Zombie-Rundfunk

Rundfunk-Zombies

Es wurde seitens des Staatsfunks spätestens mit dem Zwangseinzug der „Demokratieabgabe“ höchste Zeit, mittels Behindertennachrichten auf die informativen Bedürfnisse der scharenweise zu RTL und Sat1 überlaufenden Fernsehzombies einzugehen. „Nachrichten-leicht“ heißt dieses Sendeformat des Deutschlandfunks, mit welchem der immer größer werdenden Anzahl debiler (pcdt.: „anders begabter“) BRD-Bewohner ideologisch fermentierte Politkost schmackhaft gemacht werden soll. Angesichts eines für die letzten zehn Jahre in der BRD-Bevölkerung konstatierten IQ-Rückgangs von 102 auf 97 wird die Notwendigkeit von Dudu-Nachrichten immer offensichtlicher, bei denen kein Satz über mehr als 10 Worte und kein Wort über mehr als 10 Buchstaben verfügen darf.

Zum Tode des Kinderbuchautors Otfried Preußler sendete auch der Schlandfunk eine klopskindgerechte Meldung in den Äther, welche vom Kommentator R. Gebhardt ansatzweise seziert wird:

Die leichten Nachrichten über Ottfried Preußler sind ein Beispiel dafür, auf welcher geistigen Flughöhe man die Leser und Hörer vermutet:

Otfried Preußler wurde am 20. Oktober 1923 in der Stadt Reichenberg geboren. Reichenberg liegt im heutigen Tschechien. Dort hat ihm seine Oma als Kind viele Märchen und Sagen-Geschichten erzählt. Diese Geschichten haben Otfried Preußler sehr gefallen. Er träumte davon, einmal Schriftsteller zu werden. Mit 12 Jahren schrieb er dann seine ersten eigenen Texte.

Ob dieser Schlichtheit dürften selbst Sechjährige sprachlos sein. Solch reduzierte und vorgefertigte Kost gibt es eigentlich nur bei MacDonald. Doch offensichtlich entspricht die Magerstufe dieser Sprache der Light-Version eines Denkens, das sich weder auf das Abenteuer der Sprache noch auf die Poesie der Wirklichkeit einzulassen bereit ist.

Vergleichen wir spaßeshalber das kurzatmige Rumpfdeutsch mit dem 2. Satz des 1. Kapitels aus O. Preußlers ‚KRABAT‘:

Krabat, ein Junge von vierzehn Jahren damals, hatte sich mit zwei anderen wendischen Betteljungen zusammengetan, und obgleich Seine allerdurchlauchigste Gnaden, der Kurfürst von Sachsen, das Betteln und Vagabundieren in Höchstderoselben Landen bei Strafe verboten hatten (aber die Richter und sonstigen Amtspersonen nahmen es glücklicherweise nicht übermäßig genau damit), zogen sie als Dreikönige in der Gegend von Hoyerswerda von Dorf zu Dorf: Strohkränze um die Mützen waren die Königskronen; und einer von ihnen, der lustige kleine Lobosch aus Maukendorf machte den Mohrenkönig und schmierte sich jeden Morgen mit Ofenruß voll.

Es muss also einmal eine Zeit gegeben haben, in der selbst Kinder eine Satzperiode wie diese ohne Schwierigkeiten verstehen konnten. Und es muss Eltern und Lehrer und einen Rundfunk gegeben haben, die bereit waren, auf einem Niveau zu sprechen, das weit über NN lag.

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2 Antworten

  1. Das muß aber lange, lange hergewesen sein. Noch vor Aufkommen von SMS und Smartphones.

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