Schneekönigin

Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren
wird es in unseren Breiten nicht mehr geben.
“ [1]
Prof. Dr. Mojib Latif, Erderwärmungsforscher, im Jahr 2000


Nur aus alten Dokumenten ist noch zu erfahren, daß sich die honorige deutsche Wissenschaft einstmals um die Erderwärmung Sorgen machte. Fast auf den Tag genau vor vier Jahren veröffentlichte das Klimaforschungsmagazin „BILD“ das erschreckende Szenario und ließ die bekanntesten Erderwärmungsforscher zu Wort kommen.

Es ist so warm wie seit 12 000 Jahren nicht
Der Winter stirbt aus!
28.11.2006

Kiel – Die Weihnachtsmärkte öffnen, der Skiurlaub steht an, am nächsten Wochenende ist der erste Advent – und draußen steigen die Temperaturen auf bis zu 22,2 Grad!

Bis zu 20 Grad mehr als im letzten Jahr! Unser Wetter spielt verrückt: Temperatur-Rekord im November, es wird immer wärmer in Deutschland. Stirbt der Winter etwa aus? Klima-Experten sagen: JA! Schuld ist die Erderwärmung.

Professor Mojib Latif (52), Klimaforscher an der Uni Kiel: „In hundert Jahren werden wir praktisch gar keinen Winter mehr haben. Es ist auffällig, dass es in den letzten 50 Jahren ungewöhnlich viele milde Winter gegeben hat.“

Der bisherige Rekord für die letzten Wochen des Jahres wurde erst vor sieben Jahren in Freiburg aufgestellt – mit 21,7 Grad. Der kälteste Novembertag liegt lange zurück. Es waren –25,9 Grad am 28. November 1915 auf der Zugspitze.

Schuld an der aktuellen Wetterlage sind die subtropische Luftmassen, die das Tief „Nina“ vom Atlantik nach Deutschland drückt. In Süddeutschland kommt der Föhn mit einer Südströmung hinzu. Rekordwetter!

Aber wir erleben auch den Beginn des Klimawandels, der Erderwärmung. Im Durchschnitt war es vor 100 Jahren 0,8 Grad kälter als heute.

Und die Erwärmung wird sich noch beschleunigen! Wissenschaftler haben berechnet, dass die durchschnittliche Temperatur in den nächsten 100 Jahren um bis zu vier Grad steigen könnte. In 20 Jahren werden wir noch im Oktober in der Ostsee baden und in Hamburg Pfirsiche züchten können.

Nasa-Forscher James Hansen: „Wir haben die höchsten Temperaturen seit 12000 Jahren! Steigt die Temperatur nur um ein weiteres Grad, ist die höchste Temperatur seit einer Million Jahren erreicht!“

TV-Wetterfrosch Jörg Kachelmann (48) sagt: „Der Trend für die nächsten zwei Wochen ist klar: In diesem Zeitraum wird es in Deutschland wohl keinen Wintereinbruch geben.“

Seit drei Jahren jedoch zeigt die menschengemachte Erdrückkühlung immer größere Erfolge. Heute, vier Jahre nach dem BILD-Artikel, wollen wir bibbernd unserer Schneekönigin Merkel danken, daß sie das Ruder im letzten Moment herumgerissen und die Erde vor dem Hitzetod gerettet hat. Uns erwarten zwar keine Pfirsiche aus Hamburg mehr, aber dafür kann man bald auf der Adria Schlittschuh laufen.

Nachtrag: Spendensammlung

Jetzt können Sie auch für die Berliner Eisdomino-Aktion spenden:

Wenn Anfang Dezember im mexikanischen Cancún die Klima-Konferenz tagt, bauen wir vor dem Brandenburger Tor ein riesiges 30-Prozent-Zeichen auf – als Domino mit hunderten schmelzenden Eisblöcken. Unsere Botschaft: Die Zeit zum Handeln schmilzt dahin – jetzt muss die EU mit dem Klimaschutz-Ziel minus 30 Prozent CO2 mutig vorangehen.

Während auf der Spree dicke Eisschollen treiben, ist noch unklar, wie die teuren Eisblöcke zum Schmelzen gebracht werden sollen. Die Erderwärmungs-Veranstalter hoffen für Nikolaus auf einige Plusgrade, sind aber bzgl. einer künstlichen Eisblockschmelzung bereits in Verhandlungen mit einem CO2-freien Atomkraftwerk.

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Alles ist Re: Latif

Mein Milchmann sagt: Dies Klima hier, wen wundert’s?
Denn schuld daran ist nur die SPD.
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Rudi Carell zur Erdverkühlung 1975

Es ist ein Drama mit dem Wetter: Einmal ist es unerwartet kalt, dann plötzlich wieder warm. Schrecklich in einer Zeit, in der alles reguliert und normiert ist. Fragten wir angesichts des diesjährigen eiskalten Frühlings noch Anfang Juni, wann es denn mal wieder richtig Sommer würde, ein Sommer, wie er früher einmal war, mit Sonnenschein von Juni bis September und nicht so naß und so sibirisch wie im letzten Jahr, so kam er denn doch, plötzlich und herzhaft, gemäß der alten Bauernweisheit: „Im Februar Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß.

