Demokratiemißbrauch

Meinungsfreiheit Definition

Einigkeit und Recht und Freiheit“, so heißt es in der ersten und einzigen Strophe der offiziösen BRD-Hymne, welche bereits im dreimal so großen Großdeutschen Nazireich ein Drittel der Staatshymne ausmachte. Einigkeit ist also eines der Schlüsselwörter, welche das geistige Fundament des herrschenden Verwaltungsapparates bilden.

Einig sind sich dementsprechend die Parteien, Medien und Verbände in der Bekämpfung des inneren Feindes. Ein Feind, der so perfide ist, daß er sich erdreistet, am demokratischen Wettstreit der Parteien teilnehmen zu wollen oder gar die Judikative anzurufen, um bereits im Vorfeld Widerspruch gegen ein mögliches Todesurteil einzulegen. Die Rede ist von der Miniaturpartei NPD, einem Sammelbecken unverbesserlicher Idealisten, Sozialisten und anderer Schafsköppe.

Diese Partei soll verboten werden, was richtig ist, schließlich ist in unserem heiligen Grundgesetz nicht vorgesehen, daß die hübsche Parteienlandschaft von einer stinkenden Pariaspartei belästigt wird, welche einen Promille-Anteil an Wählern und Wahlkampfkostenrückerstattungen für sich abstaubt, anstatt diese, wie es seit jeher üblich ist, dem Kartell zu überlassen.

Im Übrigen ist diese Partei schon wegen ihrer Größe eine Gefahr für die junge Nachkriegsdemokratie, welche noch auf wackligen Beinen steht und jede Minute eine Revolte durch fettgefressene HartzIV-Empfänger, enttäuschte Lasagne-Liebhaber oder unzufriedene Lindenstraße-Glotzer befürchten muß.

Kurzum: Das Kartell will, schon aus Prestigegründen, den Störenfried verbieten lassen und dieser hat nun, offenbar wegen des unerträglichen Dauerzustandes eines Damoklesschwertes über dem Haupte, das höchste BRD-Gericht um Gnade angefleht, das Todesurteil entweder sofort oder überhaupt nicht zu vollstrecken. Dochdie Karlsruher Richter entschieden, Parteien müssten sich die Einschätzung gefallen lassen, dass sie verfassungsfeindlich seien. ,Solchen Äußerungen kann und muss die betroffene Partei mit den Mitteln des Meinungskampfes begegnen’, heißt es im Beschluss.

Das ist richtig, soll diese Truppe ihre jämmerlichen Gegendarstellungen doch in ihren im Ausland gedruckten Parteiblättern veröffentlichen, so wie jeder gewöhnliche russische oder chinesische oder ruandische Oppositionelle auch! Warum sollen die inländischen Feinde der Freiheit es besser haben, als die ausländischen Feinde der Freiheit?

Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), bezeichnete das Vorgehen der NPD als “PR-Gag”. Eigentlich wäre dafür eine Missbrauchsgebühr fällig gewesen, sagte er der “Neuen Osnabrücker Zeitung”.

Exakt! Jeder Aussätzige, der meint, demokratische Rechte stünden auch ihm zu, darf durchaus dieser Meinung sein, denn wir haben schließlich Meinungsfreiheit. Kommt er aber auf die wirre Idee, solche Rechte einfordern zu wollen, wird eine Mißbrauchsgebühr fällig! Diese Demokratiemißbrauchsgebühr sollte übrigens auch für Anmelder und Teilnehmer mißliebiger Demonstrationen, Wähler böser Parteien oder Äußerer inkorrekter Meinungen erhoben werden!

Demokratiemißbrauchsgebühr – das ist die perfekte Symbiose zwischen rigoroser Steuergeldabzocke und realexistierendem Demokratismus!

4 Antworten

  1. Es sollten aber dann auch Mißbrauchsbeamte eingeführt werden, die Mißbrauchgebühren erheben müssen. Nach strengem Reglement. Dann gibt es künftig Knöllchen für den Mißbrauch der Meinung oder des öffentlichen Raumes. Demokratie muß sich endlich lohnen.

  2. Hat die Twittertaste verdient!

  3. Demokratiemißbrauchsgebühren sollte man nicht nur für diese Partei einführen, sondern auch für Künstler aller Art, damit die Blockwarte der Toleranz auch ordentlich bezahlt werden können.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/03/08/ruhrbarone-sudtiroler-band-frei-wild-wird-fur-vogelfrei-erklart/

  4. […] Quelle: Eulenfurz […]

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