Sprachklempner

Matrix in Equilibrium

Sprachreinigungsaktivitäten sind nicht neu. So gab es bereits im 19. Jahrhundert Versuche, mit dem „Meuchelpuffer“ die Pistole zu ersetzen oder durch den „Gesichtserker“ die Nase. Im Jahr 2006 plante der „Deutsche Journalistenverband“ (DJV) eine Sprachfibel der zu verbietenden „diskriminierenden und rassistischen“ Wörter. Der Berliner Linguistiker und Verfasser des Standardwerks „Sprache der letzten Republik (SLR)“, Viktor Klempner, begründete das Vorhaben so: „Viele Wörter aus dem Nazideutsch sind in unseren Wortschatz übergegangen. Wir müssen uns dessen bewusst werden und die Sprache von diesen Begriffen reinigen.

So sollten etwa „sprachliche Bilder, die in der Berichterstattung über die Massenmigration Vorstellungen von Deutschland als einer ,Insel, die durch Fluten in der Gefahr steht, überschwemmt zu werden’, hervorrufen“, kurzerhand verboten werden. „Auch die Vokabel Gutmensch gehört zu den Wörtern, von denen die Sprache zu reinigen sei.

Der Sprecher des Genderrates, S. Kyjumper, verlas nach der Proklamation des Bundespräsident_in Gauck, Englisch als Amtssprache einführen zu wollen, eine Verlautbarung des Bundeszensuramtes und erklärte , daß es sich bei der deutschen Sprachbereinigung „lediglich um eine kurzfristige Übergangsperiode auf dem Weg zum Paradies“ handele:

Als Ihre lebensbegleitenden Experten nach Utopia freuen wir uns, Ihnen und Ihninnen versichern zu dürfen, dass wir bereits in wenigen Jahren auch auf diese Übergangsrelikte der barbarischen Nationalsprachen verzichten können.

Unsere Studien zeigen sehr deutlich, dass eine überwältigende Mehrheit der Menschen es begrüsst und unterstützt, dass wir bereits in ganz kurzer Zeit alle nicht nur die gleichen Chancen auf ein erfolgreiches persönliches Lebensmodell haben werden, sondern dass es durch neue lebensbejahende Verordnungen und Gesetze sogar gänzlich ausgeschlossen werden kann, dass sich Menschen überhaupt unterschiedlich entwickeln können.

Im Ergebnis werden wir alle genau gleich sein: Gleich multigeschlechtlich, gleich supranational und einen gleichen Bildungsgrad aufweisen. Die ergänzende genau gleiche Zuteilung von gleicher Kleidung, gleichem Wohnraum, gleicher Energiequanten und gleicher Nahrungskonzentrate wird zukünftig auch jegliche sprachliche Differenzierungen unnötig machen.

Tatsächlich bemühen wir uns sogar bereits heute darum, die Quelle jeglicher Differenzierungen, die zwischenmenschliche Kommunikation überhaupt, komplett auszuschalten und die Bewußtseine der menschlichen Produktionseinheiten ausschließlich mit einer künstlichen Intelligenz zu verbinden, die unserem Bewußtsein alle erforderlichen Sinneseindrücke elektronisch gesteuert vorsimuliert. Für diese Endstufe ist zu unseren Bedauern jedoch noch einiges an Forschungsarbeiten erforderlich.

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