Angesichts der als Hitzewelle empfundenen 35 °C Außentemperatur stöhnten die Menschen, wenn die billigen Klimaanlagen ausfielen, welche die EIS-Züge auf etwa 15 °C herunterkühlten. Alte Frauen klatschten miteinander: „Sowas gab’s noch nie, ich kann mich erinnern, sonst waren im Sommer maximal 25 Grad.“ Und niemand wollte mehr das Lied singen, das Rudi Carell im Jahr 1975 über alle Funkkanäle verbreitete [1]:

Und was wir da für Hitzewellen hatten…
Pulloverfabrikanten gingen ein.
Da gab es bis zu vierzig Grad im Schatten
Wir mußten mit dem Wasser sparsam sein.

Hatten sich die Klimakröten zu Beginn des Jahrtausends angesichts einiger gefühlter warmer Sommer und milder Winter auf Aussagen versteift: „Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben“ [2], so wurden sie in den letzten Jahren eines Besseren belehrt, was die Theoretiker in die „dekadische Eiszeit“ flüchten ließ, welche uns für ein paar Jahre frösteln läßt, bis uns die Erderwärmung endlich wie Grillwürste bruzelt.

Nun aber im Juli – wer hätte das gedacht – plötzlich und unerwartet die wärmsten Tage des Jahres!

Schwadronierten wir am frühen Morgen des 14. Juli noch in einem Kommentarbereich [3]:

Angesichts der derzeitigen Hitze hätten die Klimaforscher im letzten harten Winter doch nicht so schnell auf die dekadische Eiszeit umschwenken sollen, sondern lieber von einer halbjährlichen Eiszeit sprechen sollen… Denn nun gucken sie wieder doof aus der Wäsche – diese heißen Sommertage wären wieder ihr bester Beleg für die Erderwärmung!

… so schlug „Deutschlands bester Klima-Experte Prof. Mojib Latif“ noch am Abend desselben Tages wieder zu und ließ in Deutschlands bestem Wissenschaftsmagazin BILD lauthals verkünden: „Deutschlands bester Klimaforscher sagt Temperaturen bis 50 Grad voraus“ [4]. Kaum orakelt, erreicht uns die nächste Schreckensmeldung: „Mit dem strahlenden Sonnenschein ist es bald vorbei … ein Temperatursturz um bis zu 15 Grad bahnt sich an … Fällt nach dem Tropensommer der Herbst aus und zieht direkt ein sibirischer Winter ein?“ [5].

Erderwärmung“ oder „dekadische Eiszeit“ – wir haben unsere eigene Theorie: Das Wetter spielt nur deswegen verrückt (im Sommer warm bis heiß, im Winter kalt bis eisig), weil der allseits beliebte Wetterfrosch Kachelmann im Knast sitzt.

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Wonnemonat

…mein Milchmann sagt, dies Klima hier wen wunderts,
denn Schuld daran ist nur die SPD.
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Rudi Carell

Als der Klimaforscher des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften an der Universität Kiel, Prof. Dr. Mojib Latif, im relativ warmen April 2007 orakelte: „Die Wahrscheinlichkeit für einen extrem heißen Sommer steigt,“ [2] ahnte er noch nicht, daß der Sommer 2007 zwar 0,7° Celsius über dem langjährigen Mittel, die gemessene Niederschlagsmenge jedoch um rund 30 Prozent über dem Durchschnittswert liegen wird.

Waren seinerzeit für Latif die April-Hitze und der fehlende Regen „Indizien dafür, dass die globale Erwärmung in Deutschland angekommen ist“, so meint Latif angesichts des diesjährigen eisekalten Bibber-Mai nunmehr: „Die Klimaerwärmung ist ein sehr langfristiger Prozess. … Daran ändern auch die aktuellen Temperaturen und der kalte Winter nichts.“ [4]

Zwar meinte Latif bereits im Sommer 2008, daß die Erderwärmung eine Atempause einlegt [5], doch spätestens, als die Erde über den isländischen Vulkan Eyjafjallajökull ordentlich ausatmete, hätte es mit dem Klimatod wieder weitergehen können. Doch vielleicht verschwindet die Erderwärmung auch im Ozonloch, erliegt dem Waldsterben oder verröchelt an der Schweinegrippe?

Da seit den 1950er Jahren eifrig Wetterstatistik betrieben wird, läßt sich konstatieren: Im Durchschnitt war der Mai 2010 um zwei Grad zu kalt. Er wird damit nur von den Wonnemonaten der Jahre 1957, 1961, 1962, 1987 und 1991 untertroffen. Nur gut die Hälfte der durchschnittlichen Maisonnenenzeit schien in diesem Jahr die Maisonne, ähnlich wolkenreich war es nur in den Jahren 1983 und 1984. Die Niederschlagsmenge war die zweithöchste seit den 1950er Jahren.

