Spiegel-Abo

Der Spiegel Journal

Neulich am Telefon:

Anrufer: Schönen guten Tag, ich bin vom SPIEGEL und ich habe Ihre Telefonnummer aus der Liste XY.

Empfänger: Aha, ja, guten Tag.

Anrufer: Ich hätte ein vorteilhaftes Angebot für Sie.

Empfänger: So, und das wäre?

Anrufer: Was sagen Sie dazu, 12 Ausgaben des SPIEGELS kostenlos zu erhalten …

Empfänger: Danke, soviel Papier brauche ich nicht!

Anrufer: … äh, häh?, haha, und dann ein Jahresabo des SPIEGEL aufzunehmen. Und der Vorteil ist, es gibt keine Kündigungsfrist!

Empfänger: Die hätte ich auch nicht, wenn ich Ihre Zeitschrift nicht nehme.

Anrufer: Aber Sie hätten 12 kostenlose Ausgaben!

Empfänger: Bringt mir auch nichts, wenn ich die nicht lese.

Anrufer: Gut, dann hätte ich ein anderes tolles Angebot für Sie: Sie bekommen 6 kostenlose Ausgaben und gehen das Abo nur für ein halbes Jahr ein. Was sagen Sie dazu?

Empfänger: Hören Sie, ich konsumiere weder Funk noch Fernsehen und habe auch keine Zeit für Zeitungen oder Magazine.

Anrufer: Sie müssen sich doch aber informieren?!

Empfänger: Warum?

Anrufer: Äh, na um am aktuellen Geschehen zu bleiben?!

Empfänger: Wenn ich was wissen will, agiere ich selbst und abonniere mir nicht eine gekaufte Meinung ins Haus.

Anrufer: Aber der SPIEGEL bietet eine Menge fundiertes Hintergrundwissen über …

Empfänger: Lieber lese ich ein schönes Buch oder schreibe einen guten Text, treibe Sport, spiele Musik, unterhalte mich mit Freunden, … aber mit Ihrer Broschüre würde ich nicht einmal auf einer langweiligen Bahnfahrt die Fliegen totschlagen …

Anrufer: Und wenn Sie den SPIEGEL bei Ihnen auslegen, für Kunden oder Angestellte?

Empfänger: Die konsumieren solch ein Zeug auch nicht und wenn, dann sollte man sie davon abbringen.

Anrufer: Aber der SPIEGEL …

Empfänger: Und tschüß!

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Enthauptungen

Islamissile

Nach der Enthauptung irgendwelcher Herumtreiber, die sich ungefragt und ungebeten auf islamischem Territorium aufhielten, fragt die BILD-Zeitung blöd:

Geiseln ISIS

Keine Ahnung, das käme auf einen Versuch an. Man könnte ein Kontingent kriegshetzende BRD-Journalisten in das Gebiet entsenden, dann wären die cineastisch dargebotenen Enthauptungen eine genüßliche Abendunterhaltung für Jung und Alt zwischen Westernfilm und Tatort, wenn auch etwas weniger blutig, als die letztgenannten Unterhaltungsformate. (Deshalb könnte die allabendliche Enthauptung natürlich auch ins Vorabendprogramm.)

Wenn die Dschihadisten schließlich irgendwann mitbekommen, daß die Zuschauer bei jeder Enthauptung, anstatt erschrocken die Chipstüte fallen zu lassen, freudig jubeln, dürfte es allerdings passieren, daß sie die Hinrichtungen einstellen. Denn was wäre ein Schrecken ohne Erschrockene noch wert?

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Resignation

Das schiefe Bild

Michael Klonovsky resigniert:

Es ist beinahe unmöglich geworden, gesellschaftspolitische Verrücktheiten durch deren Übertreibung ins Maßlose und noch Bizarrere zu ironisieren; viele sogenannte einfache Leute halten einen dann für einen Grünen-Sympathisanten, öffentlich-rechtlichen Journalisten oder ähnliches und nehmen jedes Wort ernst.

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Tal der Ahnungslosen

Tal der Ahnungslosen

Als fundierter Kenner geopolitischer Gegebenheiten beim Spiegel fungiert Nikolaus Blome. Für ihn ist Sachsen das „…Tal der Ahnungslosen, wie der Südosten der DDR früher genannt wurde.

Die terrestrische Übertragung des Westfernsehens war jedoch nicht in ganz Sachsen gestört, sondern lediglich im Dresdner Elbtal und in Teilen der Oberlausitz – einem Gebiet, das in etwa dem des ehemaligen Bezirkes Dresden entspricht.

