Dschungeltum

Dchungelcamp

In einem Land, in dem eine Partei „Piraten“ heißt, kann Kakerlakenessen natürlich auf Zuschauermassen hoffen“, so beginnt das Safariboard Politplatschquatsch seinen Beitrag über das infantile Dschungeltum, welches immerhin 7,77 Millionen BRD-Bewohner als voyeristische Spanner vor flimmernde Glotzen lockt. Und auch viele sich als seriös gerierende Zeitungen kriegsberichterstatten „einem aus Fingernagelfeen und gepiercten Jungprekariern bestehenden Publikum“ zeitnah von dem „schmierigen Spektakel“, über Madenbaden, Silikontitten und Fäkalschlammbewurf durch ein Volkssturmaufgebot „zerrupfter Gestalten“. Um ein wegen Waldbrandgefahr schwindsüchtiges Feuer sitzen der schwule Schauspielrentner Helmut Berger, die St.-Pauli-Tunte Olivia Jones, die Tochter von Tony Curtis, die Mutter von Daniela Katzenberger, der ehemalige Kaufhaus-Erpresser Arno Funke „und ein Sextett noch elenderer, abgehalfterter Figuren“.

Deutschland schafft sich ab, konstatierte ein bekannter SPD-Politiker, und der Intelligenzforscher Volkmar Weiss hat herausgefunden, „daß der genetische Rückgang der Intelligenz nun auch phänotypisch faßbar wird. So hat in Deutschland der durchschnittliche IQ deutlich abgenommen. Lag er vor zehn Jahren noch bei 102, so beträgt er derzeit nur noch 97.“ Es ist also kein Wunder, daß derartige Fernsehformate immer mehr BRD-Bewohner begeistern.

Darwin-TV, das Abscheu erzeugt, um zu abzulenken. Dschungel-Moderator Dirk Bach, ein Säulenheiliger des vagabundierenden Schwachsinns, schaffte es auf dieser Basis, aus quellender Leibesfülle und absoluter Schamlosigkeit eine strahlende Karriere zu machen. Als er starb, versank das Land der Dichter und Denker, das Land von Goethe, Beethoven und Herbert Grönemeyer, das Land von Tiefsinn und Romantik in tosende Trauer.

Die Idiotisierung der Massen ist in vollem Gange, sowohl genetisch, als auch pädagogisch. Sie ist nicht nur als demographisch bedingte Verblödung sozialgeschichtlich bilanzierbar, sondern als gruppendynamische Debilisierung auch auf jeder gesellschaftlichen Ebene spür- und faßbar.

So schlägt auch der Blogger Morgenländer in seinem Notizbuch angesichts des medialen Schmierentheaters um den abgetriebenen BRD-Präsidenten Wulff in eine ähnliche Kerbe, allerdings nicht ohne den gemeinen Fernsehkretin zu einem „Souverän“ zu adeln:

Nach einem langen und ermüdenden Arbeitstag schaut der Souverän lieber Menschen zu, die vor laufender Kamera durch Schmutz kriechen und Ungeziefer verspeisen, als sich mit den Details europäischer Verträge zu befassen. Die Inszenierung der deutschen Politik als Berliner Dschungelcamp schlägt so aus Sicht der Medienmacher gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Man hält das Volk bei Laune, macht Auflage und lenkt die Aufmerksamkeit von Entwicklungen ab, deren Kenntnisnahme durch den Souverän vielleicht unerfreuliche Folgen hätte.

4 Antworten

  1. Es unterhält offenbar. Es amüsiert. Und wer zuschaut, kann sich einerseits ekeln, ohne in Gefahr zu geraten, derartigen Prüfungen ausgesetzt zu sein, und andererseits sich sagen, die sind ja noch dümmer als man selbst. Um alles Geld der Welt nicht. Wenn Idioten Leuten zuschauen können, die sie für noch größere Idioten halten, dann ist das schon irgendwie befriedigend.

  2. Ihr liegt ganz falsch, denn Deutschland hat mehr zu bieten, sogar einen Peer, der auch noch Wolfgang und Otto ist. http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/01/15/dschungeltum/

  3. Andererseits könnten die Leute auch einfach nur Klaus Wowereit zuschauen. Die Produktionskosten wären auch niedriger.

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