Ist man nun fast wieder geneigt, vor Überflutung- und Verdunkelungskatastrophen zu zittern und Solariengeräte oder Schlauchboote einzukaufen, so mildert sich das Szenario bei der rechnerischen Betrachtung des Gesamtfrühlings: zwischen Anfang März und Ende Mai erreichten Durchschnittstemperatur, Niederschlagssumme und Sonnenscheinstunden annähernd ihr langjähriges Mittel.

N A C H T R A G

Ein aufmerksamer Leser wies uns darauf hin, daß das Bild „Klimaschock auf Sylt: Erste Palmen gesichtet“ noch aus jener finsteren Zeit stammt, in welcher uns die Erderwärmung penetrierte. Unsere Lokalredaktion in Süderheidetal/Sylt sandte uns nunmehr die neueste Aufnahme:

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Erdrückkühlung

Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren
wird es in unseren Breiten nicht mehr geben.
“ [1]
Prof. Dr. Mojib Latif,
Klimaforscher des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften an der Universität Kiel


Über 15.000 Teilnehmer aus 194 Ländern der Welt, unter ihnen mehr als 100 Staats- und Regierungschefs, tausende Journalisten und zehntausende Demonstranten waren im Dezember per Flugzeug, Hubschrauber, Pkw, Bahn und Bussen für 2 Wochen nach Kopenhagen gereist, um die Erderwärmung zu beenden. Fast niemand hätte für möglich gehalten, daß die Umsetzung so schnell und so erfolgreich vonstatten gehen könnte. Doch wer jetzt noch zweifelt an dem Engagement unserer KlimakanzlerInnen und allen, die ihr bei der Erdrückkühlung helfen, der ist nun eines Besseren belehrt.

Bereits Anfang Januar wurde gemeldet, daß „im Nordosten der USA derzeit der kälteste Winter seit 1982“ [2] herrsche, dabei hatte er noch garnicht richtig begonnen. In der Mongolei wurden ganze Eisenbahnzüge von Schneewehen begraben, in Peking fiel soviel Schnee wie seit 60 Jahren nicht mehr, und es war dort seit 24 Jahren nicht mehr so so kalt gewesen. Auch „auf der koreanischen Halbinsel sorgten die stärksten Schneefälle seit mehr als 70 Jahren für Chaos.“ [3]

Zum ersten Mal seit 50 Jahren hat es auf dem ganzen Gebiet im europäischen Teil Rußlands im Monat Januar noch keine Plustemperatur gegeben. „Selbst im Sonnenland Spanien wurden Schneewarnungen ausgesprochen.“ Die letzte Kaltfront am Ende des Januars erreichte sogar Marokko und Algerien. [4] Die britische Insel erlebte den kältesten Winter seit 1981. [5]

Nicht ganz so erfolgreich ist die Erdrückkühlung in Mitteleuropa: Der Januar 2010 war in der BRD nur rund drei Grad kälter als im Durchschnitt und damit „der kälteste seit 1997. 23 Schneedeckentage gab es zuletzt im Jahre 1982.“ [6] Die Schweiz erlebte hingegen den kältesten Januar seit 23 Jahren. „Über die ganze Schweiz gemittelt war der Januar dieses Jahr bisher 1,5 Grad zu kalt. Der Januar 2009 war zwar nur geringfügig weniger kalt, kälter war es mit einem Temperaturdefizit von minus drei Grad letztmals allerdings im Januar 1987.“ [7]

Aus allen Teilen der Welt erreichen uns solch frohe Botschaften. Wichtig ist nun aber, die Nachricht über die begonnene Durchsetzung der Erdrückkühlung auch denjenigen zu melden, welche über keinen Zugang zu den staatlichen Nachrichtensendern verfügen. Das betrifft vor allem die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft. Vor allem Obdachlose legen sich in treuem Glauben an die Erderwärmung noch oft genug des Nachts zitternd auf die Erde, um sich in den eiskalten Nächten an ihr zu wärmen. Und um nimmermehr aufzuwachen.

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Eiszeit

Kräht der Hahn früh auf dem Mist,
ändert sich das Wetter oder bleibt wie’s ist.

Alte Bauernweisheit

Hatten wir in den 1990er Jahren schon nicht mehr die Möglichkeit, vor dem brutalen Ozonloch in die schützenden Wälder zu flüchten, welche bekanntlich bereits in den 1980er Jahren vom Waldsterben ratzekahl ausgemerzt wurden, so sorgten wir im letzten Jahrzehnt vor und legten uns etwas von jener Erderwärmung in den Keller, die seit dem letzten harten Winter und schwachbrüstigen Sommer Klimakatastrophe heißt. Dort haben wir sie gut verpackt eingelagert, denn da auch dieser Winter recht frostig ist, werden sich Medien und Wissenschaftler und Klimagegner und BundeskanzlerInnen und überhaupt alle, die von Angst und Hype und Sicherheitsversprechen und Alimentierung leben, im nächsten Jahrzehnt vielleicht auf die drohende Eiszeit konzentrieren.

Und wenn wir nicht sowieso allesamt an der Schweinegrippe untergehen, weil wir uns nicht getreu haben impfen lassen, dann wird das Sterben in der nächsten Dekade sicherlich genauso spannend wie die grausamen Tode der letzten Jahrzehnte.

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