Wer hat es gesagt? No. VI

Wer sprach vor wenigen Tagen die bitteren Worte zum Schafschweinwolf?

Folge niemals, niemals, niemals der Masse. Sie verwandelt dich zum Schaf, zum Schwein und dann zum Wolf.

Auflösung: Martin Lichtmesz

Gefährliche Ergebnisse

Seit einiger Zeit läuft unsere Gefahren-Umfrage (rechte Bildseite), welche spektakuläre Einblicke in die Befindlichkeiten unseres demokratischen Gemeinwesens bietet. So hatten wir mehrere Terrortruppen und gefährliche Einzelaktivisten aufgelistet, um nachzuforschen, wer von ihnen am Miesesten, Brutalsten, Tyrannischsten und Schrecklichsten eingestuft wird.

Zwischenstand: Vor terroristischen Organisationen traditioneller Strickart wie der RAF und dem NSU hat so gut wie niemand Angst. Nur 3 Prozent fürchten sich vor Al Quaida, 5 Prozent vor Adolf Hitler, 6 Prozent vor Paulchen Panther und 8 Prozent vor dem Mannichlmörder. Am gefährlichsten jedoch wird bislang die Bundesregierung eingestuft. Fast vier Fünftel aller Befragten fürchten sich vor dieser Gruppierung.

Adolf Hitler, der trotz seines hohen Alters immer noch täglich Fernsehsendungen moderiert und als Volksschauspieler in unzähligen Filmen mitwirkt, ist entsetzt: „Wir haben uns redliche Mühe gegeben, immer wieder herauszustellen, wer als gefährlich zu gelten hat. Auch der abgeschlagene Zweitplatzierte, unser glatzköpfiger Statist mit dem Lebkuchenmesser, der sich extra eine grüne Schlange an den Hals hat tätowieren lassen, ist stinksauer angesichts dieser Umfrageergebnisse!

Moderator Adolf Hitler will nun die Prävention verstärken. Gefährlich sei schließlich nicht das, was Macht, Einfluß und Gewalt habe, sondern das, was von der Obrigkeit per Agitprop als bekämpfens- und vernichtenswert vermittelt werde.

Befreiungsgeschenk

Die Mitteldeutsche Zeitung pflegt einen Duktus, den wir 23 Jahre lang schmerzlich vermißten:

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat am 67. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus ein neues Programm zur Stärkung der Demokratie und des Engagements gegen Rechtsextremismus verabschiedet.

Nun geht es endlich wieder vorwärts im Vierjahresplan zur Bekämpfung des Faschismus! Die ersten Betriebe und Kollektive der verstaatlichten Banken und Agrargenossenschaften richteten ihre Dankesbotschaften an den Generalsekretär Sachsen-Anhalts, den Demokraten Reiner Haseloff:

„Nie wieder Faschismus! Das war die Parole aller Antifaschisten, die im Großen Vaterländischen Krieg mutig gegen die Hitlertruppen kämpften. Daß Genosse Reiner Haseloff an vorderster Front gegen die braunen Schergen des Kapitals antritt, ist bewundernswert! Der VEB Getränkekombinat Magdeburg hat der Landesregierung einen Präsentkorb zugesendet. Zum Wohle!“

„Genosse Reiner, wir vom Kollektiv Adolf Hennicke aus dem Mansfelder Land wollen auch in diesem Jahr den Plan im Bergbau übererfüllen, damit Gelder übrigbleiben für die Genossen in den Präventionsbüros, die darüber wachen, daß kein falscher Gedanke unsere Demokratische Republik befleckt.“

„Die Brigade 12 des VEB Buna-Leuna-Werkes dankt den Genossen der Landesregierung dafür, einen finanziellen Beitrag zum Sieg beisteuern zu dürfen. Wir sagen alle: Danke! Nun aber an die Arbeit, ihr Genossen und Genossinnen in den Betrieben!“

Zum Geburtstag Lenins möchten die Schüler_innen und Schüler Sachsen-Anhalts der ruhmreichen Sowjetunion ein besonderes Geschenk machen: Sie wollen Reiner Haseloff an die Lomonossow-Universität nach Moskau delegieren, wo er zehn Jahre lang Marxismus-Leninismus studieren darf. Bedenken dagegen äußern nur wenige, welche fürchten, die dadurch entstehende Lücke in der Landesregierung könnte schwerlich aufzufüllen sein.

Salat fisten!

