Freiwild

Frei.Wild

Die italienische Musikgruppe Frei.Wild wird zum Ärgernis der bundesrepublikanischen Unterhaltungsindustrie, weil sie nicht in italienischer Sprache von Mittelmeer, Amore und Rotwein singt, wie es sich für Spaghetti kochende Luigis geziemt, sondern plump in deutscher Mundart von Heimat grölt und sogenannte „Politische Korrektheit“ anprangert. Auch das Wort „Gutmensch“ hätte diese verbrecherische Bande in den Mund genommen, welche ihre schaurigen Untaten unter dem Label der Kunst tarnt. Dabei befahl der Bundesvorsitzende des Deutschen Jargonverbandes (DJV), Viktor Klempner, bereits vor 7 Jahren, daß die Sprache von der „Vokabel Gutmensch“ zu reinigen sei.

Das Schlimmste aber ist, daß derartig schändliche „Musik“ relativ erfolgreich zu sein scheint und innerhalb kürzester Zeit in einer Art automatisierter Preisnominierung, die sich nach Verkaufszahlen richtet, aufgelistet wurde. Plötzlich fanden sich neben den faschistischen Itakern so bekannte Musikgruppen wie der in Diskos scheißende Krampfklub aus Karl-Marx-Stadt wieder.

Auch Mieze Katzes Popp-Gruppe MIA.U liegt in den Verkaufszahlen hinter den harten Jungs von Frei.Wild, und so ist bei MIA.U der Katzenjammer groß. Wir sprachen mit einer Miezekatze, die zum engeren Umfeld dieser kratzbürstigen Stubentiger gehört, über böse Musik und wie man sie so richtig ausschimpfen kann.

eulenfurz: Hallo Miezekatze. Wie geht’s?

Miezekatze: Hi! Nicht so gut, die Plattenverkäufe werfen nicht mehr soviel Mäuse wie früher ab.

eulenfurz: War es für euch schlimm, plötzlich zusammen mit einem rechten Rockband aufgelistet zu werden, das des Neofaschissimusses verdächtigt wird?

Miezekatze: Natürlich war das schockierend, bestürzend und entsetzlich, denn jeder weiß, daß es von Heimatliebe zum Faschissimus nur ein Katzensprung ist, und Faschissimus ist eben keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Und da schließt sich der Kreis: Heimatliebe ist ein Verbrechen!

eulenfurz: Die BetreiberInnen-Crew des Leipziger Klubs „Conne Island“ sagten Ende 2003 ein Konzi mit euch ab, weil euer Lied „Was es ist“ ein „tabubrecherischer Deutschland-Hype“ wäre. Ihr müßt schon zugeben, daß das Stück völlig faschistoid war – totale Autobahn, rechteste Fahrspur. Habt ihr aus euren Fehlern gelernt?

Miezekatze: Natürlich! Lernen, lernen, nochmals lernen! sagte Lenin: Man sollte immer zu 150 % auf der richtigen Seite stehen. Dazu ist es gut, jemanden zu finden, auf welchen man den braunen Peter schieben kann, mit dem man sich selbst nicht befleckt sehen möchte. Wer zuerst mit dem Finger auf den anderen zeigt, hat gewonnen!

eulenfurz: Aber wie kann sich die Musikgruppe Frei.Wild eindeutig von falschem Gedankengut distanzieren? Reicht es nicht, wenn die Musiker vor jedem ihrer Konzerte manisch „Nazis Raus“ brüllen? Das sind doch schon fast 120 % …. ?

Miezekatze: Nein, das ist Mißbrauch antifaschistischer Parolen, wofür eine Mißbrauchsgebühr fällig wird, die notleidenden antifaschistischen Bands zugute kommen sollte. Erst, wenn sich die Musiker von Frei.Wild schuldbewußt Parmesan auf’s Haupt streuen, Pizzabäckerschürzen umbinden und feierlich schwören, nie wieder einen Schuhplattler aufzuführen, werden wir sie in unserer Mitte dulden.

eulenfurz: Was lastet ihr Frei.Wild besonders an?

Miezekatze: Den Namen.

eulenfurz: Den Namen?

Miezekatze: Ja! Wo man sich Frei.Wild nennt, frißt man am Ende auch Miezekatzen.

eulenfurz: Es gibt eine ungeheure Zustimmung in allen Betriebskollektiven der Kombinate über die Ausladung dieser subversiven Rowdys. Hat der Feind überhaupt noch eine Chance angesichts der Übermacht aufgeklärter Mensch_innen?

Miezekatze: Natürlich nicht! Was Frei.Wild singt, rezitiert und zusammenredet, das sind massive Angriffe gegen unsere freie Gesellschaftsordnung. Frei.Wild, die links zu fahren vorgeben, stehen in Wahrheit rechts. Die pluralistische Gesellschaft hat es immer wieder mit Leuten zu tun gehabt, die innen ganz schwarz waren, sich aber eine rote Mütze aufgesetzt hatten. Für die Betreffenden ging das meistens nicht lange gut.

eulenfurz: Miezekatze, zum Abschluß noch eine private Frage: Suchst Du eigentlich immer noch Deinen Popp-Star?

Miezekatze: Ja, im Frühling, wenn die Stare zurück sind, werde ich mir einen fangen. MIA.U!

Jagdsaison auch bei PPQ

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2 Antworten

  1. Lange dauert das nicht mehr mit den Kombinats Musikern. Das gemeine Volk ist da schon weiter und lehnt in der großen Masse bereits die Umerziehung ab. Siehe Zeitungssterben, Rückgang der Zuschauerzahlen bei ARD und ZDF. Die vielen Blogs im Internet die sich gegen den Linkstrend wenden. Guter Artikel, Glüchwunsch

  2. Der Feind schläft bekanntlich nicht. Auch nicht unter der Maske aufrechter Antifaschist_innen. Da fällt dem Blogwart doch gleich das Singegruppenliedchen ein: “ … wir haben ein Recht darauf, Dich zu erkennen, auch nickende Masken nützen uns nicht. Wir wollen beim richtigen Namen Dich nennen und darum zeig uns Dein wahres Gesicht.“ Das Dumme ist nur, auch, wenn das wahres Gesicht, das des unsagbar Bösen wäre, das dieses zeigte, würden diese Leute dahinter immer noch irgendeine List wittern.

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