Anmut

Lass uns über Kunst sprechen

Einmal mehr wurde hinterfragt, ob eine schwarzgetünchte Leinwand oder ein nie geschriebenes Gedicht wirklich Kunst sei. Doch ein Kommentator resümiert: „Laßt uns über Kunst reden … und nicht über ihre Abwesenheit.“ Auch heute gäbe es noch wahrhafte Künstler.

Er hat Recht, aber diese schreien nicht auf dem Markt der Eitelkeiten. Es gibt sie dennoch, eher im Verborgenen, und man sollte ihre Namen nennen, anstatt die der Nihilisten. Fangen wir mit einem Spanier an.

Die im Jahr 1956 in Madrid geborene Vicente Romero Redondo träumte bereits in seiner Kindheit davon, Maler zu werden. Er studierte an der „Real Academia de Bellas Artes de San Fernando RABASF“, der Königlichen Akademie der Schönen Künste, der angesehensten Kunstakademie Spaniens. In den ersten Jahren des Studiums widmete er sich der Bildhauerei, bis er sich bewußt wurde, daß er seine Gefühle nur in der Malerei ausdrücken kann.

Ende der achtziger Jahre wurden Romero und seine Frau an der Costa Brava seßhaft. Mit diesem Umzug begann eine neue Etappe in seinem schöpferischen Leben. Die Pracht des Mittelmeeres, die Schönheit der Landschaft, die Anmut seiner Modelle gaben ideale Bedingungen für die Erschaffung seiner farbenfrohen und sinnlichen Kunstwerke. Hier ist eine Auswahl.

Vicente Romero Redondo

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20 Antworten

  1. Was ist Kitsch? Der Missbrauch der Ästhetik. Manche verwechseln das sogar mit Kunst.

    • Fangen die Kulturbürokraten gleich wieder an, den „Kitsch“ zu deklinieren? Wie wäre es denn mit der Benennung besserer Künstler oder weiterführender Beispiele? Oder der Schaffung eigener schöpferischer Werke?

    • Mißbrauch der Ästhetik? Das ist wirklich lustig.

      • Hast Du postkommunistischer Troll auch Argumente? Was ist Kitsch?

        • Argumente, um hervorragende handwerkliche Kunstfertigkeit abzuqualifizieren? Keine. Kunst ist, was dem Auge gefällt. Nur Nichtskönner, die sich Künstler und Avantgarde nennen, benötigen eine Definition von Kitsch, um ihre eigene Unterdurchnittlichkeit zu etwas Besonderem zu machen.

        • „Mißbrauch der Ästhetik für Kitsch“ – das ist wirklich skurril! Vicente Romero Redondo kopiert schließlich keine Gartenzwerge, sondern findet interessante Perspektiven für schöne Motive und setzt das handwerklich geschickt um. Und er muß sich trotz der Arbeit und des Geschickes, welche(s) sein Werk mehr erfordert als das so mancher Installateure, auch noch des Vorwurfes des Kitsches aussetzen.

          Ja, was ist Kitsch? Wikipedia zitiert Gillo Dorfles „Der Kitsch“ (Tübingen, 1969) und führt u.a. auf:

          – das Nachahmen einer anderen Zeit (z. B. neue Figuren im Stil des 18. oder 19. Jahrhunderts)

          Nach dieser Definition wäre wohl auch der „Reactionär“, der in seinem Blog bspw. über „Reactionäre Litteratur“ berichtet, als „Kitsch“ zu klassifizieren.

          Zum Glück glauben wir nicht alles, was die Wikipedia-Blogger schreiben.

          • Ich hatte Dich nicht gefragt, Furz. Sondern den, der das lustig findet.

            Aber gut, wir nähern uns an. Auch wenn Du fremde Gedanken bemühen musst, um deine Meinung zu befeuern.

            Voraussetzung jeder Kunst ist die Beherrschung eines Handwerkes. Nicht jeder Handwerker ist Künstler, aber jeder Künstler ist Handwerker, nämlich der, der sein Handwerk zur Kunst entwickelt. Der darin einzigartig ist, was ihm niemand nachmachen kann. Das ist die profane Definition von Kunst. Krumme Krakel kann jeder Affe auf eine Leinwand pinseln.

          • Natürlich muß man fremde Gedanken zitieren, wenn jemand das Wort „Kitsch“ in den Raum schleudert, ohne das zu begründen. Dann bleibt nur übrig, anhand veröffentlichter Definitionen ergründen, was die Person zu diesem Urteil getrieben haben könnte.

  2. Wenigstens sind schwarze Vierecke nicht kitschig!

    • Sind sie nicht?