Endlich mal eine Abwechslung: Mehr als 20 Jahre lang trugen die Bösewichter auf den häßlichen Abziehbildern der pluralistischen Medien stets polierte Glatzen, braune Bomberjacken und blutbeschmierte Bumsballkeulen. Doch plötzlich haben die gleichen Statisten als Salafisten wilde Zotteln, lange Bärte und breite Turbane. Gestik und Mimik ist freilich die Gleiche: abstoßend, abschreckend, abartig, abscheulich – empörend und betroffen machend.

Es ist bezeichnend, daß die Faschisten ihr Dasein nun als Salafisten fristen: Mußten sie früher als „Nazis“ immer ausländerfeindliche Parolen grölen, so spielen sie nun mangels reellem Nazivorkommen die fanatischen „Musels“, welche in den letzten Jahrzehnten unbedacht ins einstmals beschauliche Good Old Germany geschleppt wurden. Oder nein, die so wurden, wie sie sind, weil sie von der Mehrheitsgesellschaft diskriminiert werden, so wie damals, als sie noch keine Haare hatten, das Schwarz ihrer Fahnen Rot und im weißen Kreis kein islamischer Kauderwelsch, sondern ein zackiges Hackenkreuz war.

Demnächst werden wohl diese „Muselbanden“ statt der „Nazibanden“ auch im brandenburgischen Gaststättenwesen die Nazirolle übernehmen: Ein Schankwirt, welcher derart rechtloses Gesindel bewirtet, wird mit harten Sanktionen bis in den Bankrott getrieben (siehe hier: Neonazis als Salafisten getarnt). Zukünftig dürfen also auch die „Neomusels“ – statt in Junkers Kneipe bei deftigem Schweinebraten zu schwelgen – nur noch angesäuert in Muttis Salat fisten.

Wallfahrtsort

Die Sonne nestelt sich durch Wolken und wärmt die Fluren, die Natur grünt und blüht. Es gibt viel zu tun, von früh bis spät. Doch auch im herrlichsten Frühling geistert die Nationalsozialistische Untergrundarmee (NSU) durch die Medien. Deren Terrorzentrale, die sich in der Zwickauer Frühlingsstraße 26 befand, ist jetzt abgerissen worden, wie die Frankfurter Rundschau ausführlich kriegsberichterstattet, obwohl das Gebäude im Jahr 1928 „von einem jüdischen Mäzen“ als Siedlerheim errichtet wurde – freilich nicht für heimliche NSU-Siedler, sondern für kinderreiche Mitarbeiter der Zwickauer Horch-Automobilwerke.

Interessant hierbei ist, daß nach dem Zweiten Weltkrieg die in Westdeutschland neu gegründete Auto-Union (Audi) Rechtsnachfolger der Horch-Gruppe wurde. Audi ist im Latein der Imperativ Singular von audire (zu Deutsch hören, zuhören) und bedeutet „Zuhören!“ oder eben „Horch!“. Anno 1969 fusionierten die damalige NSU AG und die zum Volkswagen-Konzern gehörende Auto Union GmbH mit Sitz in Ingolstadt zur Audi NSU Auto Union AG mit Sitz in Neckarsulm.

Unser Blog für investigative Recherche wußte bereits am 3. Februar diesen Jahres zu berichten: „Mittlerweile ist eine weitere Zwickerzelle bei Ingolstadt aufgeflogen. Sie nennt sich Autonome deutsche Intifada (AUDI) und soll für den Tod von hunderten Menschen verantwortlich sein, vorrangig auf Autobahnen und Bundesstraßen.“ Soweit zu den politischen Zusammenhängen zwischen der Zwickauer Wohnung und den Dönerterroristen.

Doch auch die Hausnummer 26 hätte schon weitaus früher Verdacht erwecken können. So stehen die Ziffern 2 und 6 im Alphabet für „B“ und „F“, was der Geheimcode für „Blood & Fire“ ist, einer brutalen Internetorganisation. Deshalb findet es Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß „besser, wenn das Haus verschwindet, bevor es zu einem Wallfahrtsort für Menschen wird, die den Nationalsozialismus verherrlichen“. Diese wallfahrenden Verherrlicher sollen schließlich, anstatt ihre Zeit mit Herumwallfahren totzuschlagen, lieber ihrer eigentlichen Tätigkeit als echte Neonazis nachgehen: Hakenkreuze in Pobacken ritzen oder kleine Kinder in Schwimmbädern ersäufen zum Beispiel.

