Erregungsmuskel

Erregungsmuskel

Kann sich noch jemand an den handfesten Sexismusskandal zwischen einer dirndlfüllenden #Aufschreier_in und einem wollüstigen Sabbergreis erinnern, welcher zu ungeheurer Empörung in der internationalen Tittenpresse führte? Die Aufregung ist kaum verflattert, da nehmen sich die Soziologen und Medienforscher des Vorkommnisses an, um es – später irgendwann – an die Historiker weiterreichen zu können.

So bringt das für die Einführung neuer Fachtermini bekannte Mediendynamik-Aufklärungsboard PPQ seinen Zuhörern angesichts des abschwellenden Zickengesangs die systematisch temporäre Erscheinung des „erigierten Aufregungsmuskels“ nahe, welcher in diesem spezifischen Fall zu einem „Ständer, wie ihn selbst der ,Stern’ nur damals bei den Hitler-Tagebüchern hinbekommen hatte“, führte. Doch fehlten die Stimulantia, welche als Themenviagra die längerfristige Lust an Belanglosigkeiten anheizen, und so sei nach konkurrierender Überlagerung Dutzender anderer unwichtiger Meldungen mit einer Halbwertszeit von nur wenigen Stunden oder Tagen „der Erregungsmuskel abgeschlafft, als habe er nie wie ein steifer Zeigefinger auf die Defizite im Zusammenleben gewiesen“.

Sigmund Freud hätte seine helle Freude an solch tiefenpsychologischen Analysen. Schließlich umschreibt die Metapher des Erregungsmuskels die phallischen Zustände der Mediokratie bei Themenvergewaltigung und Phrasenmißbrauch: Erregung, Inbesitznahme, Ekstase, Ergüsse, Eschlaffung, Abwendung.

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