Beohrfeigung

Wir wollten das fast schon als Rätselfrage in den Blog stellen, aber es wäre wohl zu einfach gewesen: Wer wendete im Jahr 1968 Gewalt gegen einen Repräsentanten der BRD an, um nach eigener Aussage „die Ehre Deutschlands zu retten“?

Natürlich war es Beate Klarsfeld, welche dem seinerzeit amtierenden Bundeskanzler Kiesinger eine Ohrfeige verpaßte und ihn mit „Nazi, Nazi, Nazi“ anbrüllte. Dem SPIEGEL gegenüber erklärte sie daraufhin, „wenn jemand von einer Frau geschlagen wird, kann man das überhaupt nicht als Gewalttätigkeit betrachten“. Den Eintritt in das politische Leben durch eine Ohrfeige sah sie als „Schritt vorwärts zur Emanzipation der deutschen Frau.“

Noch am Tag der Tat wurde Frau Klarsfeld zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, die Strafe aber später zu vier Monaten auf Bewährung umgewandelt. Ironie der Geschichte: Sie wurde von dem Rechtsanwalt Horst Mahler vertreten, der mittlerweile selbst wegen geäußerter Nazi-Ansichten für 12 Jahre im Gefängnis sitzt.

Die nun von der SED nominierte Beate Klarsfeld würde sich für den heiligen Stuhl des PräserVati zweifellos eignen. Als Höhepunkt eines feierlichen Gelöbnisses könnte sie von einer deutschen Frau eine Ohrfeige erhalten. Solch eine Ohrfeige wäre nach Klarsfeld schließlich nicht als Gewalttätigkeit zu betrachten, sondern ein weiterer Schritt vorwärts zur Emanzipation.

Bild: Aus dem roten Dunstkreis kommend tanzt eine neue Alte auf dem Präsentierteller. Stalins Erben haben gut gepokert, denn in der Antifarepublik ist die verzottelte Klarsfeld dem amtslüsternen Gauck moralisch weit überlegen: Nazijäger schlägt Stasijäger!

Ausziehen!

Wuff zieht aus. Nun geht es also schon wieder Retour aus dem Schloß Bellevue ins hannoversche Reihenhaus. Fast kann er einem leid tun, Arbeitslosigeit ist schließlich ein hartes Brot. Hoffentlich bekommt er regulär sein Arbeitslosengeld und fällt nicht gleich in Hartz IV.

Immerhin, der neue PräserVati soll entsprechend aktueller Zeitungsmeldungen doch nicht bei der Stasi gewesen sein. Dafür war er angeblich Gauckleiter.

Schweigestunde

Es ist Mittwoch um 12:01 Uhr. Soeben stand der Berliner Nahverkehr für eine Minute still, weil sich die Berliner Verkehrsgesellschaften an einer bundesweiten Schweigeminute zum Gedenken an die bis zu 137 Todesopfer rechtsextremistischer Gewalt beteiligten, die seit der Wiedervereinigung angefallen sind. Inwieweit diese tödliche Gewalt auch in den Berliner Zügen und Bahnhöfen auftritt, scheint indes unklar. Hier sind es vorrangig Migranten, welche morden und verletzen.

Erst kürzlich berichtete uns ein junger Erwachsener, daß er beim Aussteigen aus einer Berliner S-Bahn im Bezirk Wedding von zwei Jugendlichen einen Tritt in den Rücken bekam, so daß er nach wochenlangen Krankenhaus- und REHA-Aufenthalten seine soeben begonnene Berufsausbildung beenden mußte, bald darauf nicht einmal mehr seine Miete zahlen konnte und nun ein sozialer und gesundheitlicher Pflegefall sei. Die Nachfrage, ob es sich bei den Tätern um „Südländer“ gehandelt habe, bejahte er. Es ist dennoch unwahrscheinlich, daß dieser Vorfall je in einer Statistik der Migrantengewalt auftaucht.

Auch wußte der mittlerweile auf dem Abstellgleis der Gesellschaft gestrandete, aber immer noch aufgeweckte und von großen Vorhaben träumende junge Mann zu berichten, daß die Pressemeldungen über die gewalttätigen Vorfälle bei den Berliner Bahnen nur die Spitze des Eisberges sind. Er meinte, daß, wenn über alle Gewalttaten berichtet würde, die Zeitungen voll wären und niemand mehr S-Bahn fahren würde.

