DSDS-Show

Bäumchen wechsel dich

Deutschland sucht den Superpräsidenten (DSDS), aber die Kandidaten für die Präsershow sollen sich nicht vor der Jury vorstellen dürfen. Der Ältestenrat des Parlaments überlegt, „auf eine Vorstellung der Präsidentschaftskandidaten in der Bundesversammlung zu verzichten. So solle verhindert werden, dass sich der NPD-Kandidat Olaf Rose öffentlich präsentiert.“ Blind-Vote sozusagen.

In der Jury zur Wahl des Staatsoberhauptes sitzen auch drei Wahlmänner der NPD, über deren Platzierung im Saal gestritten wird. Bei der letzten Präsidentenwahl, die den Schnäppchenjäger Wulff ins Amt hievte, hatten die NPD-Leute hinter den Grünen gesessen. Weil die Grünen jedoch eine Angehörige eines Opfers der mutmaßlichen Terror-NSU „unter ihren Wahlleuten haben, wollten sie die Nachbarschaft zur NPD diesmal aber nicht hinnehmen. Auch die Union lehne eine räumliche Nähe zu den NPD-Vertretern ab. Unter ihren Wahlleuten ist Mevlüde Genç, die 1993 beim fremdenfeindlichen Brandanschlag in Solingen mehrere Angehörige verloren hatte.

Die NPD-Leute stießen aber auch bei der SPD auf Ablehnung. Der Sohn des SPD-Wahlmannes Horst Schulze hatte sich vor 6 Jahren in Thüringen an einer braunen Rostbratwurst die Zunge verbrannt. Die FDP hingegen zieht ihren Vorsitzenden Philipp Rösler ins Feld. Röslers Mutter sei einst von einem amerikanischen GI bedrängt worden, dessen mutmaßlicher Onkel Kontakte zu dem Bruder eines ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS gehabt haben soll.

Die NPD-Wahlmänner wiederum wollen nicht hinter, sondern vor den Grünen sitzen, weil eigentlich die Nazis die Ökobewegung initiiert und die Grünen bloß darauf aufgesattelt hätten. Allerdings würden sie auch gern neben der FDP Platz nehmen, weil diese in den 1950er Jahren noch unter dem Banner Schwarz-Weiß-Rot auftrat. Wahlmänner_innen von Die Linke wünschen allerdings nicht neben der CDU zu sitzen, da sie Angst vor Rache-Ohrfeigen wegen des Kiesinger-Vorfalls haben. Die Piraten wollen wenn, dann nur im Winkel von 35° und in 4 Metern Abstand schräg vor der SPD sitzen, weil der Vetter des Uroßvaters eines französischen Sozialisten den Seeräuberhauptmann Schogugumil erschossen hatte.

Die Sendung „Deutschland sucht den Superpräsidenten“ scheint also spannend zu werden. Wie wird das Endergebnis aussehen, wenn die Parteien im Plenarsaal „Bäumchen wechsel Dich“ und „Mein rechter, rechter Platz ist leer“ spielen?

Partystimmung

Ein denkwürdiger Ausspruch im Vorfeld der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin aus einem Artikel der FAZ [1]:

Berlin ist das Feiern wichtiger als das Vorankommen. Wer feste Termine hat, weil er einer geregelten Arbeit nachgeht, ist Teil einer Minderheit. Nur 42 Prozent der Berliner finanzieren sich aus eigenem Erwerbseinkommen. Die anderen leben vom Staat, weil sie alt, arm oder arbeitslos sind. Kein Wunder, dass es die bürgerlichen Parteien hier besonders schwer haben.

Wir gratulieren auch der Seeräuberpartei zur Vervollkommnung des bunten Reigens.
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Sarazzismus

Europas besten Tischtennis-Unterricht anbieten zu können war unser Ziel“ [1]
Sarazzistische Volkspartei

Deutschland fürchtet sich. Im ehemaligen Land der Dichter und Denker ist neben dem Rassismus, Faschismus und Kapitalismus eine weitere Massenbewegung in der Wiederkunft, die allen Demokraten von der KPD bis zur CDU das Fürchten lehrt: der Sarazzismus. Es ist nicht die Partei der Braun- oder Blauhemden, sondern jene der Knitterhemden. Ihr Motto lautet: „bügelfrei“. Doch was will diese geheimnisvolle Bewegung wirklich? Da hilft ein Blick auf ihre gut frequentierte Internetseite.

Zunächst erst einmal entschuldigt sich die Sarazzistische Partei für Thilo Sarrazin: „Dr. Thilo Sarrazin hat sich manchmal etwas unglücklich bzw. mißverständlich ausgedrückt. Deshalb hier unsere Öffentliche Entschuldigung.“ Das ist gut und das ist wichtig. Vorsicht ist jedoch noch wichtiger, weshalb sich die SVP auch „von allen eventuellen auch zukünftigen Äußerungen“ Sarrazins distanziert, die irgend jemandem sauer aufstoßen könnten.

