Nazis im Netz

Internet entdecken

Vor fast genau einem Jahr, im letzten Sommerloch, berichteten wir in unserem Beitrag „Internet entdeckt!“, daß gemäß einer Alarmmeldung des schutzgeldfinanzierten Deutschlandradios Rechtsextremisten das Internet entdeckt hätten, 24 Jahre nach dessen Erfindung.

Mittlerweile sind 25 Jahre ins Land gegangen, und auch die besonders ewiggestrigen Neonazis aus Frankfurt/Main, welche bislang immer in verrauchten Hinterzimmern bluttriefende Baseballkeulen schwangen, häßliche Stammtischparolen grölten und Hetzplakate mit Schreibmaschinen erstellten, haben laut der inhaltlich und ökonomisch insolventen Frankfurter Rundschau nun endlich das Internet entdeckt.

Kaum sind sie drinnen, schon „werden Jugendliche geködert mit modernen, poppigen, fetzigen Kampagnen bei Facebook, You-Tube und Co.“ Aber auch der „blanke Hass“ käme nicht zu kurz, „professionell gelayoutet, jugendlich aufbereitet und hip präsentiert“.

Und wenn der Alarmismus nicht gestorben ist und die Frankfurter Rundschau ihr unsägliches Siechendasein weiterfristet, anstatt endlich den Sargdeckel zuzumachen, werden wir wohl auch in den nächsten Sommerlöchern an ihrem Qualitätsjournalismus partizipieren dürfen.

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Wikipediafälschung

Putin Wikipedia

So dreist fälschen Putins Männer die Wikipedia“, rülpst das deutschsprachige Fachblatt für Boulevardmeldungen in seine grenzdebile Bildschauerschaft. Wie investigative Journalisten ermittelten, soll ein Mitarbeiter des russischen Nachrichtendienstes „Federal Guard Service of the Russian“ deutschsprachige Wikipedia-Artikel „manipuliert“ und für diese dreiste Frechheit noch nicht einmal seine IP-Nummer verschleiert haben. Selbst sein bürgerlicher Name ist in den Log-Dateien ersichtlich und wird nun von dem Blut-und-Busen-Blatt millionenfach weiterverbreitet.

Seine hinterhältigen Sabotageakte hätten die transatlantische Wissensfabrik fast zum Einsturz gebracht. Die in einem antirussischen Wikipedia-Artikel als solche beschriebenen „Separatisten“ fälschte er in holprigem Deutsch zu „Aufständische kämpfer“, bei der „Volksrepublik Donezk“ löschte er brutal die Anführungszeichen, der „Separatistenführer“ Igor Wsewolodowitsch wurde zum „Rebellen Feldherr“. Ganz perfide war jedoch die von ihm vorgenommene Löschung der von einem Wikipedia-Nutzer aufgestellten Behauptung, daß das russische Flüßchen Aprelewka seinen Namen von „faulig“ ableiteten würde.

Wikipedia reagierte umgehend auf den feindlichen Angriff auf die Informationseinheitsfront und sperrte die IP-Adresse des umtriebigen Enzyklopäisten. „Über den Internetzugang des Nachrichtendienstes lassen sich jetzt keine Änderungen in der Wikipedia mehr vornehmen.

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Pappmerkel

Papp-Merkel

Lange mußten ihre Fans darauf warten, doch nun kann die BRD-Kanzlerin als Pappkameradin für die eigenen vier Wände bestellt werden. Für nur 39,99 € gibt es „Mutti“ in Lebensgröße und, wie der Händler beschwört, „geeignet als Dekoration für das Schlafzimmer“. Die Käufer sind begeistert und berichten in den Kundenbewertungen:

A. Niedermayr
Der Aufsteller ist in 2D und damit exakt wie das Original: platt und konturenlos. Mit ein bisschen Bastelei könnte man daraus einen Wetterhahn machen, der sich prima in den Wind dreht.