Aber möglicherweise wollen sich die Berliner Verkehrsgesellschaften demnächst um ihre eigenen Leichen im Keller kümmern, anstatt auf imaginäre Probleme abzulenken. Ein Anfang wäre, adäquat zur Schweigeminute für die 137 Todesopfer rechtsextremistischer Gewalt in einer Schweigestunde der etwa 7500 deutschen Todesopfer von Migrantengewalt seit der Wiedervereinigung zu gedenken.

Nachtrag am 23.02.2012 um 12.33 Uhr: Wir stellen gerade fest, daß wir den falschen Termin wahrgenommen haben. Am Mittwoch zwischen 12.00 Uhr und 12.01 Uhr ergriffen geschwiegen und am Donnerstag zwischen 12.00 Uhr und 12.01 Uhr fröhlich am Telefon geschnattert.

Ojemineh, das gibt wieder eine Aktennotiz beim Bundesamt für Betroffenheit!

Haßverbrechen

Die Haßverbrecher werden immer jünger. Im ostenglischen Hull wagte es der siebenjährige Elliott D., einen Fünfjährigen auf dem Spielplatz zu fragen, ob dieser „so braun sei, weil er aus Afrika komme.“ Der Befragte petzte den Vorfall seiner Mutter und diese wiederum denunzierte den Siebenjährigen an dessen Schule.

Die Schulleitung lud daraufhin die Mutter des mutmaßlichen Rassisten vor und forderte sie auf, die Schulregeln insbesondere in puncto Rassismus-Nulltoleranz-Politik zu lesen. Dann sollte sie ein Formular mit dem Bekenntnis unterschreiben, daß ihr Sohn eine rassistische Äußerung getätigt habe. Dieses Formular würde bei der örtlichen Schulbehörde zur weiteren Untersuchung vorgelegt. Die Mutter verweigerte jedoch die Unterschrift und leugnete verzweifelt den rassistischen Vorfall: „Mein Sohn ist nur neugierig. Er will immer Fragen stellen, aber das macht ihn nicht zu einem Rassisten.

Karl Turner, Abgeordneter der Leberpartei, wies darauf hin, daß Schule und Stadtrat die gesetzliche Aufgabe hätten, Rassismus ernstzunehmen. Auch die Chefin der Gebietskörperschaft betonte, es gäbe „eine gesetzliche Pflicht, jedes Ereignis zu melden, das von einem Opfer oder jeder anderen Person als rassistisch wahrgenommen wird.

Im letzten Jahr wurden Aktennotizen von 20.000 Kindern unter 11 Jahren angefertigt, welche auf Spielplätzen durch rassistische oder homophobe Äußerungen – sogenannte Haßverbrechen – aufgefallen sind. Ob die Kleinen demnächst ins Internierungslager verbracht oder nur zur Zwangsadoption freigegeben werden, meldete die Daily Mail nicht.

First Lady

Das ging wirklich sehr sehr flott: Kurz, nachdem Schnäppchenjäger Wuff erlegt war, stand der Neue schon grinsend auf dem roten Teppich. Und mein Dackel schaut gekränkt, hatte er doch die repräsentative Präserwahl des Blogs eulenfurz noch vor dem Kandidaten Hans Wurst gewonnen. Andererseits hatte er bis zuletzt gezögert, nur wegen des Geldes das von den reißerischen Qualitätsmedien entwürdigte Amt überhaupt anzunehmen, und sich somit öffentlich zum Bundeskasper zu machen.

Allerdings sind mit der Nominierung des Gauck auch Hoffnungen verbunden. Dieser wäre zwar nur zweite Wahl, aber ein Querkopf, welcher den drögen Parlamentsbetrieb aufmischen könne:

Gewissermaßen befindet er sich in der Rolle eines ranzigen Penners, der sich durch eine gewonnene Wette Zugang zu einem Fest-Essen in einem schmierigen Bonzenlokal erschlichen hat, weshalb die feine Gesellschaft während des gesamten Abends zu befürchten hat, dass der eigentlich ungebetene Gast kräftig ,,einen fahren“ lässt.

