Zukunftsdialog

Als die BRD-Kanzlerin unter dem Label eines Zukunftsdialogs öffentlichkeitswirksam „mit Wissenschaftlern und Praktikern über Deutschlands Zukunft sprechen“ wollte, wurde auch gleich eine Onlinesimulation zur Bürgerbeteiligung ins Netz gestellt. Angeblich, weil die Kanzlerine „die Ideen der Bürgerinnen und Bürger und der Zivilgesellschaft kennenlernen und diskutieren“ will.

Die drei im Mittelpunkt stehenden Themengebiete lauten: „Wie wollen wir zusammenleben?“, „Wovon wollen wir leben?“ und „Wie wollen wir lernen?“.

Die dritte Frage „Wie wollen wir lernen?“ läuft am schleppendsten. Die beiden Forderungen, welche es bislang über je 10.000 Stimmen geschafft haben, zielen auf ein bundesweit zentralisiertes Schulsystem und die Förderung von hochbegabten Kindern.

Nicht viel spannender scheint für die Internetgemeinde das Thema „Wovon wollen wir leben?“ zu sein. Drei Forderungen schafften es bisher über 10.000 Stimmen: Die nach einem bedingungslosen Grundeinkommen, der Einführung eines Warengeldes und nach Beendigung des Beschäftigtendatenschutzgesetzentwurfes.

Richtig viel los ist hingegen im FragestrangWie wollen wir zusammenleben?“. Hier haben es die Forderung nach einer offenen Diskussion über den Islam, ein Gesetz gegen Leugnung des Armeniermordes und zur Legalisierung von Cannabis sogar über jeweils 100.000 Stimmen gebracht. Ebenso rege sind die Diskussionen in den dazu gehörenden Kommentarsträngen.

Immer noch sehr bewegend scheinen Thesen zur Abschaffung der GEZ, zur Finanzierbarkeit des Kinderwunsches, zur Legalisierung des Waffenrechts, zur außerklinischen Geburt oder zum Verbot von Sodomie und Halalschlachtung zu sein. Etwas abgeschlagen, aber immerhin über 10.000, die Forderung nach einem Verbot von „Politically Incorrect“, die allerdings erst erhoben wurde, nachdem der Verbotsbefürworter „die Kommentare des am meisten bewerteten ,Vorschlag’ des Zukunftsdialogs studiert“ hatte. Schon wird der Zukunftsdialog als Blog zum Selbstläufer, somit zur Beschäftigungstherapie und zum Spielfeld sowohl unzufriedener als auch getreuer Untertanen.

Inwieweit sich die Energie lohnt, Stimmen abzugeben und Kommentare zu verfassen, bleibt offen. Jedem Nutzer sollte klar sein, daß der Zukunftsdialog eine Werbemaßnahme der Obrigkeit ist, um die Teilhabe an Machtentscheidungen zu suggerieren. Eine offene Diskussion über den Islam in Deutschland bspw. ist schon deshalb nicht erwünscht, weil unangenehme Ergebnisse der über Jahrzehnte betriebenen Ansiedlung von Millionen Ausländern das eigene Handeln, die eigene Politik infrage stellen würden.

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2 Antworten

  1. Ist “361 Grad Toleranz” etwa schon vorüber?

    • Bei den üblichen Verdächtigen der Anti-Rechts-Industrie im Nirwana verhallt, so wie die Dutzenden Millionen Euro Steuergelder zu deren Alimentierung immer wieder erstaunlich spur- und ergebnislos im Nichts verschwinden.

      Jetzt läßt man nicht mehr die fettgefütterte Katze los, sondern fängt die Mäuse mit Speck.

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