„Gestern hatte ich einen bösen Trunk gefasset.“ [1] Noch im vorigen Jahr hatte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischöfin Margot Käßmann erklärt: „Fasten bringt eine Chance für einen neuen Blick auf das Leben.“ Und auf die Frage, worauf sie gerade verzichte: „Ich verzichte auf Alkohol.“ [2] Heuer aber zeigte sie, daß ein „neuer Blick auf das Leben“ auch mit Alkohol möglich ist. So rauschte Frau Bischöfin mit ihrem klimakillenden VW Phaeton und 1,54 Promille an einer roten Ampel vorbei und mußte daraufhin einem Verkehrspolizisten das Röhrchen blasen. Dabei soll die Bischöfin gelallt haben, sie hätte nur ein Glas getrunken. Der Promillewert entspricht jedoch etwa 1,5 Litern Bier oder 0,75 Litern Wein. [3] Das zeigt, daß die Ausschankgläser im Raum Hannover eine beachtliche Größe besitzen. Ob die Bischöfin nun zum Idiotentest muß oder von ihrem Klerus abgesägt wird, ist offen. Luther jedenfalls übersetzte bereits vor 465 Jahren die Prophezeiung der wackelnden Krone: „Wehe der prächtigen Krone der Trunkenen von Ephraim, der welken Blume ihrer lieblichen Herrlichkeit, welche stehet oben über einem fetten Tal derer, die vom Wein taumeln!“ [4] Hatte bereits der bekannte Comiczeichner Wilhelm Busch das traurige Schicksal der frommen Helene in Bilder gegossen [5], so meinte Luther gnädig mit Blick auf Frau Käßmann: „Der Wein und die Weiber bringen manchen Jammer und Herzeleid, machen viele zu Narren und zu wahnsinnigen Leuten. Wollen wir darum den Wein wegschütten und die Weiber umbringen?“ [6] Wie obiges Bild zeigt, gibt es auch andere Möglichkeiten der Entsorgung. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Es ist ein Brauch von alters her: »Nein!« – ruft Helene – »Aber nun Sie kniet von ferne fromm und frisch. Es läßt sich knien auch ohne Pult. Man liest nicht gerne weit vom Licht. Oft liest man mehr als wie genug. Gefährlich ist des Freundes Nähe. O sieh! – Im sel’gen Nachtgewande Mit geisterhaftem Schmerzgetöne – Umsonst! – Es fällt die Lampe um, Und hilflos und mit Angstgewimmer Hier sieht man ihre Trümmer rauchen. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Martin Luther am 29. Juli 1534
Wer Sorgen hat, hat auch Likör!
Will ich’s auch ganz – und ganz – und ganz –
und ganz gewiß nicht wieder tun!«
Die Flasche stehet auf dem Tisch.
Die Flasche wartet mit Geduld.
Die Flasche glänzt und rührt sich nicht.
Die Flasche ist kein Liederbuch.
O Lene, Lene! Wehe, Wehe!
Erscheint die jüngstverstorb’ne Tante.
»Helene!« – ruft sie – »Oh, Helene!!!«
Gefüllt mit dem Petroleum.
Verkohlt dies fromme Frauenzimmer.
Der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen.
Abgelegt unter: religion, soziologie | Mit Tag(s) versehen: alkohol, besoffen, betrunken, bischöfin, käßmann, luther, promille, suff, wilhelm busch | 9 Kommentare »