Die BLÖD-Zeitung beschäftigt sich derweil mit der Frage, wer First Lady wird, schließlich sei der Gauckler nicht verheiratet. Auch hierfür starten wir wieder eine Umfrage (rechte Seitenleiste). Welche Schönheit soll an der Seite unseres Präsidenten stehen, Alice Schwarzer, Petra Pau, Claudia Roth, Charlotte Knobloch oder Klaus Wowereit?

Damenwahl im Bellevue – machen Sie mit!

Cocacolismus

Da hatte der blasse Literaturkritiker Georg Diez die Ansage seines Navigationsgerätes offenbar falsch verstanden: „Bitte den rechten Spuren folgen!“ Zumindest zückte er im SPIEGEL, dem Leib- und Magenmagazin obrigkeitshöriger Kleinbürger, die grausame Faschismuskeule gegen den des Nazizismus verdächtigten Literaten Christian Kracht, erhielt jedoch dafür nicht die begehrte Medaille für Verdienste im künstlerischen Volksschaffen, sondern selbst eine ordentliche Watsche vom gesamten etablierten Literaturklüngel.

So weit, so possierlich. Schillernder aber noch ist der Verursacher des braunen Skandals, der Kokosnußverehrer August Engelhardt, mithin die Hauptperson des von Diez verrissenen Romans „Imperium“. Ein nudistischer Exot, welcher ab 1902 seine skurrilen Lebensvorstellungen folgendermaßen umsetzte:

Er verzichtete vollständig auf Kleidung und ernährte sich ausschließlich vegetarisch, vorwiegend von Kokosnüssen. Mit Sonne und Kokosnüssen als Grundpfeilern entwickelte Engelhardt eine Philosophie, die zunehmend religiöse Züge annahm: Ausgehend davon, dass die Sonne der verehrungswürdige Quell allen Lebens sei, behauptete er, die Kokosnuss sei die Frucht, die der Sonne am nächsten wächst, und darum die vollkommenste Nahrung des Menschen. Diese Anschauung, Kokovorismus genannt, gipfelte in Engelhardts Aussage, der ständige Verzehr von Kokosnüssen führe den Menschen in einen gottähnlichen Zustand der Unsterblichkeit.

Diesen Kokosnuß-August hat es wirklich gegeben. Im Roman jedoch kommen am Ende seines Lebens amerikanische Soldaten, befreien den ausgemergelten Engelhardt von der kruden Kokosnußideologie und beglücken ihn mit Cola und Hotdogs. An diesem Punkt könnte man die Frage stellen, welches imperiale Reich mit dem Buchtitel gemeint ist: Jenes phantastische der braunen Kokosnüsse oder jenes realexistierende der verflüssigten Kokablätter?

Vom inselumspannenden Kokovorismus zum weltbeherrschenden Cocacolismus ist es nur ein ideologischer Katzensprung, aber auch andere fruchtbezogene Heilslehren können ganze Systeme stürzen. Man erinnere sich da nur an die Banane, welche die Massen der DDR zunächst in langdauernde Paraden vor den Kaufhallen disziplinierte, am Ende aber zu regimevernichtenden Aufmärschen mobilisierte. Natürlich war es nicht die güldene Verlockung einer merkelschen Demokratie, welcher die aufrührerischen DDR-Bürger hinterherlechzten, sondern der süßliche Geruch des Bananentums – des Bananorismus.

Heute leben die Revolutionäre von einst in der langersehnten Bananenrepublik und dürfen solch lustige Schauspiele erleben, wie den des Verrisses eines übereifrigen Untertanen Diez durch die senilen Gespenster der Kulturschickeria, welche sich auf Diezens Kosten als libertäre Freigeister zu inszenieren versuchen.

Wer hat es gesagt? No. III

Wer sagte uns den Grund, warum Alexander der Große immer wieder aufs neue die Phantasie der Menschen beflügelte?

Es erklärt sich aus unserer untergründigen Lust am Verführtwerden und aus der Sehnsucht der Menschen, sich mit der Unbesiegbarkeit und Unverwundbarkeit, sei es auch der des Mephisto, zu verbinden. Hier, vor dieser Gestalt der Weltgeschichte, scheiden sich die ewig Käuflichen von den ewig Wahrhaftigen, die Söldner von den Herren.

