Knochig

NSU knochig

Fleischlose Kost bietet das NSU-Untersuchungsausschußboard PPQ: schmal und knochig, schmächtig und klein, mit längeren lockigen oder welligen Haaren bis auf Kinnhöhe, so wird jener Mann von beiden Zeugen einhellig beschrieben, der im Dezember 2000 einen Sprengsatz im Geschäft einer iranischen Familie in der Probsteigasse in Köln versteckte. Dennoch wurde von der Bundesanwaltschaft festgelegt, daß die kurzgeschorenen, muskulösen Uwes (Körpergrößen: 1,83 m und 1,86 Meter) aus V-Mann Corellis Nationalsozialistischem Underground die Täter gewesen seien.

Vom History-Sender n-tv wird als Täter hingegen der Mitangeklagte Holger G. favorisiert. Bei der Bildprojektion möglicher Verdächtiger im Gerichtssaal sei dieser „jedesmal auf seinem Stuhl“ erstarrt, „reckt seinen Oberkörper nach vorn und starrt auf die Projektionsleinwand im Gerichtssaal. Dabei bekommt er rote Flecken im Gesicht.“ Erst, als Uwe Böhnhardt mit Perücke ins Visier gerät, „lehnt sich Holger G. wieder entspannt zurück“.

Dem Sender n-tv sollte für diese auf kriminalistischer Beobachtungsgabe fußenden Täterüberführung ein Medienpreis verliehen werden. Auf einem Foto von Holger G. ist offensichtlich, daß die Täterbeschreibung „schmal und knochig, schmächtig und klein, mit längeren lockigen oder welligen Haaren bis auf Kinnhöhe“ auf diesen voll zutrifft.

Mehr zum Possenspiel bieten auch Georg Lehle auf seinem „Friedensblick“ und der Ermittler fatalist auf seinem neuen Blog.

Bild oben: Rote Flecken bekam er und die Augen grausam funkelten, als er des Stollendosenanschlages von Köln überführt wurde. Knochig wellt sein Haar ans schmächtige Kinn. Ein neuer Darsteller beim größten Terrorprozeß aller Zeiten betritt die Bühne. 

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Bundesregierung

anderes Volk wählen

Keine grundlegende Änderung bei unserer Umfrage, welche Terrortruppe als am Gefährlichsten eingestuft wird: Immer noch führt bei tausend repräsentativ Befragten die Bundesregierung in der Gruselskala mit 78 % – fast vier von fünf unserer Leser haben große Angst vor ihr. Weit abgeschlagen rangieren der schlangenbestickte Mannichlmörder (7 %), NSU-Chefpropagandist Paulchen Panther (6 %), Hollywood-Turbandarsteller Al Quaida (5 %), Fernsehmoderator Adolf Hitler (3 %) und die Doku-Terroristen von NSU und RAF (je 1 %).

Wir haben die Umfrage weder manipuliert, noch uns an ihr beteiligt. Allerdings ist das Ergebnis gerade für uns, die wir der Bundesregierung Treue und Eid und Pizza und Gehorsam geschworen haben, besonders erschütternd. Um unseren Untertanengeist zu bekräftigen, werden wir bei der nächsten Bundestagswahl auf dem Stimmzettel sowohl bei CDU, als auch bei SPD, Grüne und Linke je ein fettes Kreuz machen.

Antiduldungseinheit

Ist Ihnen die kleine Religionsgemeinschaft mit dem langatmigen Namen „Die Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“ bekannt? Wenn nicht, ist das nicht weiter schlimm, wenn Sie sich aber für diesen Verein engagieren, kann es passieren, daß Ihnen die Antiterroreinheit GSG 9 auf’s Dach steigt.

So geschehen bei einem Polizeihauptmeister der Inspektion Rosenheim, welcher nach einer uns zugespielten Gegendarstellung „auf seinem Fahrrad auf dem Rückweg vom Kindergarten … von zwei Polizeibeamten angehalten und auf offener Straße durchsucht“ wurde. Daraufhin stürmte die Antiterroreinheit mit Maschinenpistolen das Haus, in welchem sich die verdutzte Ehefrau mit ihren 2 Jahre und 4 Monate alten Kindern befand.

Ein Mädchenmörder? Ein Kinderschänder? Ein Kopftottreter? Nein, der Mann sei Ende vergangenen Jahres erstmals dem für seine dubiosen Schredderaktionen bekannten Verfassungsschutz aufgefallen. Er habe sich „aktiv“ in der zwar zugelassenen, aber als rechtsextremistisch klassifizierten Gruppe „engagiert“.

Die Medien schlagzeilten „Eliteeinheit GSG9 stoppt rechten Polizisten“ und „Nazi-Beamter ergibt sich“, leider ohne einen einzigen Hinweis auf eine Straftat des Beamten mitzuteilen. Gesucht wurde eine Waffe, mitgenommen allerdings Familienfotos, Speichermedien und Romane. Aus dem Umfeld des Polizeihauptmeisters hieß es später: „Eine Waffe wurde bei der Hausdurchsuchung nicht gefunden, weil keine existierte. Der Betroffene hatte lediglich eine Waffenbesitzkarte, auf der jedoch noch keine Waffe eingetragen war.