Eine Anwohnerin allerdings hegt Zweifel: „Der Abriss bringt gar nichts. Als ob die Rechten, bloß weil da mal eine Wiese sein wird, nicht hinkommen könnten, um Blumen abzulegen oder zu demonstrieren.“ Das werden diese Rechten auch machen: Sie wollen rote Rosenblätter streuen und auf der Wiese Purzelbäume schlagen. Das alles unter den Argusaugen der beiden ausgestopften NSU-Nazikatzen, von denen die erste (Adolf) bereits aus den Fängen des Zwickauer Tierheims befreit werden konnte.

Die Entscheidung für den Abriß sei allerdings schon sehr früh gefallen, sagt die Oberbürgermeisterin, nämlich gleich, nachdem zwei Drittel der Terrorarmee liquidiert waren, ihre Zentrale in die Luft flog und die Bekenner-DVD’s und Todeslisten weit in die Lande verstreute. Der Polizeipräsident habe ihr sogleich „Videos von einem Aufmarsch Rechter in Bautzen am 1. Mai letzten Jahres gezeigt. ‚Schwarz gekleidet, mit weißen Masken, so zogen die durch die Stadt’, sagt sie. ,Der Polizeipräsident sagte, das könnte uns hier auch drohen, denn die Rechtsterroristen hätten sich ein Denkmal setzen wollen mit dem Abbrennen des Hauses in der Frühlingsstraße.’“ So war der Abriß die einzige Lösung, denn einen halbverkohlten Wallfahrtsort könne in Zwickau niemand gebrauchen, Denkmäler habe die Stadt genug.

Der Abriß mitsamt Vertreibung der übrigen Anwohner kostet 200.000 bis 300.000 Euro. Diskutiert wird noch, ob das Abrißgut an einem geheimen Ort vergraben werden soll, so wie der Schutt des nach dem Dahinscheiden des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess abgerissenen Spandauer Militärgefängnis – nicht, daß die Schutthalde selbst noch zum Wallfahrtsort für braune Rattenfänger wird. Schließlich sind bereits zur Brandruine in der Frühlingsstraße 26 im November letzten Jahres unzählige Menschen gekommen, „um die Ruine zu fotografieren. Darunter viele Leute, die von ihrem Äußeren her wie Rechte aussahen.“ Also Glatze, Bomberjacke, Springerstiefel und Baseballkeule, dazu die obligatorische gefangene Ratte auf der Schulter.

Im Juni wird dort, wo das Haus stand, der Rasen grünen.“ Dann also soll endlich Gras über die Sache gewachsen sein, so hoffen die Zwickauer. Doch die braunen Nagerjager flechten schon Erinnerungskränze und üben an ihren Purzelbäumen.

Gegen Pelze?

Wie tief sind die Zwickauer Biobauern in die Terrorserie der Nationalsozialistischen Untergrundarmee (NSU) verstrickt? Polizisten, die in der völlig ausgebrannten Terrorzentrale der Zwickauer Mörderzelle neben einem Waffenarsenal, unzähligen Todeslisten und Bekenner-DVD’s auch den Computer der „Nazi-Braut“ Beate Zschäpe entdeckten, fanden auf der Festplatte heiße Spuren:

Immer wieder surfte Zschäpe auf Pornoseiten. Bisweilen schon vormittags, meistens am Abend klickte sie auf Websites wie „Gina Lisa Sexfilm“, „Dirty Tracy“ oder „Jasmin geil im Keller“. Vor allem „sexy Cora“ schien sie zu faszinieren.

Wenn sich die mutmaßliche NSU-Terroristin unbeobachtet fühlte, browste sie vor allem durch Internetangebote, die Reisen, Musik oder Gesundheit  thematisierten, aber „niemals Politik oder gar Nazi-Propaganda“. Mimikry-Nazis, wie sie im Antifa-Handbuch stehen, genauso wie Zschäpes Nazikatzen! Gefährlich unscheinbar waren ihre braunen Sehnsüchte:

Sie informierte sich über das Brandenburger Traumstrand-Biotop „Tropical Islands“, Disneyland Paris, Zeltplätze an der Ostseeküste oder argentinisches Essen. Aber sie erkundigte sich auch nach Hartz IV, interessierte sich für Rapper Bushido und wollte alles über die TV-Show „Big Brother“ erfahren.