Auflösung: Joachim Fernau in “Rosen für Apoll – Die Geschichte der Griechen”

Ausgewufft

Oftmals hinken wir mit unseren Meldungen der Aktualität hinterher, da wir uns über die ernstgemeinten Possen des realexistierenden Polit-, Medien-, Wissenschafts- und Kulturbetriebes stets erst tagelang kaputtlachen, bis wir unsere Contenance wiedererlangen. Manchmal sind wir allerdings unserer Zeit voraus. So schrieben wir bereits am 8. Februar, daß die Stelle des Präsidenten vakant wäre und „daß der bislang amtierende Wuff von der Medienmeute zu Tode gebissen und schmerzverzerrt seinen letzten Schnaufer getan habe.

Etwa zur gleichen Zeit starteten wir unsere Umfrage: „Wer soll neuer Präser werden?“ auf der rechten Seitenleiste. Es gibt immer noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Hans Wurst und dem Dackel, doch hat Hans Wurst momentan einen leichten Vorsprung. Ohne in Ihre geheime und demokratische Entscheidung eingreifen zu wollen, plädieren wir dafür, dem Dackel die Stimme zu geben. Der hat nämlich für seine neue Hundehütte einen Kredit aufgenommen und benötigt das mit dem Amt verbundene Geld dringend. Wenigstens drei Monate möchte er im Amt bleiben.

Nazi-Katzen

Wohin mit den Nazi-Katzen?“, schlagzeilt die Sächsische Zeitung. Da die mutmaßliche Türkenmörderin Beate Zschäpe es vor ihrer Selbstanzeige versäumt hatte, ihre zwei Mäusefänger kaltblütig abzumurksen, wird sie nach ihrer Haftentlassung eine umfangreiche Rechnung präsentiert bekommen. Laut Tierschutzverein Zwickau, bei welchem die braunen Stubentiger derzeit in Untersuchungshaft sitzen, „beläuft sich die ausstehende Rechnung bis dato auf 1017,42 Euro. Pro Tag und Katze kostet die Unterbringung sechs Euro, dazu kommen Kosten für den Tierarzt.“ Sollte Zschäpe für ihre Missetaten 10 Jahre ins Gefängnis kommen, wird sie nach ihrer Haftentlassung an den Tierschutzverein Zwickau etwa 50.000 Euro für Unterbringung und ärztliche Versorgung zahlen müssen.

Nazibraut Zschäpe teilte auf Nachfrage mit, daß sie es nicht mehr geschafft habe, die zwei Vierbeiner zu ersäufen. „Dann hätte ich ja auch gleich all unsere Terrorwaffen entsorgen können.“ In ihrer Wohnung wollte sie die beiden Nazi-Katzen vor der Inbrandsetzung auch nicht einsperren. Die Terrorzentrale sei zwar „völlig abgefackelt“, doch sicherlich hätten die Tiere, ebenso wie Todeslisten, Speichermedien und Mordwaffen, unbeschadet überlebt.

Die beiden Mord-Miezen, die nach Auskunft von Geheimdienstkreisen Adolf und Eva heißen sollen, werden im Heim „namenlos unter einer Nummer geführt. Der Verein will vermeiden, dass Rechtsextremisten eine plötzliche Tierliebe zu den Katzen entfalten, und möchte auch aus diesem Grund deren Identität für sich behalten.“ Mehrere Naziführer reagierten darauf ungehalten. Sie hatten vorgehabt, die beiden Miezen auszustopfen und als Monstranzen vor ihren Aufmärschen herzutragen.

Die Sächsische Zeitung berichtet weiter, daß kurz nach der Inhaftierung von Adolf und Eva „Beamte des BKA“ kamen, „um Fotos von den Katzen zu machen und Speichelproben zu nehmen“. Auch Pfotenabdrücke wurden genommen, welche in der Terrorkatzenverbunddatei des Innenministeriums mit möglichen Straftaten abgeglichen werden. Eine 500köpfige Ermittlergruppe will in den kommenden Wochen feststellen, wieviele Mäuse die braunen Mordkatzen auf dem Gewissen haben und wo der gestiefelte Kater abgeblieben ist.

Die GRÜNEN  aus Niedersachen jedenfalls waren sich schon länger der Gefahr bewußt und thematisierten die Nazikatzen, welche man nicht immer auf den ersten Blick erkennen würde, bereits im Juni 2011:

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