Bundespolizeipräsident Dieter Romann begründete den zwar teuren, dafür aber rechtsstaatlich um so skurrileren Einsatz der Antiterroreinheit so: „Mit dieser Aktion wollen wir zeigen, daß wir keine Rechtsradikalen in unseren Reihen dulden.“ Tja, in solchen Fällen ist der Einsatz der bewaffneten Antiduldungseinheit wohl gerechtfertigt!

Nazi-Katzen

Wohin mit den Nazi-Katzen?“, schlagzeilt die Sächsische Zeitung. Da die mutmaßliche Türkenmörderin Beate Zschäpe es vor ihrer Selbstanzeige versäumt hatte, ihre zwei Mäusefänger kaltblütig abzumurksen, wird sie nach ihrer Haftentlassung eine umfangreiche Rechnung präsentiert bekommen. Laut Tierschutzverein Zwickau, bei welchem die braunen Stubentiger derzeit in Untersuchungshaft sitzen, „beläuft sich die ausstehende Rechnung bis dato auf 1017,42 Euro. Pro Tag und Katze kostet die Unterbringung sechs Euro, dazu kommen Kosten für den Tierarzt.“ Sollte Zschäpe für ihre Missetaten 10 Jahre ins Gefängnis kommen, wird sie nach ihrer Haftentlassung an den Tierschutzverein Zwickau etwa 50.000 Euro für Unterbringung und ärztliche Versorgung zahlen müssen.

Nazibraut Zschäpe teilte auf Nachfrage mit, daß sie es nicht mehr geschafft habe, die zwei Vierbeiner zu ersäufen. „Dann hätte ich ja auch gleich all unsere Terrorwaffen entsorgen können.“ In ihrer Wohnung wollte sie die beiden Nazi-Katzen vor der Inbrandsetzung auch nicht einsperren. Die Terrorzentrale sei zwar „völlig abgefackelt“, doch sicherlich hätten die Tiere, ebenso wie Todeslisten, Speichermedien und Mordwaffen, unbeschadet überlebt.

Die beiden Mord-Miezen, die nach Auskunft von Geheimdienstkreisen Adolf und Eva heißen sollen, werden im Heim „namenlos unter einer Nummer geführt. Der Verein will vermeiden, dass Rechtsextremisten eine plötzliche Tierliebe zu den Katzen entfalten, und möchte auch aus diesem Grund deren Identität für sich behalten.“ Mehrere Naziführer reagierten darauf ungehalten. Sie hatten vorgehabt, die beiden Miezen auszustopfen und als Monstranzen vor ihren Aufmärschen herzutragen.

Die Sächsische Zeitung berichtet weiter, daß kurz nach der Inhaftierung von Adolf und Eva „Beamte des BKA“ kamen, „um Fotos von den Katzen zu machen und Speichelproben zu nehmen“. Auch Pfotenabdrücke wurden genommen, welche in der Terrorkatzenverbunddatei des Innenministeriums mit möglichen Straftaten abgeglichen werden. Eine 500köpfige Ermittlergruppe will in den kommenden Wochen feststellen, wieviele Mäuse die braunen Mordkatzen auf dem Gewissen haben und wo der gestiefelte Kater abgeblieben ist.

Die GRÜNEN  aus Niedersachen jedenfalls waren sich schon länger der Gefahr bewußt und thematisierten die Nazikatzen, welche man nicht immer auf den ersten Blick erkennen würde, bereits im Juni 2011:

Zwickerzellen

Versprecher eines Radiomoderators: Terrauer Zwickerzelle

Mittlerweile ist eine weitere Zwickerzelle bei Ingolstadt aufgeflogen. Sie nennt sich Autonome deutsche Intifada (AUDI) und soll für den Tod von hunderten Menschen verantwortlich sein, vorrangig auf Autobahnen und Bundesstraßen.

Sprachlos

Eine ganze Ermittlerarmee tappt immer noch im Dunkeln. Wer gehörte zum NSU-Terrornetzwerk? Wer war das Oberhaupt? Wer ist die rosarote Person in den Bekennervideos? War Uwe Mundlos das Sprachorgan der Terroristen? Steckten der Hallenser Dentist und die Nazibraut Zschäpe unter einer Decke? Was fummelte er ihr in den Gaumen? Rohrplomben?

Die Journalistin Julia Jüttner hat nun im SPIEGEL weitere Verquickungen des braunen Netzwerkes aufgedeckt. So sollen „Kameraden“ die Unterstützer der NSU unterstützen. Fraglich ist freilich noch, wer die Unterstützer der NSU-Unterstützer unterstützt, und ob die wiederum Unterstützer haben. Mit weiteren Ermittlungen wird das Terrornetzwerk immer größer und die Naziterrorweltverschwörung offensichtlicher. Ins Visier geraten ist bereits auch die Schöppinger Freiwillige Feuerwehr. Die soll 15 „verdiente Kameraden“ für ihre Treue ausgezeichnet und sieben befördert haben.

Aufklärungsquote

zu Wiedenroths Karikaturen

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