Pfaumänner

Wer wird sich noch in ein paar Jahren an die Schleckerfrauen erinnern? „Schleckerfrauen, sind das Frauen mit besonders großen Zungen?“ „Nein, mein Kind, das waren jene ehemaligen Verkäuferinnen in Drogeriemärkten, die nach der Firmenpleite sozial aufgefangen wurden.“ Warum eigentlich für sie diese Extrawurst? Das wird man wohl auch in der Zukunft nicht recht beantworten können.

Doch auch die sogenannten Pfaumänner der NPD, welche laut Gerichtsurteil erst abgezogen sein müssen, bevor die NPD verboten werden kann (weil das Gericht quasi sonst eine staatliche Behörde verbieten würde), sollen auf ihre Pensionsansprüche nicht verzichten müssen:

Man könne die Informanten nicht einfach “von heute auf morgen vor die Tür setzen”, heißt es beim Verfassungsschutz: V-Leute aus der NPD-Spitze bleiben vorerst mit den Behörden in Kontakt. Das Ende der Zusammenarbeit müsse “abgefedert” werden – womit offenbar auch letzte Honorare oder Abfindungen gemeint sein können.

Auch ein Ehrensold sei denkbar für diese ehrbaren Vertrauensleute, welche dem demokratischen Rechtsstaat treue Dienste leisteten. Allerdings muß das hohe Gericht nach der Pensionierung der Pfaumänner abwarten, wie sich die NPD verhält. Bricht sie an Strukturproblemen zusammen, wenn plötzlich alle Aktivisten fehlen? Oder landet sie als CSU-Bettvorleger, weil nur noch moderate Kameraden am Steuer sind? Oder radikalisieren sich die ehemals staatsbediensteten Pfaumänner nach ihrer fristlosen Kündigung?

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3 Antworten

  1. Sagt bloß, es hat sich noch nie einer Gedanken darüber gemacht, wie die V-Leute in Zukunft beschäftigt werden oder finanziell über die Runden kommen, wenn sie irgendwann wirklich nicht mehr den uns Deutschen praktisch angeborenen Nazismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus simulieren werden? Von dem verheerenden Bild, daß wir dann im Ausland abgeben werden, wenn diese gewohnten Bilder von Stiefelnazis mit Hitlerscheitel und Rudolf-Heß-Verehrern in stilisierten SA-Uniformen fehlen, mal ganz zu schweigen. Am Ende kommt sogar noch die Linke zur Einsicht, daß der ganze heldenhafte “Kampf-gegen-Rechts” ein Phantomkrieg ist, von dem eine ganze fördergeldbefeuerte Anti-Naziindustrie recht komfortabel lebt, deren Vertreter sich sonst bei der regionalen Agentur für Arbeit in die Schlange einreihen müßten. Wo kämen wir da bloß hin?

    Aber ein Vorschlag zur Güte: So eine Tätigkeit als V-Mann könnte vielleicht als eine Form der Abhängigkeit eingestuft werden. Die Kassen zahlen dann die Therapien.

    • Warum sollten diese Pfaumänner in der NPD sein müssen, wenn sie ihre Arbeit auch direkt erledigen können?

      Da es ab 2013 die Rundfunkgebühr gibt, können diese Kostümnazis bedenkenlos von den Medien eingestellt werden, damit sie viel direkter Hitlergrüße zelebrieren und liebliche Migranten verprügeln können. Sie machen das dann sicher auch authentischer, als die bisherigen Nazi-Schauspieler in “Tatort” oder “Lindenstraße”, denen die Bomberjacke nie paßt, die in ihren Springerstiefeln unbeholfen gaxeln und deren Glatzkopf so unschuldig aussieht, als wäre soeben eine riesige Rastalockenpracht abrasiert worden.

    • Nicht umsonst wurde diesmal das NPD-Verbotsverfahren durch eine Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen vorbereitet.

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