Brüderles Himmelreich

Stern Sexismus

Um Brüderle geht es, um den fahlgesichtigen Opi mit dem komischen Namen, welcher einer schwäbischen Vetternwirtschaft zu entstammen scheint. Um den FDP-Granden mit den Hängewangen und den engstehenden Äuglein. Letztere allerdings mißbrauchte er nach investigativen Recherchen des Qualitätsjournalismus für seinen „fachmännischem Blick, ob Journalistinnen ihr Dirndl auch ausfüllen können“.

Ob die im preußischen Berlin tätige Stern-Journalistin Laura Himmelreich ihr bei einem FDP-Dreikönigstreffen zur Schau gestelltes bayrisches Dirndl ausfüllt, ist uns nicht bekannt. Aber sie will von Rainer Brüderle unsäglich angebaggert worden sein. Einen Handkuß habe sie gar bekommen und die angetragene Bitte: „Ich möchte, dass Sie meine Tanzkarte annehmen.“ Eine unfaßbare Beleidigung für eine moderne Frau, welche in Berlin-Mitte sonst nur ein forsches: „Isch düsch ficken, Schlampe!“ gewohnt ist. Obwohl die „29-jährige“ Reporterin, welche wie eine 45-Jährige aussieht, eher nicht im Beuteschema testosterierender Jünglinge liegt, sondern in dem von lüsternen Sabbergreisen.

Der Stern zitiert weiter aus den ein Jahr alten Cocktail-Notizen über FDP-Brüderle, nach welchen dieser geschmachtet haben soll: „Politiker verfallen doch alle Journalistinnen“. So habe Christian Lindner (FDP) die Zeit-Journalistin Dagmar Rosenfeld-Lindner geehelicht, während Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) in vierter Ehe mit Doris Schröder-Köpf lebe. Er könne sich auch eine Laura Brüderle-Himmelreich in weißem Brautkleid gut vorstellen. Die Reportrine will jedoch abgewiegelt haben: „Ich finde es besser, wir halten das hier professionell.“ Gut, das machen Edelnutten auch, und journalistische Lohnschreiberei ist von gewöhnlicher Prostitution nur schwer zu trennen. Brüderle beschwichtigte daher: „Am Ende sind wir alle nur Menschen.“ Falsch! – möchte man da einwerfen: Am Ende sind wir alle tot!

Natürlich wird die journalistische Meisterleistung, mit einem Jahr Verspätung über eine erfolglose bzw. folgenlose private Turtelei zu berichten, durch die Vorwürfe einer vermeintlich von Männern dominierten Gesellschaft ein richtig fetter Ballon. Wenn gelangweilte, kinderlose Frolleins männlichen Geschäftemachern, Agitatoren und Volksverhetzern nachzuäffen versuchen und dabei kläglich scheitern, dann wird deren Forderung nach einer „verbindlichen Frauenquote … auf allen Führungsebenen … in allen Print- und Onlinemedien, TV und Radio“ verständlich. So bestünde „unsere vierköpfige Chefredaktion nur aus Männern. Im Berliner Büro des Stern bin ich die einzige Frau unter den Politikredakteuren“, klagt die Quotenreporterin bei proQuote dementsprechend karriereorientiert.

Bei proQuote findet man auch die im STERN-Artikel genannte Berufsbelästigte Ursula Kosser (welche vor Jahrzehnten sogar einen Dildo geschenkt bekommen haben will) mit dem Ausspruch: „Wozu genau noch braucht man einen Penis in dieser Führungsposition?“ (Ein Dildo tut’s doch auch!?) Nun könnte Brüderle entgegnen: „Wozu braucht ein Manager Titten?“. Der Tittenausspruch wäre zweifelsohne sexistisch, die Penisbemerkung ist es nicht.

Sexismus, so definiert der STERN „fängt beim ersten Kontakt an, ein bisschen Gockelei, ein taxierender Blick, ein unangenehmes Kompliment, einfach ein bisschen zu viel chauvinistische Nähe.“ Und Nähe sei verboten, so das Ministerium für bigotte Sexualmoral. Schließlich böten bereits die Tittelbilder diverser Magazine (siehe oben) den Brüderles und Schwesterles dieser Republik genügend Onaniervorlagen.

3 Antworten

  1. Aufgefischt:

    Ein Bischof nimmt Brüderle in Schutz: „Er wollte doch nur ins Himmelreich.“

  2. Chapeau! Ich erlaube mir zu verlinken …

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