DIN-Arisch

Recht ist, was der prolet – arischen Klasse nützt.“ [1]
Wladimir Iljitsch Lenin

Daß die Skribenten der Meinungsfabriken nach jahrelangem Journalistikstudium überaus gebildet sind, steht überhaupt nicht zur Disposition. Auch nicht ihre Fähigkeit, den Faschismus aufzuspüren, wo immer er sich auch verstecken möge, und sei es nur in einem literarischen Wort. So enthüllt eine Katharina Höller in dem Rasse-Fachmagazin „Berliner Morgenpost“ die Büste eines Ariers [2], wie er dem DIN, also dem Deutschen Institut für Normung, entspricht: dunkeläugig und dunkelhaarig. Mithin ein echter DIN-Arier. Die Schlußfolgerung ist nur konsequent: das ist „stumpfer Rassismus“, Relikt einer barbarischen Zeit.

Weil gegen derlei Stumpfheit mit angespitztem Bleistift und scharfem Verstand auch weiterhin vorzugehen ist, werden bundesdeutsche Qualitätsjournalisten sicherlich bald aufdecken, daß sich in den Dinarischen Alpen zwei Ariergruppen versteckt halten, welche sich in einer blutigen Fehde bis auf’s Messer bekämpfen: die Vegetarier und die Proletarier. Und von den besonders regierungskritischen Medien wird demnächst enthüllt, welch widerwärtige Clique auf Kosten der arbeitenden Menschen die administrative Macht ausübt: die Parlamentarier. Perfide Herrenmenschen also, die andere versklaven.

Dagegen gilt der Widerstand – ¡No Pasarán!

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Ewigmorgige

Wir predigen Wein, aber wir trinken ihn auch.“ [1]
Klaus Ernst, Proletenfürst

Die Sozialistische Einheitspartei hat verfügt: Wenn die Garde des Proletariats von ihrem schweren Einsatz für die Rechte der Ärmsten der Gesellschaft ausruhen muß, so sollte ihr nicht mehr nur eine schäbige Datscha in Wandlitz zur Verfügung stehen, sondern sie darf in Sportflitzern oder 1.-Klasse-Abteilen zum Hummerschlemmen oder auf ihre Almhütten fahren. Schließlich muß die Avantgarde der Ewigmorgigen vorbildlich aufzeigen, was die ausgehungerten Proleten nach dem Sieg des Kommunismus zu erwarten haben: bedingungslose Grundeinkommen, Paläste der sozialen Gerechtigkeit und für jeden einen Porsche.

Derweil hat der Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff von der SED-Blockpartei CDU, die bereits bestehenden Vorzüge des realexistierenden Sozialismus in seinem Bundesland gepriesen: „Wir haben die beste Kleinkinderbetreuung der Welt.“ [2] Nun könnten Ewiggestrige entgegnen, das sei in einer Region, welche nach dem Vatikanstaat die geringste Geburtenrate der Welt aufweist [3], keine besondere Leistung.

Doch sollten alle MütterInnen, die im Land der Frühaufsteher tagtäglich in der Produktion für die enorme Wirtschaftskraft Sachsen-Anhalts werken, sich bewußt werden, daß sie irgendwann durch harte Fronarbeit und ohne nervende Bälger am Busen den Sieg des Kommunismus herbeiführen werden, der am Ende der Geschichte im satten, glücklichen Hospizkollektiv Einzug hält, in der Gemeinschaft der Ewigmorgigen, in welcher jedem MenschIn das Recht auf Bürgergeld, einen Wohnpalast und einen Porsche verheißen wird, um genüßlich Hummer schlemmen und auf Almhütten reisen zu können.

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