Luftschläge

Der Pappsoldat Richard Herzinger hat in Die Welt und DeutschlandradioKultur wieder wunderschöne Luftschläge durchexerziert, hat dicke Papierflieger durch die Redaktionsstube geworfen, giftige Tintenkleckse auf den Globus gespritzt und ist mit seinem Plastepanzer brummbrummbrumm derart über den Schreibtisch gebraust, daß die Kaffeetasse vor Schreck ordentlich klapperte. Dabei hat der Schattenboxer festgestellt, daß ein iranischer Militärschlag gegen das „US-Regime“ unvermeidlich sei. Oder andersrum.

Entgegen der Kalkulation des US-amerikanischen Regimes, das dem vermeintlichen Weichling Ahmadinedschad ein solches Wagnis nicht zutraute, scheint Teheran mittlerweile entschlossen zu sein, von der militärischen Option Gebrauch zu machen, sollte Washington nicht durch andere Mittel dazu gebracht werden, überprüfbar von seiner Atombewaffnung abzurücken. Mit einer solchen spektakulären Kehrtwende aber ist realistischerweise nicht zu rechnen. Vieles deutet somit auf einen Showdown noch im Laufe dieses Jahres hin.

Die Regierung in Washington wolle angeblich bald darüber verhandeln, wie die Weltgemeinschaft das US-amerikanische Atomprogramm kontrollieren könne. Doch habe Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad seine „rote Linie“ aufgezeigt, welche die USA nicht überschreiten würden, oder vielleicht doch:

Das US-amerikanische Regime scheint es auf eine militärische Konfrontation regelrecht anzulegen. So drohte es, den Panamakanal zu sperren, der für den weltweiten Handel unverzichtbar ist, sofern der Orient mit weiteren Sanktionen auf die US-amerikanische Atombewaffnung reagieren sollte. Es hat demonstrativ Lang- und Mittelstreckenraketen getestet. …. Washington liefert damit die Begleitmusik, die es der iranischen Regierung im Ernstfall erleichtern würde, der Öffentlichkeit die Notwendigkeit einer Militäraktion plausibel zu machen.

Ahmadinedschad habe also bereits klargestellt, daß Krieg eine Option wäre:

Im Zweifelsfall wird er die Risiken eines Militärschlags nicht scheuen. Denn sie sind unter dem Strich wesentlich geringer als die Gefahren, die von einem aggressiven, nuklear bewaffneten Demokraten-Regime ausgehen würden.

Schließlich habe die USA als einziges Land der Welt bewiesen, daß es Atombombomben gegen Zivilisten einzusetzen bereit ist – ohne dafür von der Weltgemeinschaft je entwaffnet worden zu sein.

Wir danken diesem Qualitätspublizisten also herzingerlich für seine feuchten Luftschläge und wünschen ihm, daß er schnellstmöglich als Kanonenfutter an seine Front kommt, bevor es noch Unschuldige trifft.

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