„Bekanntermaßen rangieren Journalisten in der Einschätzung der Bevölkerung am Ende der Skala, zusammen mit Politikern. In einem Blog dieser Tage heißt es: ,Die Medien sind einseitig, abhängig und kampagnisieren statt zu informieren.’ Und ein anderer meint: ,Das Wohlverhalten der Medienmafia ist mit sehr viel Steuergeld erkauft.’ Und damit ist der Punkt erreicht, wo ein entscheidender Zusammenhang deutlich wird: diese Art von Journalismus
schadet letztlich der Demokratie.“
Detlef Kleinert, Bayernkurier

Es ist schon ein Kreuz mit den Nazis: Sie lauern an jeder Ecke, bedrohen, prügeln, saufen, grölen, marschieren überall und nirgends und stecken in jedem von uns (außer in Mutti), und niemand kümmert sich um diese dräuende Gefahr, mit Ausnahme jener mutigen Kämpfer gegen Haß und Intoleranz, die in den Amtsstuben und in der Zivilgesellschaft dafür bezahlt werden. Dennoch bleibt der unerschrockene Kampf von Journalisten gegen Hitler und seine neuen Faschisten, die sich als Schornsteinfeger oder Pfadfinder tarnen und in Zahlencodes unterhalten, immer auch ein Dolchstoß gegen die Einschaltquote.
Zum Glück gibt es ab und an Podiumsdiskussionen zu Themen wie „Rechtsextremismus und Medien“, während denen „Fachjournalisten mit dem Publikum über Erfahrungen und Strategien“ diskutieren können, so wie sie schon seit Jahren über Erfahrungen und Strategien gegen Rechtsextremismus diskutieren, während das faschistische Gespenst wächst und gedeiht und mit ihm die finanzielle Alimentierung der Geisterjäger aus dem Steuersäckel.
Die Podiumsdiskutanten waren sich immerhin einig darüber, „dass die immer schlechtere personelle Besetzung von Lokalredaktionen dazu führt, dass intensive Recherchen von lokalen Zeitungen und Radios kaum mehr möglich wären. Hier könnten Initiativen mit Recherchen hilfreich zur Seite stehen. Andererseits kannte jede und jeder auch engagierte Lokaljournalisten, die Probleme hatten, Berichte über Rechtsextremismus in der Region ins lokale Medium zu bekommen. ,Ich bekomme Anrufe von Lokalredakteuren, die mich bitten: Berichtet Ihr doch in einem überregionalen Medium darüber, dann darf ich vielleicht auch etwas schreiben’, berichtet etwa die freie Journalistin Andrea Röpke.“ [2]
Die Einschaltkrise führt zu Entlassungen und manchmal zur Auslagerung in Subunternehmen: jene „Initiativen“, die „mit Recherchen hilfreich zur Seite stehen“ können, dürfen bei Telepolis begutachtet werden – jenem Internetportal, das seine besten Zeiten hinter sich hat und auf das wir uns nach langer Zeit nun auch mal wieder verirrten. Dort begab sich ein Thorsten Stegemann auf die Spurensuche am rechten Rand, um bereits Erbrochenes zusammenzukehren und chronologisch geordnet zu einer neuen Anklageschrift zu verrühren, mit welcher sogar das von Nazis kryptisch Geäußerte verständlich wird: „Hinter diesen kryptischen Formulierungen verbirgt sich der unmissverständliche Versuch, den Wertekanon der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu untergraben.“ [3] Bei derart geistesakrobatischen Kausalketten wäre selbst Roland Freisler vor Neid so grün geworden, daß er um Claudia Roth gefrei(sler)t hätte.
„Hilfreich zur Seite stehen“ dem telepolizistischen Fachjournalisten Thorsten Stegemann die Genossen Lokalredakteure der „Antifaschistischen Gruppe A3 aus Rostock“, deren Einschätzungen über den Jugendbund Sturmvogel in der Rubrik „Im Blickfeld der Medien“ rezitiert werden. Wo Antifatruppen zu Medienvertretern avancieren, ist die vielfach preisgekrönte Qualitätsjournalistin Andrea Röpke nicht weit: „Wenige Tage später beschäftigte sich die Journalistin Andrea Röpke … mit der ,rechten Brutpflege’ und die Zeit … erklärte den ,Sturmvogel’ bereits zur ,Alternative’ für die verbotene HDJ.“
Da kann die ZEIT viel erklären und postulieren und deklarieren – die Medienkonsumenten mit dem gleichen Schema F wie bei der HDJ noch einmal zu langweilen, das wird kaum jemanden vom Hocker reißen, außer den Sensenmann der Einschaltquote. Qualitätsjournalistin Röpke klagte schließlich schon damals: „Also manchmal wird man das Thema gar nicht los. Es gilt ja oft als Quotenkiller.“ [4] Da wünscht man sich wieder so richtige Schlangennazis mit Teufelsbärtchen und Hitlerhörnchen, welche auf steifen Armen über die Mattscheibe grunzen.
Dann muß man sich die Wunschnazis eben drapieren, mit Glatze, Blut und Hitlergruß, oder die Kontakte von Pfadfindern über zehn Ecken zu den Mondnazis nachweisen. Hier wären die Kryptologen und Telepolizisten von Telepolis sicherlich die besten Fachexperten, auch wenn in den einst vollen Kommentarspalten dieser Internetseite zumindest bei diesem Artikel niemand weder Muh noch Mäh sagen will oder sich wenigstens zu einem Furz erbarmt. Dabei riecht doch der Schoß so furchtbar noch aus dem das kroch.
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