Markus Barthel:
Diese Pappfigur von Angela Merkel ist sehr nahe am Original und für viele Einsatzzwecke geeignet. Die Basisanwendungen “Still da stehen und gute Miene zum bösen Spiel machen” erledigt sie mit Bravour. Auch steht sie in Sachen Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit dem Original in nichts nach. Teilweise übertrifft sie ihr Vorbild sogar. So hat sie in den fünf Tagen, in der ich sie aufgestellt habe, noch nie hinter meinen Rücken meine Interessen oder Grundrechte verletzt. Das ist also schon eine reife Leistung, wenn man bedenkt, nach welchem Ebenbild sie geschaffen wurde. Etwas schade war allerdings, dass offensichtliches Verbesserungspotential (bisher) nicht genutzt würde. So könnte ein kleiner Föhn hinter ihrem Mund die Reden ihres Originals simulieren. Das würde die Authentizität dieser Figur nochmal stark steigern.

Krawallier:
 Die Kopie ist fast kaum vom Original zu unterscheiden. Sie hinterlässt keinen bleibenden Eindruck und ist ähnlich inkompetent. Dank Teflon-Beschichtung bleibt nichts an ihr hängen und betrachtet man sie von einer anderen Perspektive, merkt man schnell wie ähnlich Inhaltslos sie ist.

Romka:
 Die habe ich bei mir im Garten als Vogelscheuche stehen. Seitdem ist mein Gemüse heil. Nur leider lungern jetzt dafür viele Vertreter verschiedener EU-Mitgliedsstaaten in meinem Garten herum, um nach finanzieller Unterstützung zu suchen, und hinterlassen dabei überall leere Finanzspritzen!

Hermann Reiner:
And buy 3 boxes of Darts to practice your skill.

Der Hersteller ist beeindruckt von dem unerwarteten Absatz und möchte laut Insiderberichten demnächst auch die Gummipuppe „Angie“ vertreiben.

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Kanonen-Uschi

Einsame Frauen

Kriegsministerin Uschi von der Leyen ist wieder von der Leine: „Jetzt ist für die Bündnispartner an den Außengrenzen wichtig, dass die Nato Präsenz zeigt“, sagte die sich ansonsten um die Ganztagsbetreuung von Frauen, Migranten und Behinderten in der Bundeswehr verdient gemachte CDU-Politikerin.

Dafür erhielt sie heftigen Gegenwind von SPD und FDP, welche ihr die Förderung einer militärischen Eskalationsspirale vorwarfen. Inmitten der Schlagzeilen wird auch gleich die passende Google-Anzeige platziert: „Einsame Frauen in Berlin. Süße Frauen aus Berlin suchen Dich. Kostenlos anmelden & Frauen finden“.

Die Kriegsbegeisterung wird jedoch von Nato-Oberkommandeur Philip Breedlove geteilt, der meinte, „Du kannst Dich dagegen nicht verteidigen, wenn Du nicht da bist, um Dich zu verteidigen“, womit er andeutet, daß Angriff die beste Verteidigung sei. Man müsse die westlichen Werte nicht nur am Hindukusch, sondern auch in Moskau durchsetzen. Großbritannien und Frankreich boten zusätzliche Kampfflieger für die Luftraumüberwachung an der russischen Grenze an. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen drohte: „Niemand sollte die Entschlossenheit der Nato in Zweifel ziehen.

Die Google-Anzeige zumindest reagiert automatisch auf den Tenor des Textes und bietet am Ende des Beitrags weitere Anreize für die Ausweitung des Beutefeldzugs: „Hübsche Weißrussin. 30, intelligent u. Single. Für alle Männer die es ernst meinen!“ Ob für die einsame Uschi auch ein hübscher Weißrusse abfiele, weiß Google allerdings noch nicht.

