Gratismut

Medien Gülle

Über den Gratismut jener Leute, die von den Auswirkungen eines westeuropäisch-russischen Krieges nicht betroffen wären, schreibt Albrecht von Lucke in der Freitag in einem überaus lesenswerten Artikel.

Ein gewaltiger Riß würde „zwischen der Meinung der Mehrheitsmedien und jener der Mehrheitsbevölkerung“ in der Frage der Krimkrise liegen. Heute rasseln „nicht mehr die Militärs mit dem Säbel … sondern schneidige Leitartikler und Großkommentatoren in den Schreibstuben. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ihr sehnsüchtiger Ruf seit 1989 – ,Gebt uns ein Feindbild‘ – wurde endlich erhört.

Dahinter verbirgt sich weit mehr als der Konflikt zwischen harten Putin-Gegnern und angeblich allzu weichen Putin-Verstehern; es geht in Wahrheit um den Gegensatz zwischen einer Weltsicht vom journalistischen Feldherrenhügel aus und einem tief historisch geprägten Denken, das die Qualen der Geschichte – das millionenfache Morden des letzten Jahrhunderts – noch gut in Erinnerung hat. Wie keine anderen Völker in Europa sind dadurch Deutsche und Russen – als Täter und Opfer – miteinander schmerzhaft verbunden.

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Das Ostblock-Board Politplatschquatsch führt an, wie die Propagandaträger mit zweierlei Maß messen und wie vergleichbar die heutige Agitation mit jener vergangener Epochen ist. „Propaganda allerorten, welche billige Parole eines Tages gültige Geschichtsschreibung sein wird, zeigt erst die Zeit.

Ein Überblick bei Friedensblick.

Bild oben: Die Leitmedien bestellen ihren Acker, allerdings findet nicht jeder die Ergüsse lecker.

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Horch & Guck

Telefon Überwachung

Er macht wieder von sich reden: Der britische Straßenkünstler Banksy brachte gestern im englischen Städtchen Cheltenham eine neue Straßenwandbemalung an. Vor Morgenanbruch soll er mit einem Wartungskombi aufgetaucht und ein Telefonhäuschen mit Plane abgedeckt haben, um sein neuestes Projekt durchzuführen.

Dieses Bild zeigt drei Geheimagenten, die neben der Telefonzelle seelenruhig Gespräche abhorchen. Banksy hat Cheltenham nicht zufällig ausgewählt, die Stadt ist schließlich Hauptquartier des GCHQ, dem britischen Pendant zur NSA. Natürlich ist das Bild nur symbolisch – die Telefonzellen sind Auslaufmodelle, ebenso die Schlapphüte mit Tonbändern im Straßeneinsatz.

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Zuckerschock

Corellis Früchte

Er war möglicherweise eine Schlüsselfigur zu dem mysteriösen Grußwort in einem Skinhead-Fanzine namens „Der Weiße Wolf“, in dessen Ausgabe 18 des Jahres 2002 ohne nähere Erläuterung fettgedruckt im Vorwort stand: „Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen ; -) Der Kampf geht weiter…“. Zu einer Zeit, als so gut wie niemand von einer Terrorzelle des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ wissen konnte, es sei denn, geheime Nazikreise oder klandestine Geheimdienstcliquen.

Die Buchstabenkombination „NSU“ sei auch sonst „kein bekanntes Kürzel in der Szene“ gewesen und der Hinweis in dem Fanzine selbst für die Chefermittler vom Antifaschistischen Pressearchiv apabiz, welches zeitweilig die Exlusivrechte an der NSU-Bekenner-DVD an gutzahlende Medienhäuser vertickte, „die erste uns bekannte Verwendung in Veröffentlichungen der Neonazi-Szene oder in derem Kontext“.

Bei dem Herausgeber des Fanzines stellten Ermittler einen Unterstützerbrief des NSU sicher. Textbausteine aus diesem Schreiben seien auch in dem von der Antifa vertriebenen NSU-Bekennervideo aufgetaucht. Der SPIEGEL schrieb im September 2012: „Dem Kuvert soll auch eine vierstellige Bargeldspende beigelegen haben … 2500 Euro.