Auch sonst bleibt dem Speigel-Blome nur das Speien angesichts jener vielen Wähler und Nichtwähler, welche seinen Erwartungen als antifaschistische Erfüllungsgehilfen nicht entsprachen:

Das Erstarken der rechten Parteien wird nun von manchem Kommentator auf die niedrige Wahlbeteiligung in Sachsen zurückgeführt werden. Doch das funktioniert nur für die NPD.

Die Sachsen hätten die NPD viel klarer in die Schranken weisen können, wären nur ein paar mehr von ihnen zur Wahl gegangen. Doch in weiten Teilen des Bundeslandes fiel Regen, und dann war es auch noch – ganz, ganz wichtig – der letzte Sonntag vor dem neuen Schuljahr. Koffer auspacken und Buntstifte spitzen war demnach wichtiger, als den Rechtsextremen an jenem Ort eine Lektion zu erteilen, an dem Demokraten so etwas mit Würde erledigen können: an der Urne. Nur gut 48 Prozent, die zweitschlechteste Beteiligung bei einer deutschen Landtagswahl überhaupt, das ist wirklich ein übler Witz. Dafür sollten sich alle Nichtwähler in Sachsen schämen.

Bild oben: „Valley Of The Clueless“ von Jonathan McFadden. Heliogravüre / Photogravure

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Invasion

Kriegstreiber Putin
Man möchte lauf auflachen, wenn man die plumpen Verdrehungen der alliierten Kriegspropaganda liest – war es etwa Putin, der die Ukraine mittels bewaffneter Krawalle auf dem Maidan destabilisiert hat? Hatte er eine von der Mehrheit gewählte Regierung abgesetzt mit der Folge, daß zwischen Mehrheit und Minderheit ein Bürgerkrieg begann?

In einem Atemzug mit ihren Latrinenparolen bringen die Gleichstrommedien ein Bild, welches reguläre russische Soldaten als Gefangene der westukrainischen Putschisten zeigen soll, welche angeblich auf ihr beanspruchtes Territorium vorgedrungen sein sollen. Wenn dies so stimmt und das Kiewer Putschistenregime als Kriegspartei und Landesvertretung legitimiert ist, wäre die Bildveröffentlichung ein Verstoß gegen die Genfer Konvention von 1949.

Kriegsgefangene als Trophäen propagandistisch einzusetzen, sei gemäß dieser verwerflich: „Danach ist die öffentliche Zurschaustellung von Kriegsgefangenen weithin geächtet und im Konsens aller Unterzeichner der Genfer Konvention ausdrücklich verboten.“ Dennoch nutzten auch „N24“, „Welt“ und „Zeit“ die Gelegenheit. „Obwohl das international geächtet ist, zeigten sie stolz Videos und Fotos der gefangengenommenen Männer.

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Kriegsberichte


Quelle

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Nazis im Netz

Internet entdecken

Vor fast genau einem Jahr, im letzten Sommerloch, berichteten wir in unserem Beitrag „Internet entdeckt!“, daß gemäß einer Alarmmeldung des schutzgeldfinanzierten Deutschlandradios Rechtsextremisten das Internet entdeckt hätten, 24 Jahre nach dessen Erfindung.

Mittlerweile sind 25 Jahre ins Land gegangen, und auch die besonders ewiggestrigen Neonazis aus Frankfurt/Main, welche bislang immer in verrauchten Hinterzimmern bluttriefende Baseballkeulen schwangen, häßliche Stammtischparolen grölten und Hetzplakate mit Schreibmaschinen erstellten, haben laut der inhaltlich und ökonomisch insolventen Frankfurter Rundschau nun endlich das Internet entdeckt.

Kaum sind sie drinnen, schon „werden Jugendliche geködert mit modernen, poppigen, fetzigen Kampagnen bei Facebook, You-Tube und Co.“ Aber auch der „blanke Hass“ käme nicht zu kurz, „professionell gelayoutet, jugendlich aufbereitet und hip präsentiert“.

Und wenn der Alarmismus nicht gestorben ist und die Frankfurter Rundschau ihr unsägliches Siechendasein weiterfristet, anstatt endlich den Sargdeckel zuzumachen, werden wir wohl auch in den nächsten Sommerlöchern an ihrem Qualitätsjournalismus partizipieren dürfen.

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