Hübsche Weißrussin

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Entwicklungen

Tageszeitungen Entwicklung

Daß der Qualitätsjournalismus leidet, klagen die leidenden Qualitätsjournalisten. Jahrelang besuchten sie Universitäten und Seminare, um endlich irgendwann in den Klüngel der Meinungsdompteure aufgenommen zu werden und sich für ein paar Silbergroschen presstituieren zu dürfen. Über die dürftigen Honorare trösten zugeschranzte Medienpreise für besondere Verdienste auf der Schleim-Überholspur oder das Gefühl, ein Millionenheer abhängig gespritzter Meinungskonsumenten nach der Pfeife tanzen lassen zu können. Freilich  wird die Eitelkeit bei einem Blick auf die Auflagen-Entwicklung bundesrepublikanischer Tageszeitungen schwer getrübt – immer weniger Menschen wollen das immer gleiche Geschreibsel lesen. Da wird es wohl Zeit für eine Demokratieabgabe auch für Zeitungen, denn nichts wäre schlimmer, als ein Heer hungriger Journalisten, die plötzlich anfingen, einen ehrlichen Broterwerb zu suchen.

Eulenfurz Entwicklung

Wikipedia

Wikiblödia

Das Blog Wikipedia zeigt auf, daß Schwarmintelligenz nicht zwangsläufig ein höheres Niveau erreichen muß, als ein einzelner Kretin.

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Kein Herz für Inder

Ein Herz für Inder

Was war das wieder für ein perfides Husarenstück des Terrornetzwerkes NSU, mit der Kreditkartennummer des unbescholtenen parlamentarischen Chefaufklärers im Antiterror-Untersuchungsausschuß, Sebastian Edathy, über den Bundestagsserver legale Nacktfotos junger Knaben zu ordern. Das Ziel der Mundlos-Bande liegt auf der Hand: Dem mutigen Mann deviante Sexualpräferenzen unterzuschieben und die gesamte NSU-Aufklärung in ein schiefes, ja, perverses Licht zu rücken.

Bereits im Dezember 2012 hatten neonazistische Bombenleger Edathys Briefkasten in die Luft gesprengt. „Die Polizei schließt einen Knallkörper aus und geht von einem Sprengsatz aus“, schrieb der gerade noch mit dem Leben davon gekommene Antirechts-Kämpfer daraufhin auf seiner Fakebook-Seite. Kriminaltechniker konnten später ermitteln, daß der verwendete Chinaböller nicht mehr allein auf den NSU, sondern auf ein internationales Terrornetzwerk mit Verbindungen bis Fernost hindeute.

Beeindruckend bei den aktuellen Verbrechen der braunen Terrorzellen ist nicht nur die Unverfrorenheit, mit der die Neofaschisten agieren, sondern welche Möglichkeiten ihnen offenstehen. So haben die braunen Kameraden nicht nur Edathys private Festplatten zerstört, auf welchen sich seine ehrbaren Steuererklärungen und wertvollen persönlichen Niederschriften befanden, sondern auch noch das Dienst-Notebook aus dem Bundestag gestohlen mit all den wichtigen NSU-Verschwörungsprotokollen. Hochbrisantes Material, mit dem die schwerbewaffneten NSU-Schwadronen zukünftig nicht nur Dönerstände, sondern ganze Asia-Märkte eliminieren können.

Oberdemokrat Edathy – der als Edathiparambil geboren wurde, aber bei einem Verkehrsunfall sein Paramobil verlor – ist über die Geschehnisse, welche eindrücklich die willkürlichen Zugriffsmöglichkeiten brauner Banden auf seine Privat- und Dienstgeheimnisse verdeutlichen, derart bestürzt, daß er vorsichtshalber an einen geheimen Ort im Ausland flüchtete. Um überhaupt weiter an seinem grandiosen Aufklärungswerk arbeiten zu können, bat er das internationale Überwachungsamt NSA um eine Rekonstruktion seiner Festplatten und Datenströme. Nicht umsonst habe er sich immer und immer wieder als „Vorantreiber des Geheimdienst-Sicherheitsstaatsgeriert und auch das für verfassungswidrig erklärte Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung unterstützt.

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