Fleißkärtchen

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Weiterbeschäftigung in der Redaktion für -28- Tage gewährt. Prekäre Arbeitsverhältnisse führen letzten Endes auch zu einer verstärkten Abhängigkeit von den Vorgaben der Zuhälter.

Wann?

Wann kommt der Frühling

Eine Fragestellung, die mit „wann“ beginnt, wird gemäß der Menge an Google-Suchanfragen am wahrscheinlichsten lauten: „wann kommt der frühling“. Der Mai neigt sich dem Ende, ohne offenbar den Suchenden lange und genüßliche Frühlingserfahrungen beschert zu haben. Die Erderwärmung läßt leider immer noch auf sich warten.

Disco-Tanten

Reizüberflutung

Seit langem schon müssen sich Menschen, die in ihrer Freizeit nichts mit sich anzufangen wissen, vor der Glotze von sogenannten Talgshows langweilen lassen, in welchen Schmierenkomödien jedweder Art inszeniert werden – überproportional von senilen Männern, die sich aus monetären Gründen oder aus Eitelkeit vor unterbelichtetem Publikum präsentieren.

Endlich aber mischt sich eine Fachmännin in die Talg-Thematik ein. Gesche Joost, Quotenprofessor_in für Genderdesign der Telekom und Frauenbeauftragte in P€€r Schweinstücks dreiköpfigem Kompetenzteam, möchte nicht nur die Belange der Telekom in das öffentliche Interesse rücken, aus Dank dafür, daß dereinst SPD-Finanzminister Eichel mit Telekom-Aktienwucher auf Kosten von Millionen geprellten Kleinanlegern Milliarden an Euro einfahren konnte. Sie möchte auch mehr Frauen in Talgshows sehen.

Dem Stuhlkreis-Beobachtungsboard PPQ gegenüber klagte sie, daß im Schutzgelderpressungsfernsehen immer wieder Talgshows stattfänden, „zu denen die Veranstalter keine weiblichen Diskutanten einladen“. Der Genderrat der Universität der Künste Berlin wiederum bemängelte kurz nach Veröffentlichung des Interviews, daß „das Herrfrau Joost“ sich einer diskriministischen Sprache bediene, welche, wenn sie „Diskutanten“ sage, die Diskuonkels ausschließe. Geschlendergerecht wäre allein die Bezeichnung „Diskumensch_innen“.

Gesche Joost entschuldigte sich umgehend und distanzierte sich von dem Unwort. Sie hätte das so gemeint, daß in den Talgshows „weibliche Disco-Tanten“ eingeladen werden müßten, um die Lethargie beim chronisch angeödeten Fernsehpublikum zu vertreiben. Das Auftreten von Disco-Tanten würde den Show-Charakter dieser Schmierenkomödien unterstreichen, ohne „das geistige Niveau von Diskussionen“ zu beeinträchtigen. Dies bliebe „das gleiche (nämlich knapp über 0)“.

Schweinstück

Peer Schweinstück

Der Kanzlerkandidat der Speckistischen Partei Deutschland (SPD), P€€r Schweinstück, „will vieles ändern, sollte er Ende September als Sieger aus der Bundestagswahl hervorgehen“. Eine SPD-geführte Bundesregierung wolle zuerst das Betreuungsgeld abschaffen, denn Mütter sollten wieder in die Produktion eilen, anstatt sich die Beschäftigung mit ihrem Nachwuchs versilbern zu lassen. Schließlich seien (später steuerzahlende) Kinder in den staatlich kontrollierten Verwahranstalten besser aufgehoben, als bei ihren Müttern. In den Kinderkolonien könnten sie zudem einheitlich konditioniert und dressiert werden.

Die dann dank Quotenregelung an Hochöfen und im Tagebau malochenden Frauen würden dafür zum Trost einen „gesetzlichen Mindestlohn“ bekommen – falls ihre Arbeit wegen lohnbedingter Teuerungen dann überhaupt noch gefragt sei. Außerdem sollen Frauen und Männer generell den gleichen Tariflohn bekommen, ebenso wie Berufsanfänger und Berufserfahrene und ebenso wie Dumme und Kluge oder Faule und Fleißige. Da Frauen gegenüber Männern biologisch benachteiligt wären und wegen möglicher Geburtsausfälle nicht die gleiche Fachidioten-Erfahrung wie malochende Männer ansammeln könnten, bestünde die einzige Möglichkeit zur Gendergleichschaltung in der Unfruchtbarmachung der Frauen.

Ziel sei es, daß BRD-Frauen sich nicht auf eigene Kinder konzentrierten, sondern nach dem SPD-Wahlsieg das Wirtschaftswachstum und damit auch das Wachstum von P€€r Schweinstücks Wanst ankurbeln. Es wäre brachliegendes Potential, wenn Frauen mit Bauklötzen spielten oder Windeln wechselten, anstatt Beton zu gießen oder Bürotoiletten zu reinigen. Man brauche nicht noch mehr Gören, denen man eine kostspielige Erziehung und Bildung ermöglichen müsse, sondern solle auf in Verwertungsprozessen sofort einsatzbereite Zuwanderer, vor allem anspruchslose PoC-Sklaven, zurückgreifen. In diese pflegeleichten PoCker sollten kinderlose Frauen ihre Mutterinstinkte investieren, aber bitteschön erst nach getaner Fabrikschicht.

P€€r Schweinstück meint, dieser Maßnahmenkatalog reiche „für die ersten drei Monate“. Uns reicht er jetzt schon.

Nachtrag: Mögliche Ähnlichkeiten mit Personen der Zeitgeschichte sind rein zufälliger Natur. Es handelt es sich um imaginäre Erscheinungen.

Amputationen

Gesamtschule

Bigotterie Gesamtschulen

In einem bereits drei Jahre alten Artikel untersuchten D. Banse und L. Wiegelmann die statistische Verteilung von Politikerkindern auf Gymnasien von vor allem jenen Eltern, welche offiziell das Gesamtschulsystem - „eine einheitliche Schule für alle Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse” – bewerben.

Messerwerfer

Lange hatten wir darüber gegrübelt und sogar unsere Leser befragt, welcher Begriff den „Neger“ ersetzen könnte. Ein häßliches Wort, das übersetzt „Schwarzer“ bedeutet – und schwarz ist für Neger eine Beleidigung. Der mittlerweile verstorbene Kinderbuchautor Otfried Preußler fand die Lösung. Er verfügte, daß in seinem Buch „Die kleine Hexe“ der „Neger“ durch „Messerwerfer“ ersetzt wird.

Ein löbliches Unterfangen, dem wir uns voll und ganz anschließen. Ab sofort werden wir „Messerwerfer“ sagen, wenn wir „Neger“ meinen.

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