Damenbart

Der Kampf gegen rechts ist nicht nur Sache der‚ großen Politik‘.
Wir alle müssen dagegen arbeiten.
“ [1]
Christine Kröger, Journalistin

Als der Bundespräsident Christian Wulff vor seiner Amtszeit das Vorwort für eine Broschüre schrieb, welche nicht den Juden, sondern den Nazi und dessen Weltverschwörung gehörig ins Visier nahm, teilte er mit, daß für die „neue demokratische Ordnung in Deutschland Verantwortung für die Zukunft“ erwachse und „unser auf wechselseitigen Respekt gegründetes Zusammenlebens gegen die Bedrohung durch den Rechtsextremismus zu verteidigen“ sei. Das ist schön und das ist gut, denn die „demokratische, freie Gesellschaft hat in dieser Auseinandersetzung nicht nur Mitmenschlichkeit, Gewissen, Anstand und Moral auf ihrer Seite“, sondern „überdies auch die besseren Argumente und wird populistische und demagogische Scheinlösungen im gesellschaftlichen Dialog schnell als solche entlarven können.“ [2]

Dieser „gesellschaftliche Dialog“ wird in der Broschüre, welche den Nazi von seiner allseits bekannten ekelhaften Seite beleuchtet, unter anderen von den Prototypen für „Mitmenschlichkeit, Gewissen, Anstand und Moral“, Andrea Röpke und André Aden, angestoßen.

André Aden kam just in jenem Jahr, in welcher Christian Wulff seine salbungsvollen Worte auch für Aden schrieb, in einem regionalen Party-Magazin nicht nur als stets die Nazinähe suchendes Nazi-Opfer, sondern auch als „Chef der Rotenburger Antifa“ zu Wort [3]. Zwei Jahre später referierte er im Hamburger „Antifa-Café“ der „Autonomen Linke Hamburg“ [4], welches vom Hamburger Verfassungsschutz zu den „regionalen Vernetzungsstrukturen der autonomen Antifa-Szene“ gezählt wurde [5].

Über Andrea Röpke teilte die VVN-BdA Bremen mit: „Andrea Röpke ist Mitglied der VVN-BdA und Autorin beim Rechten Rand.“ [6] Die VVN-BdA („Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“), deren Chef der Stasi-Agent Heinrich Fink alias „Heiner“ ist [7], lehnt laut Verfassungsschutzberichten den gegen alle Formen des Extremismus gerichteten antitotalitären Konsens des Grundgesetzes ab [9] – von jenem Grundgesetz, das Wulff in seinem Vorwort für Röpke beschwört.

Die rot-grüne Bundesregierung stellte am 10. Mai 2002 fest, daß diese Vereinigung „von der Bundesregierung dem extremistischen Spektrum zugerechnet“ wird. [10] Auch 2005 wurde die VVN-BdA als „linksextremistisch beeinflusst“ und als „Organisation im Umfeld der DKP“ beschrieben. [11] Andrea Röpke trat zumindest zwischen 2001 und 2004 immer wieder als Referentin in der linksextremistischen Szene auf.

Nach Aussage von Verfassungsschutzbehörden „…versucht die VVN-BdA, häufig nicht ohne Erfolg, sich als demokratischer Partner zur Aufklärung über Rechtsextremismus anzubieten. Sie vermittelt jedoch Ansichten, die mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes nicht zu vereinbaren sind, und ist daher in ihrer Gesamtheit als Grundlage für eine demokratische Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus nicht geeignet.“ [13]

Doch ein Bundespräsident ist ein weiser Monarch, der weiß, wer – außer „Mitmenschlichkeit, Gewissen, Anstand und Moral“ – noch alles auf seiner Seite steht. Pappkameraden mit Damenbärten haben bei ihm keine Chance.

……………………………………………..
[1] Medium Magazin: „Die unterschätzte Gefahr“, Ausgabe 07 + 08/2008
[2] Bremer Tageszeitungen AG: „Sie marschieren wieder“, 2005 (Bild oben: Screenshot von S. 54 der Broschüre)
[3] Magazin ROW-People.PAPIER: „Aden, du brennst bald“, 01/2005
[4] Antifa-Café Hamburg: „Freitag, 2.11.07: NPD-Niedersachsen im Wahlkampf“, 25.10.2007
[5] LfV Hamburg: „Verfassungsschutzbericht 2002“, S. 107
[6] http://bremen.vvn-bda.de/b17.htm vom 26.10.2002 (mittlerweile gelöscht, Screenshot mit Stand vom 20.03.2008)
[7] Bundesministerium des Innern: „Verfassungsschutzbericht 2005“, 2006, S. 172
[8] Bundesministerium des Innern: „Verfassungsschutzbericht 2002“, August 2002, S. 134 ff.
[9] Bundesministerium des Innern: „Verfassungsschutzbericht 2003“, Internetausdruck S. 134
[10] Bundestagsdrucksache 14/9010, S. 4
[11] Bundesministerium des Innern: „Verfassungsschutzbericht 2005“
[12] http://www.kueste.vvn-bda.de/ (Stand: 09.04.2008)
[13] LfV Baden-Württemberg – Mitteilung: „Geplante Ausstellung der VVN-BdA in Baden-Württemberg“, 01/2007

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2 Antworten

  1. Na, so die Kinderreichen, die sehen auch immer so verwahrlost aus, kein Wunder, daß die Gemeinde mit den Pimpfen nichts zu tun haben will. Nachher trocknen die ihr Geschirr, wie die Heimattreue Jugend, mit Geschirrtüchern, in die kleine Swastikas gestickt sind. Ne, das geht nicht.

    „Unsere kleine Farm“ sollte abschreckendes Beispiel genug sein.

  2. Soweit es aus den veröffentlichten Bildern erkennbar war, waren die Symbole aufgesprüht, nicht aufgestickt, wie bei Oma noch üblich. Die Geschirrtücher selbst waren ziemlich verschlissen. Asozial sowas, mit vollgesprühten Lumpen sein Feldgeschirr abzutrocknen!

    Andererseits scheint die Gegenseite auch nicht besonders reinlich. Die auf dem Bild abgebildete Andrea Müller könnte durchaus mal wieder eine Rasur vertragen!

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