Schwarzfahrer

In seiner Beitragsreihe „Verbot der Woche“ bespricht das Linguistikboard PPQ das Verbot des Begriffes „Schwarzfahrer“ durch das Bundeszensuramt. Die Idee hierzu hatte SED-Stadtrat Orhan Akman aus dem Bezirk München, der dafür vom Generalsekretär des Zentralrates der demokratischen Parteien mit der Ehrennadel des Ministeriums für Volksbildung ausgezeichnet wurde.

Genosse Akman forderte, die „Schwarzfahrer“ der U-Bahnen, Trambahnen und Busse „durch einen anderen Begriff, der nicht-rassistisch ist“, zu ersetzen, da dieses Wort „die Hautfarbe bestimmter Menschen in einen negativen Kontext stellt“. Sein Vorschlag, die Schwarzfahrer kurzerhand „Blinde Passagiere“ zu nennen, wurde jedoch nach Protesten des Blinden- und Gehörlosenverbandes wieder verworfen. Zur Auswahl stehen nun Titulierungen wie „ÖPNV-Schmarotzer“, „Sitzplatzräuber“ oder „Streckendieb“.

Allerdings sollen nach dem Willen des Bundeszensuramtes zukünftig auch andere diskriminierende Begriffe wie Schwarzbrenner, Schwarzgeld, Schwarzarbeiter oder Schwarzmarkt aus dem Volksvokabular eleminiert werden. Die in rechten Kreisen immer noch beliebte schwarz-weiß-rote Schwarzwälder Kirschtorte könnte zudem „Buntberger Rundfruchttorte“ genannt werden, schon, um dem Faschismus das Sahnehäubchen zu nehmen.

Hilde Benjamin, die Generalsekretärin des Generalsekretärs der Generalsekretäre, begründete in der gestrigen Ausgabe der Aktuellen Kamera die Maßnahmen zur Ausmerze böser Begriffe so: „Die Hautfarbe ist nur ein soziales Konstrukt. Man wird nicht als Neger geboren. Man wird zum Neger erst gemacht.

8 Antworten

  1. Die Farbe Schwarz sollte überhaupt verboten werden, steckt sie doch Schwarze damit in das Muster nicht helle zu sein. Vielleicht könnte man Schwarze künftig als Blaue bezeichnen? Allerdings sprechen Begriffe wie “blaumachen” oder “Blaumann” wohl dagegen, die würden dann die Blauen wieder diskriminieren.

    • Weiß” ist ein Saubermann-Begriff, wie “weiße Weste”. Das Bundeszensuramt will verordnen, daß alle Neger fortan als “Weiße” bezeichnet werden. Niemand soll sich mehr über Diskriminierungserfahrungen schwarzärgern müssen!

      Apropos Diskriminierung: Daß “Links” wie “gelinkt werden” oder “linkisch” noch pejorativ konnotiert ist und nicht mit “richtig”, “Gerechtigkeit”, “Rechtsstaat”, “Recht und Gesetz” assoziiert werden kann, gehört abgeschafft! Ab sofort werden alle Linken als Rechte bezeichnet!

      Begriffsmainstreaming jetzt!

      • Das ist nur konsequent, andererseits wie sollen sich dann noch Schwarze stolz von den weißen abheben, gerade, wo Schwarz ja beautiful ist. Oder so.

  2. Wie wäre es denn mit den “Farben” von
    Zebras?

  3. :D
    Die Zebrawälder Kirschtorte gefällt mir am besten – hihi.
    -
    P.S.: Hoffen wir mal,
    dass die Gestreiften keine starke Lobby haben.

  4. Also, wenn ich für die Zukunft Europas schwarz sehe, sehe ich in Zukunft schön bunt.
    OK?
    Alles schön bunt versifft in Zukunft hier. Wie in Sudan oder Nigeria :mrgreen:

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