Thomas R., der beim Bundesverfassungsschutz als „Corelli“ firmierte, verbuchte auf der Einnahmeseite die Heuer des Geheimdienstes für „Details zu geplanten Aktionen und Demonstrationen“ und auf der Ausgabeseite Werbeanzeigen „für seine Internetauftritte“ in diversen Szenepostillen. Er habe auch den „Weißen Wolf“ unterstützt. Geheimdienstnazi Thomas Corelli war möglicherweise also nicht nur „Namensgeber und Initiator“ des „Nationalen Widerstands Halle“, sondern auch des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ – bis das abgelagerte Namenspatent im Jahr 2011 für andere Zwecke herhalten durfte.

Corelli wurde im September 2012 als Spitzel „abgeschaltet“ und „an einen geheimen Ort gebracht“. Anfang 2013 wurde noch vermutet, daß er dank des Zeugenschutzprogramms „mit einer neuen Identität in England leben“ würde. Vor einigen Wochen wurde die Leiche des 39-Jährigen in der Nähe von Bielefeld gefunden. Nach offizieller Verlautbarung starb der Agent „an den Folgen einer zuvor nicht erkannten Diabetes-Erkrankung.

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Bingo

Rechtspopulisten-Bingo

Das Sendeformat „extra-3“ des am Tropf des Steuerzahlers hängenden Norddeutschen Rundfunks wollte gemäß Wikiblödia ursprünglich „einfach nur die Absurditäten des politischen Alltags“ abhandeln und beleuchtet heute „das politische Geschehen in Form von satirischen Kurzbeiträgen.“ Dabei ist dem Sender unlängst ein satirischer Coup gelungen: Tabellarisch listete er unter einem „Rechtspopulisten-Bullshit-Bingo“ Begriffe und Redewendungen auf, nach welchen pawlowsch veranlagte Zeitgenossen reflexhaft die Moralkeule zucken, um das Gegenüber mit einem kruden Rechtspopulisten-Vorwurf zum Schweigen zu bringen.

Die Satiresendung des Gebührenfunks greift dabei überproportional Kritik am Modell der mit dem staatlichen Gewaltmonopol liierten Sendeanstalten auf. So seien etwa Begriffe wie „Mainstreammedien“, „Staatsfernsehen“, „Zwangsgebühren“, „Staats-/Lügenpropaganda“ oder „GEZ-Propagandasendung“ eindeutiger Rechtspopulisten-Bullshit.

Wenn man nicht wüßte, daß es sich bei dem Sendeformat um eine staatliche Satiresimulation handelt, könnte man herzlich ablachen, ohne die Absicht einer Diskreditierung oder Delegitimierung von Medienkritik zu vermuten. So aber ist die Darstellung besonders belustigend, da die Absicht der offziösen Unterhaltungspropagandisten überaus offensichtlich ist.

Mittlerweile gibt es auch ein Kinderficker-Pigshit-Bingo, um „Mitglieder der Kinderfickerpartei und andere Pädathys“ an den von diesen benutzten Termini erkennen zu können.

Kinderficker-Bingo

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Menschenbild

Puppenspieler

Aus der Rede „Le Grand Remplacement“ des französischen Schriftstellers Renaud Camus:

Nur ein wirklich demütigende, niedrige, mittelmäßige und jedenfalls falsche Auffassung vom Menschen, eines dekulturierten, entwurzelten, herkunftslosen Menschen, der alle Werte verloren hat und austauschbar geworden ist, mit einem Wort, den Kriterien für die Umvolkung entspricht, nur ein solches entmutigendes Menschenbild könnte einem vermitteln, dass es bei einem Land mit einer völlig anderen Bevölkerung noch um dasselbe Land handelt.

Diese Auffassung vom Menschen ist aber genau die unserer Umvolker, die für ihre Geschäfte eben solche beliebig austauschbaren Menschen benötigen, die man einmal hierher und dann wieder anderswo hinstellen kann, je nach den Bedürfnissen der globalisierten Wirtschaft.

Diese austauschbaren Menschen sind dann diejenigen, die am laufenden Band der Lehre des Vergessens und der Industrie der Verblödung huldigen, in ihren beiden parallel laufenden und miteinander verquickten Zweigen, der Konsumverblödung einerseits und der Schattenwirtschaft andererseits.