Dann aber das Hauptanliegen: „Verschenken Sie nicht Ihre wertvolle Stimme an eine rechte Partei. … Verschenken Sie also Ihre Stimme nicht sinnlos, sondern geben Sie Ihre Stimme nur der Sarazzistischen Patei. Und da von Wahlforschern 26% Wählerstimmen vorausgesagt werden, geht Ihre Stimme auch auf keinen Fall verloren.“ Einige Absätze weiter heißt es: „Meinungsforschungs-Institute sagen der SPV 26%-44%-56% der Wählerstimmen zur Bundestagswahl 2013 voraus.

Die Schlacht ist also so gut wie gewonnen, alle linken und rechten Diktatoren können ihre Reisekoffer packen. Schließlich „will die SPV Deutschland in die ERSTE ECHTE DEMOKRATIE DER ERDE verwandeln“ und die „sich als Demokratie tarnende Diktatur“ abschaffen. Das sollte angesichts der elitären Parteiführung kein Problem darstellen: „Das Team, das Sarrazins Reformideen umsetzt, blickt auf 30 Jahre Erfahrung in allen großen Parteien und auf 40 Jahre Erfahrung mit Wissenschaft zurück.“ Parteichef Kai Schulze besticht in seinen unglaublichen Fähigkeiten, die in Arbeitszeugnissen und Teilnahmebescheinigungen öffentlich einsehbar sind.

Doch auch die Volksgesundheit liegt der Volkspartei am Herzen. Neben BeTaTesh wird Tischtennis als zweite große Volkssportart empfohlen, weshalb ein SVP-Schulungslager für modernstes Tischtennis in Köln eingerichtet wurde: „Europas besten Tischtennis-Unterricht anbieten zu können war unser Ziel. Erfahren auch Sie, dass wir dieses Ziel erreicht haben.“ Das Trainingslager für Anfänger bis Hochleistungsspieler kostet 50 Euro Teilnahmegebühr: „Nur, wenn mindestens 5 Überweisungen eingegangen sind, findet das Trainingslager auch statt. Maximalteilnehmerzahl:27

Der Sarazzismus, welcher nach dem Marxismus, Leninismus, Stalinismus und Maoismus nun die fünfte personenbezogene Weltanschauungsbewegung ist, leitet ihren Namen indes nicht von Thilo Sarrazin ab, sondern – wie investigative Journalisten des Mitteldeutschen Rundfunks mühevoll recherchierten [2] – von dem Pseudonym Ines Sarazz, unter welchem in den 1970er Jahren an der Universität Marburg gesellschaftskritische Texte verteilt wurden.

Mutti Merkel zittert vor der Bewegung, doch die knitterhemduniformierten Sarazzisten stehen bereit für den Marsch auf Berlin. Die Rettung Deutschlands ist jedoch erst vollbracht, wenn der Schulze Bundeskanzler ist!

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Schwachmaten

Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch,
sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt
Modernisierungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer,
sie hat die Tendenz, in eine Vielzahl von Gruppen und
Gemeinschaften auseinander zu streben sowie die
Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüßen
.” [1]
Daniel Cohn-Bendit, Grünen-Politiker

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Manchmal ist es interessant, in den Archiven der Qualitätszeitungen zu blättern. Titelte eine Fotostrecke im Magazin Stern 2008 noch: „Messias Obama: Der neue Erlöser Amerikas“, so ließ der Focus die vom globalen Obama-Medienhype infizierten Massenmenschen ihren Führer feiern „wie einen Heilsbringer, der die Supermacht jetzt aus der Dunkelheit der acht Katastrophenjahre unter George W. Bush zurück ins strahlende Licht führen wird“. [2] Schnauzbart war gestern!

So schnell, wie er zum Präsidenten gewählt wurde, so schnell schießen seine neuesten Wahlergebnisse allerdings wieder den Keller. Konnten die bundesdeutschen Meinungsfabrikanten gegen den ehemaligen US-Präsidenten Bush nicht genug Häme ausschütten, so wittern sie nun Nazi-Extremismus, wenn sich gegen ihren von der Lichtgestalt mittlerweile zum bloßen „Reformpräsidenten“ mutierten Messias Widerstand regt.

Im „alten Europa“ dauern Erkenntnisprozesse derweil etwas länger. Mit steigenden Wähler-Umfragewerten für die GRÜNEN in der BRD steigt auch deren Mitgliederzahl und knackt die 50.000-Mensch_innen-Marke [3], was einen Leserbriefschreiber zu der Mutmaßung veranlaßt, daß „mit 51000 Schwachmaten“ das Potential „dieser Partei noch lange nicht erschöpft“ wäre.

Das mag seltsam anmuten, stellt doch eine neue Studie fest, daß sich die Deutschen – damit auch deren Anteil an Schwachmaten – schneller abschaffen, als bisher angenommen. [4] Doch mit kreativen Ideen ist immer noch eine Wahl zu gewinnen. So soll Anfang der neunziger Jahre der Europaabgeordnete der Grünen, Daniel Cohn-Bendit, sinngemäß den Kurs zur Machtübernahme dargelegt haben: „Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen. Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, um diese Republik zu verändern.“ – Yes, we can!

