Sport frei!

Alljährlich zum 13. Februar bzw. den anliegenden Wochenenden treffen sich in Dresden Rechte, Linke und Polizisten zu einem Kräftemessen. Ging es den Rechten zunächst um eine demonstrative Trauer „um die Opfer angloamerikanischer Kriegsverbrechen“, so wollten die Linken „Naziaufmärsche verhindern“. Der Polizei kam die Aufgabe zu, die genehmigten Märsche der Rechten abzusichern und Chaoten jeglicher Couleur die Leviten zu lesen. In den Medien las sich das jedesmal so, daß zehntausende Menschen einen Aufmarsch von Nazis verhindert hätten und die auf dem rechten Auge blinde Polizei zu überzogenen Maßnahmen gegenüber den Menschen gegriffen habe, welche lediglich ihr Grundrecht auszuüben versucht hätten, nämlich gegen Faschisten Zivilcourage zu zeigen.

In diesem Jahr rüsten die zivilcouragierten Menschen allerdings massiv auf. Auf der Internetseite www.dresden-sportfrei.com bieten sie Waffen an, um „Nazis die rote Karte“ zeigen und „direkt in die Offensive“ gehen zu können. Im Sortiment befinden sich Schlagstöcke, Tränengasgranaten und Quarzsandhandschuhe. Neben technischen Geräten zur Abwehr polizeilicher Überwachung oder zum Abhören des Polizeifunks wird auch das Pepperball Gewehr Tippmann A5 feilgeboten. Das „feuert bis zu 15 Geschosse pro Sekunde ab“. Die Munition kann der Antifaschist „hier im Shop gleich dazubestellen“. Das Gewehr sei „treffsicher aus 30m Entfernung“ und habe ein Highlight: es „durchschlägt in Nahbereich auch Helmvisiere“.

Auch das mit dem Grimme Online Award, einem Preis der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem poldi-Award für die „beste Online-Initiative im Bereich ,Wissenschaft, Bildung und Kultur‘“ ausgezeichnete Internetportal Indymedia Deutschland teilt in eigenwilliger Grammatik begeistert mit: „Seit mehreren Wochen läuft bereits erfolgreich das Projekt ,Dresden Sportfrei‘. Das Portal für sportlich aktive Antifaschist_innen bietet eine ganze Reihe an technischen Equipment für den Einsatz in Dresden.

Wir erwarten nun in den öffentlichen Medien ein Trommelfeuer von Empörungsschreien und Assoziationsketten, so wie sie ausfallen würden, wenn Rechtsextremisten ein solches Waffenarsenal für dartig zielgerichtete Zwecke anbieten würden. Deswegen schalten wir den Rotfunk die nächsten Tage gar nicht erst an. Sport frei!

4 Antworten

  1. Es ist ein Trauerspiel! Anstatt mit Würde der Opfer zu gedenken wird wieder gegenseitig aufeinander eingehauen. Die Einen sprechen das Reizwort (melden als NPD ,Republikaner oder was weiß ich für, jedenfalls Rechte die Demonstration an – man weiß ja heut nicht mal ob das nicht der Verfassungsschutz selbst ist) und die Anderen springen prompt darauf an.
    Kann man nicht einfach nur schweigend ohne irgendwelche Symbole der Opfer gedenken? Kann man nicht, weil dann unweigerlich die Frage nach den Tätern käme. Und das wollen wir doch nicht, oder? Also hauen alle Beteiligten in die bekannte, gewollte und bewährte Kerbe und merken nicht, dass beide Seiten missbraucht werden. Denn was wird in der Berichterstattung bleiben? Rechte und Linke hauen sich die Köppe ein und die Polizei dazwischen! Kein Wort zu Opfern von damals, kein Wort zu Tätern von damals und schon gar keine Diskussionen zu heutigen Bombardements im Zeichen von Freiheit und Demokratie. Auch so funktioniert Propaganda! Scheiße!!!

  2. […] verwacht, hebben weldra geen “Bomber Harris” meer nodig om Dresden in puin te leggen. In het online-warenhuis “Sportfrei Dresden 2012” (oorspronkelijke site niet bereikbaar!) wordt alles voor de grote slag aangeboden, naast talrijke […]

  3. Grüne meinen, die Verbrannten von Dresden haben das verdient, weil sie Täter waren.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/02/13/grune-meinung-die-verbrannten-bombenopfer-waren-tater/

  4. Es wird aufeinander eingehauen? Hauen tut doch bloß die „Wolfgang Thierse Brigade“.

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