      Möglicherweise stammt der Begriff vom mundartlichen kitschen (Straßenschmutz oder Schlamm zusammenkehren, klatschen und klitschen). Er hätte danach einen lautnachahmenden Ursprung, der als Pejoration in das Bildhafte übertragen wurde – im Sinne von „zusammengeschmiertem Dreck“.

      Aber wir wollten über Kunst reden, nicht über „zusammengeschmierten Dreck“.

    • Lieber „merda d`artista“ als Kitsch?

  3. Die Bilder sind einfach nur schön. Wäre das Kitsch, dann wären Museen voll davon. Als schön wird immer das empfunden, was dem Auge gefällig ist. Egal, was es ist. Das alte Wort dafür heißt „Augenweide“. Deutsche Landschaften können ungemein „kitschig“ sein. Schon aufgefallen?

    • Kunst ist jedoch nicht „einfach nur schön“. Entscheidend ist der geistige Gehalt, der im Werke miterlebt wird.

      • Ein solcher Geist vermittelt sich mir, wenn ich die Mutter-Kind-Bilder sehe. Die äußere Schönheit und Harmonie (nicht süßlich!) offenbart (mir) die Schönheit der Seele.

        • Die Bilder vermitteln verschiedene Perspektiven, auch wenn sie alle ähnlich sinnlich oder anmutig sind. Angesichts des Ausgereiztseins gegenständlicher Darstellung ist der Blickwinkel für den bewußt gegenständlichen Künstler eine der wenigen Möglichkeiten, Originalität in seine Werke zu bringen (so wie bei der Fotografie auch). Das macht Vicente Romero Redondo ganz gut, zumal er offensichtlich auch das Handwerkliche beherrscht.

  4. Wenn mir ein Maler beweist, daß er auch ein Porträt von der Qualität und Intensität der Darstellung, sagen wir mal, der Portäts eines John Singer Sargent zuwegebringt, dann soll er, meinetwegen, danach Leinwände schwarz anmalen, und ich glaube ihm trotzdem, daß er ein Künstler ist.

    Aber nur dann. Picasso hat derartiges in seinem Frühwerk (ansatzweise) unter Beweis gestellt. Ich mag ihn zwar in seinen späteren Arbeiten nicht (und haben den Verdacht, daß er sich über die »Kunstszene« weidlich lustiggemacht hat, indem er derartigen Schmarrn für Apothekerpreise an den Mann brachte!), aber ich muß respektieren: er es konnte.

    Von dem, was nach ihm kam und herumkleckste, hatte ich den Eindruck eher nicht …

  5. Fremde Gedanken. … wer kann schon mit Überzeugung behaupten, seine Gedanken habe noch nie ein anderer gedacht? Sicher gibt es einige und wiederum auch etliche, die anderen vorwerfen, sie dächten, was andere schon vor ihnen gedacht und das ist ja nun gar nicht orginell. Und nur das ist es ja. Was zählt. Oder nicht?

  6. „Wenn mir ein Maler beweist, daß er auch ein Porträt von der Qualität und Intensität der Darstellung, sagen wir mal, der Portäts eines John Singer Sargent zuwegebringt, dann soll er, meinetwegen, danach Leinwände schwarz anmalen, und ich glaube ihm trotzdem, daß er ein Künstler ist.“

    Kann sein. Ich will da auch nicht streiten.
    Nach diesem Kriterium ist Willi Sitte ein Künstler. Dieser rätselhafte Mensch kann es nämlich. Ich hatte mal einen Doku-Film über ihn gesehen. Als er verwundet im Lazaret lag, hat er zum Zeitvertreib mal eben so Dürer-Qualität aufs Blatt gezaubert (leider kann ich das im Netz nicht finden).
    DIE Sitte-Bilder jedoch, na ja … OK, Auge des Betrachters und so. Aber mir gefällt das überhaupt nicht.

  7. Deswegen hiess das auch mal entartet. Also völlig aus der Art geschlagen.

  8. Schöne Bilder von Redondo – fast zu schön.
    Zum Wort(klang) „Kitsch“ empfehle ich die Szene im neuen Southern von Tarantino „Django Unchained“, wo die Bonbons von Calvin Candy’s schwarzer Gespielin auf den Boden fallen, während auf dem Boden zu seiner Unterhaltung zwei Schwarze ringen. Der Moment des Aufpralls der Süßigkeiten auf den Boden – so klingt „Kitsch“ für mich. Zu dieser weiter zu betrachtenden Schlüsselszene ist die Etymologie immerhin eine Ergänzung.
    Was dem Auge gefällt, ist heute eben schon lange nicht mehr auch gefällig. Das Sehen muss gelernt sein. Dazu Sophokles, Oidipus auf Kolonos, Vers 73 f., in der Zeit der medialen Bildüberflutung wieder hochaktuell: „Was wir auch sagen mögen, Alles sagend sehen wir.“

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