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Bundesotto

Alles läuft davon. Was ist nur los in dieser Republik?“ [1]
Joschka Fischer, Grünen-Politiker und früherer Bundesaußenminister

Es kann nur einen geben. Wählen Sie jetzt in radikaldemokratischer Direktwahl den KandidatIn in der Umfrage (linke Blogspalte, Wahllokal vier Wochen geöffnet).

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Wahlausgang

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Bilder sagen mehr als tausend Worte, ein Foto zur Erinnerung an die letzten Jahre stimmt fröhlicher als der Blick in eine ungewisse Zukunft.

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Erfolg macht sexy. Die LINKE

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Eine der erfolgreichsten, aufstrebenden Parteien ist die Partei Die LINKE. Zwar sind ihre Mitglieder im Schnitt weit über 60 Jahre alt und ihre sowjetstalinistischen Ideologiefragmente bereits so alterthümlich, daß man sie ins Museum stellen möchte, doch taugt sie noch gut zur impotenten Kanalisierung von Unzufriedenheiten. Deswegen sind ihre Führer nicht nur gern gesehene Gäste in vielerlei Talg-Shows, sondern werden für schmutzige Hände auch großzügig entschädigt.

Ihre Klientel umfaßt nicht nur rüstige RentnerInnen in Jeanshose und eiergelber 19.90-€ Stoffjacke, sondern auch Migranten und Punx, welche solche Rentner ansonsten verprügeln und ausrauben würden. Somit wird der Stab der DDR-Revolutionsgarden von den mutigen Kämpfern der Arbeiterklasse, Proletariern wie Lafontaine oder Gysi, an würdige Nachfolger weitergereicht und der Erfolg in das letzte Plattenbauzimmer eines HartzIV-Alimentierten getragen.

Erfolg macht sexy. Die GRÜNEN

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Ursprünglich hervorgegangen aus der Ökologiebewegung von Konservativen und anderen alten Naziverbrechern sind die GRÜNEN eine seit zwanzig Jahren aufstrebende Gruppierung, die der libanesische Journalist Abdel Mottaleb El Husseini liebevoll als „Prediger der Mulitkulti-Gesellschaft“ beschrieb. Dabei kennt man ihre Apologeten noch aus früheren Shows, allerdings würden die „Schweine im Weltall“ aus Gründen des öffentlich zelebrierten Klimaschutzes heute nur noch mit Ökostrom fliegen.

Die Mitglieder der Partei sind mit ihr gealtert und nun im Durchschnitt Mitte 40, gehören aber zum Bildungsbürgertum westdeutscher Großstädte, das glaubt, mit dem Konsum von Bio-Bananen und der Wahl Claudia Roths einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Der schrillere Teil ihrer sexy-motivierten Klientel zeigt hingegen, daß man auch bei einem gewöhnlichen CSD-Treffen soviel Müll auf die Straße werfen kann, wie die Wählerschaft der CDU in einem Jahr produziert.

Erfolg macht sexy. FDP

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Studiert man Erfolgskarrieren, so kommt man an der FDP nicht vorbei. Marschierte diese Partei in den 1960er Jahren noch mit schwarz-weiß-roten Standarten auf, so ist das Erfolgsrezept nunmehr Gelb. Mit farbenfroher Werbung bedarf auch eine konturlose Partei keiner markanten Gesichter. Lediglich bei Abweichlern dieses Gebotes kann es vorkommen, daß der Erfolg ausbleibt und sich ein Rettungsschirm nicht öffnet.

FDP-Wähler sind zwar rein statistisch die Besserverdienenden, jedoch auch jene, welche von der Ausbeutung durch die immer zahlreicher werdenden Alimentierungsbedürftigen am stärksten betroffen sind. Das ficht sie aber nicht an, so bleibt doch als Alternative immer noch die Emigration in das Erfolgsmodell Schweiz. Erfolg hat eine Farbe! Wenn sie das nicht glauben, dann schauen sie doch einfach in eine Steckdose!

Erfolg macht sexy. SPD

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Auf der Spurensuche nach Erfolg und Karriere darf man die SPD nicht übersehen, die seit den Sozialistengesetzen ein geschätzter Machtfaktor geworden ist. Unter Bismarck verboten würde sie heute Bismarck verbieten, wenn er noch lebte. Denn nichts geht über Feindbilder, wenn man sonst nicht viel mitzuteilen hat. So ist der „Kampf gegen Rechts“ ein Kampf gegen Phantomnazis, aus welchem die SPD immer als Sieger hervorgehen kann.

Erfolgreich ist die SPD rein statistisch vor allem bei Menschen hohen Alters, mit niedriger Bildung, wenigen Kindern und hohem Fernsehkonsum. Das durchschnittliche Alter ihrer Mitglieder wird nur von der LINKEN getoppt. In diesem Sinn will sich die SPD darauf konzentrieren, ihre linke Politik vor allem senilen Menschen zu vermitteln, um damit an die ungeheuer erfolgreichen Siebziger Jahre des vorletzten Jahrhunderts anzuknüpfen.

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