsorchestern wie denen in Auschwitz verübt wurde, denn „stundenlanges Singen oder Musizieren ist körperlich anstrengend“.

Allerdings „hatte Musik eine eigene Bedeutung für die Häftlinge“, nämlich als „Mittel, an der eigenen Identität festzuhalten, der Identität, die dazu bestimmt war, von den Wächtern ausgelöscht zu werden.“ So hätten es Häftlinge geschafft, „sich gegenseitig Lieder“ vorzuspielen, obwohl sie eigentlich schon von der „körperlich anstrengenden“ Musizierfolter völlig erschöpft waren. Jedoch „mussten sie bei Entdeckung damit rechnen, hart bestraft zu werden“, sogar härter, als ein inhaftierter Rechtsrockmusiker heutzutage, der seine Teilhabe am Gefängnischor dazu mißbraucht, verbotene Nazilieder zu grölen.

In den KZ’s habe es sogar „musikalischen Sadismus“ gegeben, wird in der Wissenschaftssendung festgestellt. So mußte ein Klezmermusiker „drei Tage lang hungern“, um am vierten Tag bei einer SS-Party auf einem Tisch mittels Akkordeon den braunen Durchhalteschlager „Es geht alles vorüber“ zu intonieren. „Als er mit seinem Akkordeon dieses und andere Lieder spielte, zwangen sie ihn, sich vorn über zu beugen und missbrauchten ihn, indem sie ihm eine Kerze in sein Rektum einführten. Daran zündeten sie sich dann ihre Zigaretten an.

Warum die KZ-Nazis mit ihren Nasen so nah am Rektum eines von ihnen so verhaßten „Untermenschen“ sein wollten, hat die Warschauer Historikerin Barbara Milewski noch nicht erforscht. Sie hatte diese widerliche Begebenheit musikalischer Grausamkeit in einem Text des polnischen Journalisten Aleksander Kulisiewicz gefunden, welcher nach Kriegsende Interviews mit KZ-Überlebenden geführt hatte.

Unsere Bekannte meinte betroffen, ihr sei schon klar, warum der Klezmermusiker drei Tage vorab hungern mußte: Eine Blähung hätte so manchen SS-Schergen sprichwörtlich wegbomben können.

Natürlich verbieten sich solch despektierlichen Rückschlüsse angesichts des Leides, dem Inhaftierte aller Nationen im letzten Jahrhundert ausgesetzt waren, auch wenn manche übers Hörensagen kolportierten Geschichten noch so unglaublich klingen. Wissenschaft bleibt schließlich Wissenschaft!

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