Kein Wunder, daß sie nicht in die Fänge der Internet-Polizei oder des Bundeszensuramtes fiel. Selbst, als ihre beiden Terrorbrüder Böhnhardt und Mundlos am 4. November 2011 in Eisenach bereits erschossen waren, surfte sie noch unbefangen im Internet. „Laut Internetprotokoll besuchte sie von 13.07 Uhr bis 13.26 Uhr die Websites von Greenpeace, der Tierschutzaktion ‘Gegen Pelze’ sowie ‘Biobauern Zwickau’.

Laut unbestätigter Informationen soll das Bundesinnenministerium in einem internen Schreiben mitgeteilt haben, alle diese drei Organisationen demnächst verbieten zu wollen. Die Bundeskanzlerin entschuldigte sich mittlerweile bei den Pelzen.

Kritikasterung

Für seinen Roman „Die Blechtrommel“ erhielt Günter Grass im Jahr 1999 den Literaturnobelpreis. Wir erfahren, wie der gemeinhin als „Literaturpapst“ klassifizierte Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki mit diesem Roman auf einen fahrenden Zug aufsprang, weil er drei Jahre nach der Erstlektüre feststellte, daß das Werk eigentlich doch „ungeheuer humorvoll“ ist:

F.A.Z.: Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass Sie im Fernsehen über seinen Roman „Im Krebsgang“ über den Untergang der „Gustloff“ gesagt haben, Sie hätten bei der Lektüre geweint, so überwältigt waren Sie.

Literaturpapst: Hm. Ja, das war ganz gut. Kein Meisterwerk, kein geniales Werk. Aber ganz gut geschrieben. Nicht so genial wie die „Blechtrommel“. Die wird bleiben. Weil es so humorvoll ist.

F.A.Z.: Humorvoll?

Literaturpapst: Ja, ungeheuer humorvoll. Beinahe auf jeder Seite.

F.A.Z.: Da müssen wir kurz noch mal an Ihr erstes Urteil über die „Blechtrommel“ erinnern.

Literaturpapst: Ja.

F.A.Z.: War nicht so günstig.

Literaturpapst: Nein, das war sehr ungünstig. Aber ist es falsch?

F.A.Z.: Sie selbst haben drei Jahre später gesagt, Sie hätten sich geirrt.

Literaturpapst: Ich habe unterschätzt, dass er doch ein großer Humorist war, ja.

F.A.Z.: In Ihrer ersten Kritik schrieben Sie, das sei zu formlos, voller Geschichten zwar, aber ungebändigt. Wie Zigeunermusik. Das haben Sie dann zurückgenommen.

Literaturpapst: Nein! Das mit der Zigeunermusik nicht. Da war doch was Richtiges dran.

F.A.Z.: Was hatte Sie bewogen, Ihr erstes Urteil noch einmal zu überprüfen?

Literaturpapst: Die Leute waren so hingerissen davon, dass ich es mir noch mal angesehen und festgestellt habe, da ist schon etwas dran.

Schön, daß der Literaturpapst noch rechtzeitig den richtigen Riecher hatte, getreu dem Motto: „Millionen Fliegen können nicht irren: Scheiße ist eßbar“. Wobei diese Metapher keine Wertung der Grassschen Literatur kolportieren soll, bestenfalls den Hinweis, daß Martin Walser auch den „Kot eines Kritikers“ hätte sezieren können.

Immerhin läßt der Papst am neuesten Grass-Erguß kein gutes Haar:

Literaturpapst: (Nimmt es zur Hand.) Nein. Ich sehe keine Reime. Gut, Reime müssen nicht sein. Gut, dann muss es Rhythmus sein. Nein. Gibt es nicht. Dann muss es das Vokabular sein, die Wörter, die Melodie. Es muss irgendwas sein. (Liest.) Es ist schrecklich. Es ist poetisch gar nichts. (Liest.) „Mit letzter Tinte“. Das ist natürlich sehr gut.

Das finden wir auch, und so teilten wir bereits drei Tage vor der päpstlichen Kritikasterung mit: „Warum man diesem Schriftquark nun besondere Aufmerksamkeit widmet, erschließt sich nicht. Das ist eine sprachlich mittelmäßige Erklärung, keineswegs mitreißend. Opa-Geschwafel eben, der typische und beliebige Ego-Psycho-Einheitsbrei “Ich-Ich-Ich!” des 68er-Literaturbetriebs. Zum Glück sind’s, wie er seinem Publikum mitteilt, seine letzten Tropfen Tinte.