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Domestizierung

CSD Berlin Niedergeworfene

Ein Kommentar zur angeblich angeborenen Homosexualität veranlaßte uns zu folgender Definition:

Homosexualität ist eine Domestizierungserscheinung. Sie kann andressiert werden, oder anders: Die Umstände der Sozialisation bedingen sexuelle Entartungen.

Als Entgegnung wird verlautbart, daß Entartung relativ sei, denn sie komme in der Art vor. Homosexualität sei „ein menschlicher Beschlussfall“. Nicht einmal „Völker mit nur wenigen tausenden Angehörigen“, wie manche „Pygmäen- oder Indianerstämme oder Ainos könnten durch Homosexualität ausgelöscht werde, durch homosexuelle Handlungen schon gar nicht.“ In einer Zeit, „in der die Völkervielfalt der Menschheit auf dem Spiel“ stehe, mache „sich die Rechte durch psychologsich durchschaubare sexuelle Vorbehalte unwählbar.“ – Unsere Antwort:

Es geht hier überhaupt nicht darum, Einzelnen für den soziologischen Kontext, der sie zu dem gemacht hat, was sie sind, einen Vorwurf zu zuzuweisen. Es ist weder für eine Kultur, noch für eine Zivilisation möglich, in einen Ur-Zustand der Menschheit zurückzukehren, in dem alle widernatürlichen Einflüsse auf die (sexuelle) Entwicklung ausgeblendet sind. Es ist aber dann doch auch eine Form der geistigen Entartung, das Unnormale als Normal zu proklamieren, sei es nun eine körperliche, sexuelle oder geistige Behinderung.

Der sogenannte “Linkstrend” der Gesellschaft ergibt sich doch lediglich aus dem fortlaufenden Zerfall traditioneller Schichten. Hohe Scheidungsraten, Kinderarmut, Generationenkonflikt, Fremdeinwanderung, mediale Dressur, Fachidiotentum usw. usf. – es gehört schon eine Menge angeborene und / oder bewußt erworbene Zähigkeit dazu, unter diesen Umständen nicht (mit-)behindert zu werden. Und auch, wenn man selbst von einigen der Viren infiziert sein mag, zeugt es doch von höherem Menschentum, den lebensfähigen Zustand anzustreben, als seine eigene Niedergeworfenheit durch eine Neudeutung des “Normalzustandes” vertuschen zu wollen.

Die Rechten (also parlamentarisch Fixierte) mögen in dem Dilemma stehen, beim Hinterherhecheln nach Wählerstimmen auf die Befindlichkeiten einer immer größeren Anzahl wurzelloser Individuen Rücksicht nehmen zu müssen, welche das Bewährte und Bewahrenswerte aus eigener Unzulänglichkeit heraus ablehnen. Entweder verbiegen sie sich dann bei ihrer Programmatik, oder sie sind selbst schon verbogen.

Die Konservativen – oder nennen wir sie lieber “Bewahrer” – können sich überlegen, ob sie sich für den kurzzeitigen Effekt als “Rechte” mit in den Sumpf ziehen lassen oder stoisch als letzte Menschen ausharren, hoffend, die Künder einer, auf bewährten Fundamenten fußenden, fruchtbareren Epoche zu sein. … Nun, das sind sie in jedem Fall, denn die Lebensgesetze lassen sich nicht ändern, und die Entartung selbst sorgt für den Untergang der Entarteten. Die letzten Menschen müssen aber damit rechnen, sehr einsam zu werden und zum Haßobjekt der Meute.

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Ramschmarkt

 Das ist keine Einwanderung mehr, sondern schon eher ein Rennen, Stürmen, Einfallen wie beim Öffnen der Türen zum Schlußverkauf eines Billigmarktes.

Gefunden hier

Und ein Ratespiel – was ist in dem Film zu sehen?

a.) Kampf um ein Handy in einem Slum östlich von Pretoria (Südafrika)
b.) Entwicklungshilfe für ein Dorf bei Bandundu (Kongo)
c.) Dschungelcamp auf einem Platz in der BRD-Hauptstadt

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