Das Interview mit Reich-Ranicki ist von Anfang („Es ist ein ekelhaftes Gedicht“) bis Ende („Ach, es ist alles schrecklich!“) überaus belustigend.

Gleichschaltung

„Gleichgeschaltete Presse? Gibt es nicht! Bei uns können Sie unter hunderten Zeitungen wählen!“

Poesie

Zugegeben, als wir die oben abgebildete Ballade verfaßten, ahnten wir noch nichts von dem literarischen Erguß unseres Kollegen Günter Grass. Doch wie es der Zufall will, ist sie die sprachliche Verkürzung des GraSSschen Gedichtes, freilich weitaus kunstvoller – immerhin stimmt hier das Versmaß.

Günter, wir schreiben Dir unsere Poesei in Dein Poesiealbum!

Osterhäs_innen

Wir sind heute live verbunden mit Frau Löffelsteif, Chefin der Eierlegeanstalt Rammel IV:

eulenfurz: „Guten Tag, wir freuen uns, einen Osterhasen in der Leitung zu haben.“

Osterhase: „Hallo Frau Eulenfurz, aber gleich ein Einwurf: Von Leitung kann keine Rede sein. Wir Osterhäs_innen werden auch nach Jahrhunderten noch diskriminiert! Als Geschenkebringer dominieren immer noch Männer, vor allem die Weihnachtsmänner. Sie werden als viel wichtiger wahrgenommen.“

eulenfurz: „Ist das so? Ostern dauert immerhin vier Tage mit 3 Feiertagen, Weihnachten nur zweieinhalb Tage mit 2 Feiertagen!?“

Osterhase: „Aber wir sind doch völlig unterrepräsentiert, schauen Sie sich nur die vielen Weihnachtsfilme an. Haben Sie je schon einen Osterhasenfilm gesehn, und dann noch einen, der die Osterhäsin in ihrem weiblichen Selbstverständnis würdigt?“

eulenfurz: „Nein, das stimmt. Osterhäs_innenfilme gibt es wirklich nur sehr wenige.“

Osterhase: „Und dann das Verstecken: Wieso müssen wir uns und unsere Leistung immerzu verbergen? Wir können doch stolz auf unsere Eier sein, ich meine, welches weibliche Säugetier legt sonst Eier? Und dann noch Schokoladeneier!“

eulenfurz: „Ja, das ist eine tolle Leistung. Aber ist denn die Freude glücklicher Kinder nicht Dank genug.“

Osterhase: „Wir würden es als längst überfälligen Akt der Gleichberechtigung ansehen, so wie die Weihnachtsmänner unsere Gaben offen und ehrlich verteilen zu dürfen. Wir wollen endlich aus dem Schatten der Weihnachtsmänner heraustreten!“

eulenfurz: „Was sagen die Weihnachtsmänner dazu? Haben die Angst, dann unterprivilegiert zu sein und letzten Endes wie die Pfingstochsen zu enden? Ich erinnere da an den schrecklichen Spruch: Zu Pfingsten sind die Geschenke am geringsten.“

Osterhase: „Natürlich ist Gleichberechtgung nicht zum Nulltarif zu haben, aber diesen Machtverlust muß das Weihnachtspatriarchat eben hinnehmen!“

eulenfurz: „Wir hören live den Osterhasen, … eine Osterhäs_in zum Aspekt des Gendergleichstroming. Frau Osterhasi, nun aber zum für unsere Kinder wichtigsten Thema: Gibt es dieses Jahr wieder so viele Eier, wie in den letzten Jahren?“

Osterhase: „Auf jeden Fall, wir werden unser Plansoll erfüllen. Schließlich haben wir viele fleißige Arbeiter_innen in unseren Legebatterien und Versteckkolonnen. Mehr wird aber nicht verraten, schließlich soll es eine Überraschung werden.“

eulenfurz: „Es gibt Gerüchte, daß die Osterarbeit verstärkt von ausländischen Billigkarnickeln durchgeführt wird…“

Osterhase: „Das ist eine Notwendigkeit der Globalisierung, die deutschen Osterhäsinnen produzieren für’s Ausland, die Ausländischen für Deutschland. Sinn der Sache ist, die Ostereier möglichst durch die ganze Welt zu fahren, bevor sie gegessen werden. Der Bedarf an Billigware wird immer größer, schließlich soll Ostern auch zukünftig das Ramschfest für die ganze Familie bleiben.“

eulenfurz: „Vielen Dank und schöne Grüße nach Österreich!“

Osterhase: „Danke, frohe Ostern!“

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